Pflanzenschutz aktuell Feldbau 18. September

18.09.2019

Kontrollen im Mais und Raps

Die Erdflöhe sind verteilt über den ganzen Kanton massivst eingeflogen und verursachten vor allem an Keimpflanzen grosse Schabschäden bis hin zu Pflanzenverlusten. Die Fachstelle hat für 1 Behandlung eine kantonsweite Sonderbewilligung erteilt. Im Mais findet man vermehrt Maiszünslerschäden und nicht nur nach Hagel Maisbeulenbrand. Vorerntekontrolle im Mais jetzt machen.


Rapserdfloh
Seit letzten Mittwoch sind die Erdflöhe zahlreich in die Felder eingehüpft. Wie im Feld beobachtet werden kann, sind junge Rapspflanzen (Pflanzen im Keimblattstadium) massivst geschädigt worden. Früh gesäte Felder mit gestaffeltem Auflaufen (2 Generationen) sind betroffen, weil die spät aufgelaufenen Rapspflanzen sehr attraktiv für die Erdflöhe waren. Nur vereinzelt finden wir, früh (August) gesäte Felder, mit lückenlosem Auflauf, mit Pflanzen im 2-3 Blattstadium ohne Schabschäden, die nicht behandelt werden mussten.
Aufgrund des epidemischen Auftretens der Erdflöhe im ganzen Kanton Zürich hat die Fachstelle Pflanzenschutz eine regionale (ganzer Kanton) Sonderbewilligung ausgesprochen.
Diese gilt für 1 Behandlung vom 16. bis 26. September 2019. Jeder Rapsproduzent erhält per E-Mail ein Schreiben dazu. Details inklusive einem Entscheidungsraster mit Bildern finden Sie auf unserer Webseite: www.strichkof.ch >Fachwissen>Pflanzenschutz>Schädlinge im Feldbau>Rapsschädlinge

Regionale Sonderbewilligung (ganzer Kanton Zürich)

Aufgrund des massenhaften Auftretens des Schädlings Rapserdfloh hat die Fachstelle Pflanzenschutz am 16.9.2019 eine kantonale Sonderbewilligung ausgesprochen. Bei überschrittener Bekämpfungsschwelle (50-80% der Rapspflanzen im Keim-bis 2-Blattstadium mit mehreren Schabstellen) ist 1 Behandlung mit einem bewilligten Insektizid bis 26.9.2019 möglich.

Auflagen:

  • unbehandeltes Kontrollfenster
  • Behandlungsdatum, Mittel im Feldkalender eintragen
  • Driftabstände und Abschwemmauflage beachten
  • keine Behandlung ab Windstärke 3 (ab 18km/h)
  • im Extenso (IPSuisse) nicht zulässig

Für eine etwaige 2. Behandlung im Oktober gegen die Larven des Rapserdflohs (Fangschale aufstellen) ist wieder vorgängig eine einzelbetriebliche Sonderbewilligung einzuholen.

Mais

Vorerntekontrolle
Die Ernte des Maises beginnt. Vor der Ernte ist die letzte Gelegenheit sich über den Befall mit Maiszünsler, Maisbeulenbrand, Unkräuter oder Erdmandelgras ein Bild zu machen.
In einem Feld am Strickhof haben wir 12% Befall durch den Maiszünsler bonitiert. Maiszünslerbefall entdeckt man an den rot gefärbten Maispflanzen, mit Bohrmehl in den Blattachseln oder auch an den abgeknickten Fahnen. Zählen Sie an mehreren Orten im Feld an 100 Maispflanzen in Folge diejenigen mit diesen Symptomen, das ergibt den Befall in Prozent. Bei dieser Kontrolle kann man gut auch den Befall mit Maisbeulenbrand bonitieren.
Nach Riesel-oder Hagelschlag tritt vermehrt Maisbeulenbrand auf. Diese zuerst weissen Auswüchse enthalten Millionen von Pilzsporen, die später beim Aufplatzen der Beule freigesetzt werden. Beulen und Sporen sind nicht giftig. Sie können aber, bei starkem Auftreten, den Stärkegehalt (fehlende Maiskolben) reduzieren und unter Umständen Fehlgärungen im Silo begünstigen. Daher sind in stark befallenen Feldern Silierzusätze empfohlen.
Auf der Kontrolle kann am Feldrand auch auf den Befall mit Erdmandelgras geachtet werden. Erdmandelgras Bilder von Blatt und Blüte finden Sie zuhinterst im Mittelheft.



Zusätzliche Informationen

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