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Raps im DC 53 mit beku00e4mpfungswu00fcrdiger Anzahl Glanzku00e4fer.>

Pflanzenbau News 14. März 2024

Themen dieser Woche sind: Raps grosser Stängelrüssler + Rapsglanzkäfer ¦ Zuckerrübensaat ¦ Biolandbau: mechanische Unkrautbekämpfung

Pflanzenschutz im Feldbau

 

Raps

Grosser Rapsstängelrüssler

Eine Stängelhöhe >20 cm ist nun in weitestgehend allen Beständen erreicht und der Stängelrüssler ist kaum mehr von Bedeutung. Bei spät entwickelten Beständen erfolgt die Kontrolle auf Einstiche am Haupttrieb am zarten Gewebe direkt unter der Triebspitze. 

Die Bekämpfungsschwelle (BKS) liegt bei einer Stängelhöhe von 5 bis 20 cm bei 40 bis 60% der Pflanzen mit Einstichen. Kontrollieren Sie auf Schäden auf allen Seiten der Parzelle, denn das Auftreten der Stängelrüssler und seiner Schäden kann innerhalb von wenigen hundert Metern stark variieren. Der Einsatz von Pyrethroiden ist immer sonderbewilligungspflichtig. Das Online-Formular dazu finden Sie auf der Webseite: www.strickhof.ch (Formular ÖLN-Sonderbewilligung Raps Stängelrüssler 2024)

Raps Schädlinge
Eiablagen des Stängelrüsslers an der Triebspitze

 

Rapsglanzkäfer

Seit knapp zwei Wochen beobachten wir in den Gelbschalen eine erhöhte Aktivität von Rapsglanzkäfern, was ausserordentlich früh ist. Solange die Rapspflanzen noch wenig entwickelte Knospen ohne Pollen enthalten, sind diese für die Rapsglanzkäfer noch nicht attraktiv. Kontrollieren Sie Ihren Bestand, ob die Knospen am Haupttrieb die obersten Blätter überragen, dann ist das Stadium DC 53 erreicht. Sobald die Mehrheit der Pflanzen im DC 53 sind, wird ein allfälliger Käferbefall relevant. Am Donnerstag-Nachmittag kletterte das Thermometer auf über 16°C. Das «warme» Wetter steigerte die Aktivität der Glanzkäfer.

Raps Entwicklung
Rapspflanze im DC 53, die Blütenknospen überragen die obersten Blätter. Erst ab diesem Stadium sind Kontrollen angesagt und allenfalls eine Behandlung bei überschrittener BKS erforderlich.

 

Die Bekämpfungsschwelle (BKS) wird nicht anhand der Fänge in Gelbfallen ermittelt, sondern durch Abklopfen der Käfer aus den Haupttrieben. Denken Sie bei diesen Kontrollen an die Gelbschalen und entfernen Sie diese aus dem Feld, denn die Schalen hat man später lieber im Schopf als im Mähdrescher. Im DC 53-55 sind 6 Käfer je Pflanze nötig, bei schwachen Beständen 4 Käfer. Der Probenumfang beträgt 5x10 Pflanzen, wobei nicht nur die grössten, dominierenden Pflanzen geschüttelt werden sollen. Am besten klopft man die Pflanzen in oder auf einen Karton. Ein Leckstein-Becken geht auch. Das Klopfen in die Hand ist bei schwachem Befall zu ungenau. 

Raps Schädlinge
Raps im DC 53 mit bekämpfungswürdiger Anzahl Glanzkäfer.

 

Die aktuellen Wetter- bzw. Bodenverhältnisse verhindern in vielen Fällen eine Durchfahrt. Für die Bekämpfung stehen Insektizide auf der Basis von Acetamiprid (Gazelle SG, Gazelle 120 FL, Oryx Pro, Pistol) sowie Spinosad (Audienz, Elvis) oder das sonderbewilligungspflichtige Pyrethroid Blocker zur Verfügung. Im Biolandbau und im Extenso-Anbau (IP-Suisse) ist einzig Kaolin (Surround) zugelassen. Im Sinne des Resistenzmanagements empfehlen wir, zur Bekämpfung des Rapsglanzkäfers bei mehr als einer Behandlung nicht nur Acetamiprid-Produkte zu verwenden. Stimmen aus der Praxis berichten uns, dass sie letztes Jahr gute Ergebnisse bei der Anwendung von Spinosad erreichten. Spinosad wird im Raps mit 0.2 l/ha angewendet, das ist 5x mehr als in Kartoffeln. Bei einer allenfalls notwendigen zweiten Behandlung soll der Wirkstoff gewechselt werden. 

Nicht weniger wichtig als die Mittelwahl sind die restlichen Rahmenbedingungen der Applikation, das gilt für alle 3 bewilligten Wirkstoffe. Eine gute Benetzung erhöht die Kontaktwirkung. Dies wird mit genügend Wasser (mind. 300 l/ha) sowie mit Zugabe eines Netzmittels (Mittelheft, S. 88) erreicht. Ferner sollte die Brühe angesäuert werden (Mittelheft, S. 115).

Der Bor-Bedarf von Raps ist kurz vor der Blüte am höchsten. Gewisse Blattdünger steigern den pH-Wert der Spritzbrühe, weshalb sich ein Ansäuern zur Absicherung der Wirkung des Insektizids empfiehlt (Mittelheft, S. 115). Hierzu wird der Spritztank zu ca. 80% mit Wasser gefüllt, erst dann den pH-Regulator dazugeben und die Reaktion 3-4 Minuten abwarten, dann das Insektizid beigeben (ggf. auflösen lassen) und am Schluss Netzmittel oder Spurennährstoffe zugeben. 

 

Zuckerrüben

Zuckerrübensaat – zu frisch und nass

Das Wetter zeigt sich momentan von seiner wechselhaften Seite. Aufgrund der regelmässigen Niederschläge und den doch relativ frischen Temperaturen sollte mit der Zuckerrübenaussaat unbedingt zugewartet werden. Der Boden ist an den meisten Standorten noch zu nass und zu kalt, um eine rasche Jugendentwicklung der Rüben zu gewährleisten. Zudem sollte auch wegen der Force-Insektizid-Beizung wärmere Temperaturen abgewartet werden, damit das Beizmittel sein Momentum nicht verpasst (Wirkzeit 2-3 Wochen nach der Aussaat). In den Zuckerrüben gilt das alte Sprichwort: «Saatbedingungen vor Saatzeitpunkt». Daher sollte auf dem Acker noch nichts überstürzt angegangen werden.

 

Biolandbau

Schwierige Bedingungen für die mechanische Unkrautregulierung

Mit dem Frühlingsbeginn wird die Unkrautregulierung im Biogetreide aktuell. Ein Feldrundgang gibt Aufschluss über die Bestockung und den Unkrautdruck. Viele Betriebe planen den ersten Striegeldurchgang oder haben ihn bereits ausgeführt. Wobei dieses Jahr die mechanische Unkrautregulierung durch die nassen Bedingungen erschwert wird. Optimalerweise würde ein Zeitfenster mit sonnigem, windigem Wetter ohne Frostgefahr gewählt werden. Bei Frost besteht das Risiko, dass die durch den Striegel gelockerten feinen Getreidewurzeln erfrieren und so die Getreidepflanzen geschädigt werden. Ein flaches Eingreifen der Striegelzinken in den Boden genügt in der Regel. Wird der Eingriff in den Boden zu tief gewählt, besteht die Gefahr, dass zu viel Erde bewegt wird und neue Unkrautsamen zur Keimung angeregt werden. Pro Striegel Durchgang wird ein Verlust von 1-3% der Getreidepflanzen in Kauf genommen.

Die Fahrgeschwindigkeit wird an die Empfindlichkeit der Kultur angepasst. In einem empfindlichen, frühen Stadium des Getreides wird für Zinkenstriegel eine Fahrgeschwindigkeit von 3-5 km/h empfohlen. Sind die Pflanzen bereits grösser, kann mit 5-10 km/h gefahren werden.

Unkrautregulierung mechanisch
Die Fahrgeschwindigkeit wird an die Empfindlichkeit der Getreidekultur angepasst (Bild: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen).

 

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