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Pflanzenschutz aktuell im Feldbau vom 13. Oktober 2021

Themen dieser Woche sind: Raps: Erdflöhe ¦ Mais: Maiszünsler ¦ Fachbewilligungskurs: Freie Plätze

Maisstorzen pflügen

Im Raps sollten in den nächsten zwei Wochen die Larven der Erdflöhe ausgezählt werden. Achtung beim Einsatz von Pyrethroiden. Zur Bekämpfung des Maiszünslers sollten die Maisstorzen unbedingt gemulcht oder untergepflügt werden. Es gibt noch freie Plätze im Fachbewilligungskurs.

 

Raps

Erdflöhe
Der Haupteinflug der Erdflöhe hat an den meisten Orten um den 20. September stattgefunden. In den nächsten zwei Wochen schlüpfen nun die Larven, welche diesen Herbst noch eine gute Grösse erreichen können, um im Rapsstängel einen Schaden anzurichten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass in den nächsten Wochen der Bestand auf Larven kontrolliert wird. Wenn in 7 von 10 Trieben eine Larve gefunden wird, ist eine Behandlung empfehlenswert. Die einfachste Methode, um diesen Befall zu überprüfen, ist die sogenannte Berlese Methode. Dazu werden an fünf Orten im Feld jeweils 5 Pflanzen ausgerissen. Anschliessend werden die Wurzeln und der obere Teil der Blätter mit einer Heckenschere abgeschnitten, so dass etwa ein 20cm grosses Stück Raps übrig bleibt. Auf dem Betrieb kann eine grosse Schüssel oder ein grosser Topfuntersatz mit einem feinmaschigen Maschendrahtzaun bespannt werden. In die Schüssel kommt Wasser mit ein wenig Seife. Anschliessend werden die Rapsstiele über der Schüssel auf dem Zaun ausgelegt. Die Schüssel soll danach für rund 7 Tage an einen warmen Ort gestellt werden. In dieser Zeit trocknet der Raps aus und die Larven, die sich im Stiel befinden, fallen ins Wasser, wo sie dann ohne Problem ausgezählt werden können. Wenn in den 25 gesammelten Pflanzen 18 Larven gefunden werden, ist die Schadschwelle überschritten und eine Behandlung empfehlenswert. 

Berlese Methode Rapserdflohlarven-Auszählung
Berlese Methode mit 10 eingetrockneten und zurechtgeschnittenen Rapspflanzen um die Larven zu zählen. Quelle: Lena Heinzer
Raps Erdflöhe Berlese-Methode
Die Larven, welche aus den Rapspflanzen fallen, können anschliessend gut im Wasser ausgezählt werden.

Grundsätzlich muss beim Einsatz von Pyrethroiden, welches noch die einzige Wirkstoffgruppe zur Bekämpfung des Rapserdflohs ist, mit grosser Vorsicht vorgegangen werden. Pyrethroide sind extrem gefährlich für Wasserorganismen, weshalb ihr Einsatz auf ein absolutes Minimum reduziert werden sollte. Wenn eine Anwendung, nach Auszählung der Bekämpfungsschwellen, nötig werden sollte, müssen die Drift- und Abschwemmungsauflagen unbedingt beachtet werden. Achten Sie ausserdem darauf, dass der Spritzbalken möglichst tief gehalten wird, damit auch kein Mittel auf eine entwässerte Strasse gelangen kann. Auch für diese Behandlung ist eine Sonderbewilligung zwingend nötig.

 

Mais

Maiszünsler
Ausser in einigen Regionen war der Maiszünslerbefall in diesem Jahr sehr gering. Da sich die Larven des Maiszünslers in den Storzen in Bodennähe aufhalten, empfiehlt es sich aber trotzdem in allen Regionen die Maisstorzen gründlich zu mulchen. Denn die Raupen überwintern in den Maisstorzen und bilden in der neuen Saison bereits eine Anfangspopulation, wenn sie im Herbst nicht sauber bekämpft wurden. Wichtig beim Mulchen ist, dass eine tiefe Fahrgeschwindigkeit gewählt wird, damit die Stängel auch sicher aufplatzen. Parzellen, die bis im nächsten April gepflügt werden, müssen in diesem Herbst nicht mehr gemulcht werden. 

Maiszünsler in Maisstoppel
Die Maiszünslerlarve überwintert in den Stoppeln.
Maiszünsler-Bekämpfung durch Mulchen
Der Maiszünsler kann sehr gut durch das Mulchen der Maisstoppeln vor der Getreidesaat bekämpft werden.

 

Fachbewilligungskurs

Freie Plätze
Am 27. Oktober und 10. November findet wieder der Fachbewilligungskurs statt. Alle Landwirte, die ihre Ausbildung nach dem Jahr 1993 abgeschlossen haben, haben die Fachbewilligung direkt in ihrer Ausbildung integriert. Wer seine Ausbildung vor 1993 abgeschlossen hat, darf zwar auf seinem eigenen Betrieb Pflanzenschutzmittel ausbringen. Soll aber im Lohn gearbeitet werden, muss zwingend nachträglich eine Fachbewilligung erlangt werden. 

Links zu weiteren Informationen:

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