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Die Fallen zur u00dcberwachung des Maiswurzelbohrers werden direkt an die Pflanze gehu00e4ngt. Sie bestehen aus einer Klebefalle und einem Duftstoff, der die Ku00e4fer anzieht.>

Gebietsüberwachung der Quarantäneorganismen

Durch die immer weiter zunehmende Globalisierung, aber auch den intensiven Pflanzenhandel, der weltweit betrieben wird, besteht die Gefahr, dass Pflanzenkrankheiten sowie Schädlinge in die Schweiz eingeschleppt werden. Dies stellt eine Bedrohung für die einheimische Produktion dar. Aus diesem Grund werden besonders gefährliche Schadorganismen auch sorgfältig überwacht.

Gemäss der , welche seit dem 1. Januar 2021 gilt, sollen wirtschaftliche, soziale sowie ökologische Schäden verhindert werden, weshalb Quarantäneorganismen überwacht werden. 

Quarantäneorganismen

Doch was genau ist ein Quarantäneorganismus überhaupt? Es handelt sich dabei um einen besonders gefährlichen Schaderreger, der in der Schweiz nicht auftritt oder noch nicht weit verbreitet ist. Mit gut durchführbaren und wirksamen Massnahmen soll der Schädling oder die Krankheit eingedämmt und bekämpft werden, so dass die einheimische Produktion nicht gefährdet wird.

Für die Quarantäneorganismen gilt eine Meldepflicht. Wer einen Verdacht hat, muss sich deshalb auch umgehend bei der zuständigen Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons melden, welche diese Meldung wiederum an das Bundesamt weiterleitet. Anschliessend wird abgeklärt, ob es sich wirklich um den vermuteten Quarantäneschädling handelt. Falls dem so ist, werden sofort Tilgungsmassnahmen eingeleitet.

Überwachung der Quarantäneorganismen

Insgesamt müssen im Jahr 2021 im Kanton Zürich rund 30 unterschiedliche Organsimen überwacht werden. Eine Übersicht zu den Organismen und dem Kontrollzeitpunkt kann im Excel Gebietsüberwachung gefunden werden. Es handelt sich dabei um Bakterien, Pilze, Nematoden, Viren, Phytoplasmen und Insekten welche in den Kulturen Kartoffeln, Kern- und Steinobst, Mais, Paprika, Auberginen und Tomaten sowie Platanen, Reben und Walnuss vorkommen. 

Die Schadinsekten werden jeweils mit sogenannten Pheromonfallen überwacht. Diese stossen einen Duft aus, der die Schadinsekten anzieht. Meist bleiben sie dann an einer sogenannten Klebetafel kleben und können so ausgezählt werden. Die restlichen Organismen werden meist überwacht, indem von Auge nach Symptomen, welche durch eine bestimmte Krankheit ausgelöst werden, gesucht wird. Die Kartoffeln stellen eine Ausnahme dar, da sie unter dem Boden und somit von Auge nicht sichtbar sind. Hier werden die Schadorganismen gefunden, indem Knollen oder Bodenproben genommen und im Labor analysiert werden.

Werden bei der Überwachung Quarantäneorganismen gefunden, werden je nach Organismus unterschiedliche Massnahmen eingeleitet. Diese gehen von relativ harmlosen Anbauverboten von einem bis zu mehreren Jahren bis hin zur totalen Rodung einer Anlage. Bei der Härte der Massnahmen ist neben dem Lebenszyklus eines Schadorganismus oft auch seine Ansteckbarkeit entscheidend.

Das genaue Vorgehen der einzelnen Organismen ist in sogenannten Richtlinien definiert. Wie dies genau aussieht kann im Beispiel der Richtlinie Nr. 6 zur Überwachung und Bekämpfung des Maiswurzelbohrers nachgelesen werden. 

Die Überwachung am Beispiel des Maiswurzelbohrers

Der Maiswurzelbohrer kann der einheimischen Maisproduktion erhebliche Schäden zufügen. Aus diesem Grund wird er auch sorgfältig überwacht und bei einem Fund werden Massnahmen ergriffen. Die Überwachung findet von Anfang Juni bis Mitte September in genau vorgebebenen Gemeinden statt. So wird eine flächendeckende Überwachung der Schweiz garantiert.

Maiswurzelbohrer-Situation 2020 in der Schweiz
Jeder Punkt auf der Karte stellt eine Maiswurzelbohrerfalle dar. Die 200 Fallen sind regelmässig über die Schweiz verteilt. Dort, wo es keine Punkte gibt, kann Mais aufgrund der Höhenlage nicht mehr angebaut werden.

Die Überwachung selbst wird mit den oben beschriebenen Pheromonfallen durchgeführt. In diesem Fall riecht der Duft, der von diesen Fallen verströmt wird, nach den Weibchen des Maiswurzelbohrers. Auf der Suche nach einer Partnerin fliegen die Männchen zu diesem Duft hin und bleiben an der Klebefalle kleben. Hier können sie nun ausgezählt werden. Je mehr Käfer gefunden werden, desto eher ist davon auszugehen, dass sich der Maiswurzelbohrer in einer Region bereits etabliert hat. 

Quarantäneschädlinge
Die Fallen zur Überwachung des Maiswurzelbohrers werden direkt an die Pflanze gehängt. Sie bestehen aus einer Klebefalle und einem Duftstoff, der die Käfer anzieht.

Wird bereits ein einziger Maiswurzelbohrer gefangen, so wie dies im Jahr 2020 der Fall war, müssen Massnahmen ergriffen werden. Im Fall des Maiswurzelbohrers gilt im Umkreis von 10 km um ein Fallenstandort ein Anbauverbot von Mais auf diesjährigen Maisparzellen für das nächste Jahr. Oder anders formuliert: Wer sich in diesem Radius befindet darf auf den Flächen, auf denen er in diesem Jahr Mais angebaut hat im nächsten Jahr kein Mais anbauen. Auf den restlichen Flächen, die dem Betrieb zur Verfügung stehen, darf weiterhin Mais angebaut werden. 

Im Jahr 2021 müssen auf rund 80% des Gemeindegebietes Fruchtfolgemassnahmen in Bezug auf den Maiswurzelbohrer eingehalten werden.
Im Jahr 2021 müssen auf rund 80% des Kantonsgebietes Fruchtfolgemassnahmen in Bezug auf den Maiswurzelbohrer eingehalten werden.

Diese Massnahme kann von den meisten Landwirten sehr einfach umgesetzt werden, da in der Regel sowieso jedes Jahr etwas anderes auf der gleichen Parzelle steht. Einige Tierhaltungsbetriebe haben allerdings grosse Probleme damit, denn sie sind auf das Futter in Form von Mais für ihre Tiere angewiesen. Die betroffenen Landwirte müssen die Pläne, wann was wo steht rigoros umstellen, was zu einem sehr grossen Aufwand und damit verbundenen Kosten führt. 

Aktuelle Informationen zur Überwachung des Maiswurzelbohrers im Kanton Zürich können unter folgendem Link «Maiswurzelbohrer - Funde 2020» gefunden werden. Informationen zur Situation in der Schweiz und im Ausland können unter dem Link "Maiswurzelbohrer" der Agroscope abgerufen werden.

Helfen Sie mit!

Falls auch Sie Interesse daran haben, die Augen nach Quarantäneorganismen offen zu halten, sind wir um jede Mithilfe froh. Folgende Flyer können Ihnen helfen, die Schadorganismen in Ihrem eigenen Garten zu erkennen.

  • Der Japankäfer kommt ursprünglich aus Asien, richtet bei uns aber grossen Schaden an, weil er einen grossen Teil unserer Kulturpflanzen zum Fressen gern hat. Unter dem Link "Japankäferseite der Agroscope" finden Sie ausführlichere Informationen zum Japankäfer.
Der Japankäfer sieht dem Maikäfer sehr ähnlich. Die fünf sehr gut sichtbaren weisse Haarbüschel, die er auf beiden  Seiten hat, sind jedoch ein eindeutiges Erkennungsmerkmal, um ihn von einheimischen Arten zu unterscheiden.
Der Japankäfer sieht dem Maikäfer sehr ähnlich. Die fünf sehr gut sichtbaren weisse Haarbüschel, die er auf beiden Seiten hat, sind jedoch ein eindeutiges Erkennungsmerkmal, um ihn von einheimischen Arten zu unterscheiden. Quelle: Agroscope
  • Das Jordanvirus kommt ursprünglich aus Israel und stellt für unsere einheimische Tomatenproduktion eine riesige Bedrohung dar. Das Virus ist hochansteckend und hinterlässt auf den Früchten unschöne Flecken. Geniessbar wären diese noch, verkauft werden können sie so aber leider nicht mehr. Unter dem Link "Jordanvirusseite der Agroscope" finden Sie ausführlichere Informationen zum Jordanvirus.
Das Jordanvirus bedroht die einheimische Tomatenproduktion, da die Früchte nicht mehr zum Verkauf geeignet sind.
Das Jordanvirus bedroht die einheimische Tomatenproduktion, da die Früchte nicht mehr zum Verkauf geeignet sind. Quelle: Salvatore Davina, Heike Scholz-Döbelin, https://gd.eppo.int

Falls Sie einen der Schadorganismen finden, bitten wir Sie, sofort Kontakt mit uns aufzunehmen. Schreiben Sie uns eine E-Mail an die Adresse fiona.eyer@strickhof.ch oder rufen Sie unter der Nummer 058 105 99 03 an. Noch als kleiner Hinweis: Beim Japankäfer ist es immer hilfreich, wenn wir gute Bilder oder den Käfer selber zur Identifikation vorliegen haben. Falls es Ihnen gelingt, den Käfer zu fangen, am besten direkt ins Gefrierfach. Dort stirbt er zwar ab, bleibt aber konserviert und eine Identifikation wird vereinfacht.