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Pflanzenschutz aktuell Feldbau 24. Juni 2020

Noch keine Blattflecken: Spritzfenster in Rüben verdeutlichen die Blattlausschäden, noch keine Cerco-Flecken in Rüben, wenig Fusarien auf Weizen und erst 2 Krautfäulefälle im Kt. Zürich, mit Blattdüngern gegen Alternaria in Kartoffeln

Zuckerrüben

Blattläuse
Die einmal gegen die Blattläuse behandelten Rüben wachsen nun zügig voran. Am Strickhof haben wir in den Conviso sowie auch in der Normalsorte ein unbehandeltes Spritzfenster angelegt. Im unbehandelten Teil gab es einzelne Ausfälle, der Rückstand in der Entwicklung der verbliebenden Rüben ist fatal. Die Spritzfenster sind von weitem gut sichtbar. Auf den beigefügten Bildern ist der Unterschied eindeutig.

Cercospora-Blattflecken?
Gemäss diverser Beobachtungen im Feld sind noch nirgends Cerco-Flecken vorhanden. Die rot umrandeten Flecken die man jetzt findet, sind von Pseudomonas-Bakterien, die sich auf geschwächten Blättern ansiedeln. Das Wetter wird nächste Woche voraussichtlich wieder etwas weniger heiss. Sofern erste Cerco-Flecken durch Sporenkontrolle im Mikroskop bestätig werden (Blätter zur Fachstelle bringen), ist somit erst ab nächster Woche eine erste Fungizidbehandlung beispielsweise im Thurtal angezeigt. Panikartige Behandlungen, anfangs dieser Woche, wegen dem nun bis Ende Woche angekündigten heissen Temperaturen waren noch nicht nötig. Die BKS zur Erinnerung: 1 bis 2 schwach befallene Pflanzen pro Are. Durch diesen frühen Spritzstart wird es eine Fungizidbehandlung mehr geben, das fördert Resistenzen (bei Strobilurinen bestätigt, bei Triazolen beginnend) und ist nicht zeitgemäss. Vertrauen Sie Ihrer Kontrolle im Feld und den Bekämpfungsschwellen. Infektionen wird es voraussichtlich erst diese Woche geben, bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 25°. Die Rübenblätter müssen mindestens 8 Stunden lang nass sein. Dies ist in Waldnähe oder Flusstälern wie dem Thurtal, dem Flaacherfeld möglich. In höheren Lagen bei gut trocknenden Beständen sind Flecken erst ca. in 2 Wochen zu erwarten.
Kontrollieren Sie, ob es Cerco-Flecken hat, dort wo der letztjährige Rübenhaufen in der Nähe waren oder angrenzend ein letztjähriges Feld. Gleichzeitig mit der Cerco-Kontrolle können Wildrüben (Schosser) entfernt werden. Die paar Ehrenpreis Pflanzen, die man in den Conviso Rüben entdeckt, sind kein Problem.
 

Getreide

Fusarien auf Weizen
Im Sortenversuchen am Strickhof in Lindau (es wurde gepflügt) haben wir nur ganz selten Fusarienbefall an der Ähre auf anfälligen Sorten (Claro, Nara, Baretta) gefunden. Ganze Ähren oder nur einige Ährchen können befallen sein (=partiell). Fusarium erkennt man an der lachsfarbenen Spindel oder am lachsfarbenen Korn. Wenn ganze Ähren leer oder bereits dürr sind, hat dies meist mit Schwarzbeinigkeit (Fusskrankheit zu tun). Der schwache Fusarienbefall war gemäss dem Prognoseprogram Fusaprog zu erwarten. Wenn auf ihrem Feld Risikofaktoren wie anfällige Sorte, kein Pflugeinsatz, Körnermais als Vorfrucht und Niederschläge in der Blüte erfüllt waren, kann dies zu mehr Infektionen geführt haben.

Kartoffeln

Krautfäule, erst 2 Befälle im Kt. Zürich
Am Reckenholz und in einem Hausgarten in Lindau wurden erste Krautfäulesymptome entdeckt. Das heisse Wetter reduziert das Infektionsrisiko. Sofern nicht bewässert wird, keine Gewitter auftreten und kein Befall in der Umgebung festgestellt wird, kann nun das Intervall auf ca. 10 Tage ausgedehnt werden. Melden Sie Befallsverdacht unbedingt bei Phytopre (058 468 72 39) und der Fachstelle Pflanzenschutz.

Alternaria
Alternaria tritt vor allem dann auf, wenn die Bestände durch Hitze, Wassermangel oder starken Blattlausbefall gestresst sind. Ein regelmässiger Blattdüngereinsatz (Mehrnährstoffdünger mit Mg, S, B, Mn) kann neben dem Einsatz von wirksamen Fungiziden, beim anhaltend trockenen Wetter den Stress reduzieren und den Befall bremsen.

Autoren: Markus Hochstrasser, Fiona Cimei, Georg Feichtinger

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