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Pflanzenbau News vom 19. Oktober 2022

Themen dieser Woche sind: Raps: Eintrittslöcher suchen oder Berlesemethode ¦ Winterbehandlungsverbot: Vorauflaufbehandlungen nicht mehr erlaubt

Raps

Eintrittslöcher suchen oder Berlesemethode

Langsam ist es so weit und die Larven beginnen aus den Eiern zu schlüpfen, welche die Erdflöhe gegen Ende September in den Feldern nahe bei Rapspflanzen in den Boden abgelegt haben. Die ersten Larven schlüpfen, wenn 200 Gradtage über 4°C erreicht sind. Dies war diese Woche der Fall. Da aber nicht nur die frühesten Larven bekämpft werden sollen, ist es sinnvoll eine Larvenbehandlung möglichst spät im Oktober durchzuführen, damit möglichst viele Larven geschlüpft sind. Die jungen Larven kriechen zu den Rapspflanzen und fressen sich nahe am Ansatz meist von oben in den Blattstiel. Um zu kontrollieren, ob die Schadschwelle erreicht wurde, gibt es zwei Methoden. Entweder man läuft durch das Feld und schaut von oben auf die Rapspflanzen oder man reisst an mehreren Stellen 10 Pflanzen aus und schaut genauer, wie viele Pflanzen mit Eintrittsstellen vorliegen. Können an den Stängelansätzen der Blätter Eintrittslöcher gefunden werden, ist die Pflanze von Erdflohlarven befallen. Wenn 7 von 10 Pflanzen mindestens eine Larve aufweisen, ist die Bekämpfungsschwelle überschritten. 

Erdfloh Raps Eintrittslöcher
Wenn man von oben auf die Pflanze schaut, sieht man am Ansatz der Blätter kleine Eintrittslöcher von den Erdflohlarven.

 

Die zweite Variante ist die sogenannte Berlesemethode. Bei dieser werden im Feld 5 x 5 Rapspflanzen gesammelt. Die Wurzeln und die Blätter werden direkt vor Ort abgeschnitten und auf dem Feld gelassen. Es sollte darauf geachtet werden, dass beim Abschneiden der Blätter der untere Stängelbereich an der Pflanze bleibt, da sich in diesem Bereich die Larven aufhalten. Die abgeschnittenen Pflanzen können zu Hause auf ein mit einem Gitter überspanntes Wasserbecken gelegt werden. Anschliessend sollten die Pflanzen an einen warmen Ort gestellt werden. Wenn die Rapspflanzen austrocknen, fliehen die Larven aus der Pflanze heraus und fallen anschliessend ins darunter liegende Becken. Dort können die Larven bequem gezählt werden. Werden pro Pflanze zwei Larven gezählt, ist die Bekämpfungsschwelle erreicht und eine Behandlung mit einem Pyrethroid angesagt.

Berlesemethode Ablauf Schritte 1-6

 

Die Behandlung der Larven braucht eine Sonderbewilligung, die bei der Fachstelle Pflanzenschutz eingeholt werden kann. Die Wirkung eines nicht-systemischen Pyrethroids beruht auf dem Eindringen der Spritzbrühe in Eintrittslöcher und dem heraus und wieder Hineinfressen der Larven. Deshalb sollte mit ausreichender Wassermenge von 300l/ha und Zusatz eines Netzmittels gearbeitet werden. Am Morgen sind die Bestände im Moment meist zu nass und die Brühe würde ablaufen. Zudem sollten mit dieser Behandlung auch die aktiven Käfer getroffenwerden. Diese legen bei warmen Temperaturen weiterhin Eier ab. In den letzten warmen Wintern sind auch aus solchen spät abgelegten Eiern noch Larven entstanden, die bei den Spätfrösten im darauffolgenden März geschadet haben. Es muss ein Spritzfenster angelegt werden. Dieses hilft auch die Wirkung der Massnahme im Frühjahr zu beurteilen.

 

Winterbehandlungsverbot

Vorauflaufbehandlungen nicht mehr erlaubt

Die Frist für Vorauflaufbehandlungen ist am 10. Oktober abgelaufen. Deshalb dürfen jetzt keine Vorauflaufbehandlungen mehr gemacht werden. Sämtliche Nachauflaufbehandlungen dürfen noch bis am 31. Oktober durchgeführt werden.

 

Markus Hochstrasser, Georg Feichtinger, Fiona Eyer; Strickhof Fachstelle Pflanzenschutz

 

PDF: Pflanzenbau News vom 19. Oktober 2022

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