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Pflanzenschutz aktuell Feldbau 3. Juni 2020

Auf Schnecken und Blattläuse achten: Nützlinge übernehmen in den Rüben langsam das Zepter. Krautfäule Schutz vor dem Regen, Befall melden. Alternariamittel beimischen auf Läuse achten und Schneckenkörner nicht vergessen. Fusarien im Getreide nur noch in Spätsaaten beachten, in Forel kann es Gelbrost haben und im Molinera Mehltau. Im Mais auf Schneckenkontrolle gehen.

Zuckerrüben
Blattläuse
Die Pirimicarb-Behandlungen, die an warmen Tagen durchgeführt wurden, zeigten alle eine sehr gute Wirkung. Nun kann man in den Zuckerrüben ein vermehrtes Auftreten der Nützlinge wie z.B. Schwebfliegenlarven oder Larven der Marienkäfer beobachten. Damit die jetzt genügend zu Fressen haben, wurden die Streifen ohne Behandlung angelegt. 
Die Vermehrung der Nützlinge dauert mindestens 3-4 Wochen, weil sie zuerst einen Lebenszyklus durchmachen müssen: Paarung, Eier ablegen, Larven schlüpfen, wenn diese genug gross geworden sind, Verpuppung und Schlupf eines erwachsenen Insekts. Blattläuse hingegen vermehren sich explosionsartig, weil Geflügelte neue Pflanzen anfliegen und Muttertiere Läuse ohne Paarung, lebend gebären können. Solche Muttertiere können pro Tag bis 5 Junge «gebären». 
Ein grossflächiges Zusammenbrechen der Lauspopulation wird meist erst beim Auftreten des Pilzes, der die Blattläuse befällt, bemerkbar. Hoffen wir, dass dies nach den Niederschlägen eintritt. In Zuckerrüben sind zwei Behandlungen mit dem Wirkstoff Pirimicarb zugelassen. Bei Feldern mit zwei Rübengenerationen, also bei später gekeimten oder solchen die sich erst jetzt im 4 Blattstadium befinden, die auf jeder Pflanze Läuse aufweisen, ist noch eine Behandlung angesagt. Pirimor wird ab nächster Woche wieder zur Verfügung stehen. 

Kartoffeln
Krautfäule
Eine Fungizidbehandlung ist vor einer Regenphase empfohlen, weil die Stauden auch während dem Regen geschützt sein müssen. Hierfür sind Fungizide mit guter Regenfestigkeit geeignet. Das regnerische Wetter begünstigt jetzt Krautfäuleinfektionen. Befall unbedingt melden! Der letzte gemeldete Befall stammt aus Recherswil SO auf der Sorte Verdi. Siehe Befallsübersicht auf www.pyhtopre.ch 

 

Alternaria
Alternaria solani und A. alternata werden als Dürrfleckenkrankheit zusammengefasst. Der Pilz überwintert im Boden und befällt ältere Blätter in Bodennähe oder geschwächte Pflanzen durch Konidiosporen. Diese werden vermehrt gebildet, wenn auf trockenes Wetter Regen folgt. Das Temperaturoptimum liegt bei 20°C. Die Sporen keimen auf den Blättern nur bei hoher Luftfeuchtigkeit oder wenn sich ein Wasserfilm auf den Blättern bildet. Die Sporen bleiben mindestens 8 Wochen auf den Blättern keimfähig. Bei gestressten Beständen oder anfälligen Sorten sollten jetzt Fungizide mit guter Alternariawirkung während den nächsten 2 Monaten eingesetzt oder zugemischt werden (siehe Mittelheft oder Zielsortiment). Alternaria kann auch Kartoffelknollen befallen, dies aber nur nach der Ernte. Die Kartoffelschale bietet eigentlich einen guten Schutz gegen Alternaria, doch entstehen bei der Ernte Verletzungen, dies sind dann die Eintrittspforten für Alternariasporen. 

 

Käfer und Blattläuse
Ein Kartoffelkäferweibchen legt zwischen 300 bis 800 Eier, deshalb findet man diese orangen Eier jetzt häufig auf der Blattunterseite. Erste Larven sind geschlüpft. Die BKS wird aber noch nicht erreicht. 
Die Felder müssen nach den Niederschlägen auf das Vorhandensein der grünen Kartoffelblattläuse kontrolliert werden. Die Läuse halten sich nur auf der Blattunterseite auf. Oft findet man auch hier geflügelte Exemplare. Die BKS ist überschritten, wenn auf jedem einzelnen Blatt mindestens 1 Laus gezählt wird (Je Fiederblatt 10 Blattläuse). Stichprobe: 100 Einzelblätter kontrollieren. Wählen Sie Blätter aus der Pflanzenmitte, nicht aus dem Wipfel aus. Bei überschrittener BKS kann gegen Blattläuse ein nützlingsschonendes Mittel wie Teppeki, Plenum WG oder Movento SC ohne Sonderbewilligung eingesetzt werden. 
Nach den Niederschlägen sollte, sofern nötig, auch an die Schneckenbekämpfung gedacht werden. 


Getreide
Krankheiten
Das bisher trockene Wetter verhinderte ein bekämpfungswürdiges Auftreten der wichtigen Krankheiten. In anfälligen Sorten wie Forel findet man im Demofeld am Strickhof etwas Gelbrost und auf Combin etwas Mehltau. Getreidefungizide mussten wegen dem trockenen Wetter meist nicht eingesetzt werden, sie sind noch im Spritzmittelschrank. In Spätsaaten oder Sommerweizen ist das Fusarien Befallsrisiko noch gegeben, es kann mit dem Prognosesystem www.fusaprog.ch von Agroscope Reckenholz ermittelt werden. 

Feldhygiene
Wir haben letzte Woche berichtet, dass es in Weizenfeldern, mit Vorfrucht Rüben, kleine, nicht geerntete Rüben hat, die schossen und die Blüten den Weizen demnächst überragen. Solche Rüben müssen ausgerissen und in einem Kehrichtsack entsorgt werden. Sonst werden unter Umständen Sulfonylharnstoff resistente (B-Mittel), Conviso Rüben versamen. Die Feldhygiene gilt auch bei Blacken im Feld oder auf dem Wiesenstreifen. 
 

Mais
Schneckenkontrolle
In Streifenfrässaatmais oder in Mais, der sich erst im 2-4 Blattstadium befindet ist nach den Niederschlägen eine Schneckenkontrolle angesagt. Angefressene Pflanzen haben dünne Schleimspuren auf oder unten an den geschädigten Blättern.
Wer seine kleinen Maispflanzen gut anschaut findet solche mit kleinen, runden Löchlein. Diese wurden durch die Fritfliegenlarve beim Eindringen in die Pflanze im 1-2 Blattstadium verursacht. Stark befallene Pflanzen können mehrere Bestockungstriebe bilden. 

PSA 14 03.06.2020.pdf

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