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Pflanzenbau News 30. April 2025

Themen dieser Woche: Zuckerrüben: Schädlinge während Jugendentwicklung; Marienkäfer; Herbizid Behandlungen ¦ Gerste: Grannenspitzen sichtbar, viel Sonne fördert PLS-Flecken ¦ Mais: Krähen vergrämen ¦ Erdmandelgras: Ersatz von Dual-Gold im Mais ¦ Eiweisserbsen: Blattrandkäfer

Zuckerrüben

Schädlinge während Jugendentwicklung

Je nach Region stehen die Zuckerrüben im Keim- bis 6-Blattstadium. In trockenen Lagen liefen die Pflanzen stufenweise auf und hatten teils Mühe zu keimen. Die letztwöchigen Regenfälle werden helfen, diese Unterschiede wieder wettzumachen. Ansonsten wirken sich die wüchsigen Bedingungen äusserst positiv auf die Jugendentwicklung der Rüben aus. In den rückständigen Parzellen sollte die Erdflohsituation weiterhin beobachtet werden. Ab dem 4-6-Blattstadium geht von den Erdflöhen keine grosse Gefahr mehr für die Rüben aus. Die entstandenen Erdflohschäden wachsen mit der Entwicklung der Rüben mit und können im fortgeschrittenen Stadium zu löchrigen, aufgerissenen und gefiederten Rübenblättern führen. Diese Schäden sehen auf den ersten Blick schlimmer aus als sie sind. Sie werden im Wachstumsverlauf kompensiert. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um ältere, bereits verheilte Wunden. Daher erübrigt sich in diesen Fällen auch eine Erdflohbekämpfung.

Auch die Schäden von Erdschnacken sind teilweise auf den Feldern zu sehen. Diese können sich unter anderem durch unterirdischen Frass, schwache oder in die Erde gezogene Pflanzen äussern. Eine direkte Bekämpfung der Erdschnacken ist nicht möglich. Die beste Bekämpfungsmöglichkeit besteht darin, die Fruchtfolge anzupassen. Kunstwiesen vor Zuckerrüben fördert den Befall durch Erdschnaken. Früh etablierte Gründüngungen vor Rüben haben ebenfalls das Potenzial zur Förderung des Schädlings.

Zuckerrübe Schädlinge
Diese Rübe hat Erdflohschaden, ist jetzt aber gross genug, um ohne Insektizideinsatz zu gedeihen. Foto: Strickhof

 

Teilweise viele Marienkäfer gesichtet

Die ersten Rüben befinden sich im 6 Blattstadium. Die ersten Marienkäfer werden in solchen Beständen gesichtet. Was bedeutet das? Ja genau, die ersten Kolonien der schwarzen Rübenblattläuse sind da. Im 6-Blattstadium ist die BKS überschritten, wenn 80% der Rüben schwarze Blattläuse aufweisen. Wir empfehlen jetzt mit einer Behandlung noch zuzuwarten, damit die Marienkäfer und ihre Larven ihren Hunger stillen können. Reicht die Leistung der Marienkäfer nicht aus, kann ohne Sonderbewilligung der Wirkstoff Pirimicarb eingesetzt werden. Die Temperatur muss nach der Behandlung über 15° C liegen, damit das Mittel wirken kann.

Zuckerrüben Schädlinge
Marienkäfer in den Rüben weisen auf schwarze Blattläuse hin. Foto: Strickhof

 

Herbizid Behandlungen

Vielerorts wurde der erste Herbizidsplit gesetzt und der zweite bzw. dritte klassische Split steht an. Seit dem Wegfall des Wirkstoffs Triflusulfuron-methyl (Debut etc. / Debut Duo Active) besteht die beste Bekämpfung von Ausfallraps durch einen frühen und ausreichend dosierten Metamitron-Einsatz. Weist der zu bekämpfende Raps bereits mehrere Blätter auf, ist dieser nur noch schwer bekämpfbar. Man könnte den Kontaktmittel-Anteil stark erhöhen und ein Herbizidöl zumischen. Das Erhöhen dieser Komponenten steigert jedoch das Risiko eines Herbizidschadens. 

Ein anderes problematisches Unkraut ist die Hundspetersilie. Diese kann im kleinen Stadium mit dem Zumischen von Dimethenamid + Quinmerac (Mittel heissen: Tanaris, Solanis, Braudio, Zeppelin und Tomahawk) bekämpft werden. Die Hundspetersilie in grösseren Stadien ist im Notfall mit Clomazone-haltigen Herbiziden (Cargon S, Capone, Caravel)bekämpfbar. Clomazone führt zu zeitweisen starken Aufhellungen (bleich werden) auf den Rübenblättern. Diese Symptome werden nach ein paar Tagen langsam zurückgehen.

Bei den Conviso-Rüben achtet man auf die Melde. Sie darf nicht grösser als im 2-4- Blattstadium sein. Es ist empfehlenswert die Aufwandmenge von Conviso One auf zwei Anwendungen (2x 0.5 l Conviso One/ha) aufzuteilen. Nach etwa 14 Tagen sollte die Folgebehandlung kommen. Damit keine resistenten Unkräuter selektioniert werden, können auch Herbizide auf Basis von Dimethenamid + Quinmerac (herkömmliche Herbizide) zugemischt werden. Die Strahlungsintensität ist in den nächsten Tagen hoch. Werden herkömmliche Herbizide zu Conviso One zugemischt, sollte auf Herbizidöl verzichtet werden. Den Zusatz von Mero auf 
max. 0.5 l/ha reduzieren.

Zuckerrüben Unkraut
Aufhellungen bei Hundspetersilie verursacht durch Clomazone. Foto: M. Lüscher, SFZ
Zuckerrüben Unkraut
Raps im 4 Blattstadium erfordert ohne Debut und bei herkömmlichen Herbiziden eine frühe höhere Dosierung von Metamitron oder einen erhöhten Phenmedipham-Anteil mit zugemischtem Herbi-zidöl. Das wird diese Woche schwierig, weil wegen der starken Einstrahlung Verbrennungen an den Rüben entstehen könnten. Foto: Strickhof

 

Gerste

Grannenspitzen sichtbar, viel Sonne fördert PLS-Flecken

Die Wintergerste hat nun an den meisten Orten das Stadium DC 51 (Grannenspitzen sichtbar) erreicht. Fungizide sind nur bis zu diesem Stadium (DC 51) zugelassen. Auch Schwefel, der als Fungizid zugelassen ist und auch eine gewisse beschattende Wirkung hat, darf nur bis DC 51 eingesetzt werden. Eine Ausnahme bildet gemäss Verzeichnis und Technischem Merkblatt das Produkt Pandorra, das länger, bis DC 61 (Beginn der Blüte, Staubbeutel erscheinen in der Ährenmitte) eingesetzt werden kann. Im Zielsortiment und auch im Mittelheft Seite 14 sind Fungizide mit Wirkung auf Sprenkelnekrosen aufgeführt. Ersichtlich ist auch das Einsatzstadium.

Gerste
Wintergerste ist im Stadium DC 51, Grannenspitzen sichtbar. Foto: Strickhof
Gerste Krankheiten
Erste PLS-Flecken sind auf den Blättern bereits sichtbar. Foto: Strickhof

 

Mais

Krähen vergrämen

Durch den Einsatz von gebeiztem Saatgut (Korit 420 FS oder Ibisio) oder durch das Aufstellen von Flugdrachen oder Geräte mit Vogelschreien, kann der Vogelfrass reduziert werden. Wichtig ist bei den Geräten ab und zu den Standort im Feld zu wechseln oder die Betriebszeiten anzupassen.

Mais Schädlinge Abwehr
Flugdrache in Vogelform zur Vogelvergrämung. Foto: Strickhof

 

Erdmandelgras

Ersatz von Dual Gold im Mais

Der Wirkstoff S-Metolachlor (Dual Gold) wurde auch für die Bekämpfung von Erdmandelgras verboten. Der Wirkstoff bzw. seine Abbauprodukte sind Grundwassergängig. Als Ersatz wurde per Notzulassung der Wirkstoff Dimethenamid-P befristet bis 31.10.25 bewilligt. Folgende Mittel sind möglich: Frontier X2, Loper, Mazil oder Spektrum sind mit maximal 1.2 Liter/ha zur Vorsaatspritzung und Einarbeitung zugelassen. 

Beachtet werden müssen die tiefere Dosierung, die 6m Pufferzone zu Wohnflächen und öffentlichen Anlagen und die SPe 3 (zu Oberflächengewässern) Abschwemmung 1 Punkt und die Driftauflagen zu Biotopen nach NHG von 6m. Es darf keine Behandlung gemacht werden, wenn Drittpersonen (ungeschützt) in der Nähe sind. 

Die Behandlung im Vorsaat-Verfahren braucht eine Sonderbewilligung. Das BLV hat für folgende Kulturen die Dimethenamid Mittel per Notzulassung ermöglicht: Mais, Sonnenblumen, Sojabohne, Ackerbohne und im Gemüsebau die Bohnen mit Hülsen.

Unkräuter
Mit Sonderbewilligung auf Erdmandelgras-Flächen Dimethenamid einarbeiten. Foto: Strickhof

 

Eiweisserbsen

Blattrandkäfer

Die Eiweisserbsen sind fortgeschritten in ihrer Entwicklung. Blattrandkäfer waren dieses Jahr unbedeutend. Man sieht an den unteren Blättern den zackigen Blattrandfrass. Die BKS wurde dieses Jahr nicht überschritten. Es wurden keine Sonderbewilligungen ausgestellt.

Eiweisserbsen Schädlinge
Blattrandkäfer verursachen halbmondartigen Blattrandfrass. Foto: Strickhof

 

PDF: Pflanzenbau News 30. April 2025

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