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Pflanzenbau News 17. August 2023

Themen dieser Woche sind: Blackenbekämpfung in Wiesen und Weiden ¦ Mais: Streifenförmiger Frass; Maiswurzelbohrer ¦ Rapssaat steht bevor ¦ Raps-Düngung

Wiesen und Weiden

Blacken

Nach der Hitze, Ende August Anfang September zeigen Flächenbehandlungen gegen Blacken mit dem Wirkstoff Asulam sehr gute Wirkungsgrade. Sie weisen eine effizientere Wirkung mit wenig Wiederaustrieb auf als bei der Behandlung im Frühjahr, weil die Blacken den Wirkstoff tiefer in die Pfahlwurzel hinunter einlagern. Werden die Tage länger, lagert die Blacke mehr Nährstoffe und Mittel in die Pfahlwurzel ein, als in der Kurztagsphase im Frühjahr.

Aus Verträglichkeitsgründen sollte eine Flächenbehandlung aber erst an kühleren Tagen durchgeführt werden. Bei Hitze steigt die Gefahr der Schädigung von Gräsern und Klee. Eine Flächenbehandlung kann auf 20% der Grundlandfläche eines Betriebes ohne Sonderbewilligung durchgeführt werden.

Das Mittel Simplex, das gegen Blacken mit der Rückenspritze und nur als Einzelpflanzenbehandlung eingesetzt werden kann, darf gemäss Anwendungsauflagen nur bis Ende August eingesetzt werden

 

Mais

Streifenförmiger Frass

An den Maisblättern findet man jetzt viele weisse dünne Striche. Diesen sogenannten Fensterfrass kennen wir vom Getreide. Ja es sind die Käfer der Getreidehähnchen die noch leben und am Mais diesen charakteristischen Frass verursachen. Sie verursachen keine Schäden. Bei genauerer Betrachtung findet man einzelne verpilzte Käfer. Pilze sind natürliche Gegenspieler von Käfern.

Mais Schädlinge
Maisblatt mit weissen Streifen (Frassspuren) des Getreidehähnchen
Mais Schädlinge
Ein verpilztes Getreidehähnchen

 

Maiswurzelbohrer

Im Kanton Zürich müssen 15 Maiswurzelbohrer-Fallen zwecks Überwachung des Kantonsgebietes aufgestellt und kontrolliert werden. Kontrollen der Fallen haben ergeben, dass alle 15 Fallen fängig waren. In jeder Falle wurde mindestens 1 Käfer gefangen. Das bedeutet, dass im kommenden Jahr der ganze Kanton wieder als abgegrenztes Gebiet gilt. Im ganzen Kanton darf im Jahr 2024 kein Mais auf Mais angebaut werden. Die entsprechenden Verfügungen werden demnächst per Mail versendet.

Mit Hilfe dieser Fallen wird der Maiswurzelbohrer überwacht. Es handelt sich dabei um eine Klebefalle, an denen die Käfer kleben bleiben, in Kombination mit einem Pheromondispenser, der die adulten männlichen Maiswurzelbohrer anzieht.
Maiswurzelbohrer-Falle Diabrotica

 

Raps

Rapssaat steht bevor

Es wird empfohlen den Raps im August zu säen, weil Anfang September die gefürchteten Rapserdflöhe in die Felder fliegen und Schabschäden verursachen. Durch die frühe Saat will man verhindern, dass beim Einflug der Flöhe der Raps im kritischen Keimblattstadium ist. Sät man im August, ist der Raps Anfang September im 2-4 Blattstadium und somit  weniger attraktiv für die Erdflöhe. Die Erdflohschäden haben seit dem Verlust der Neonicotinoid-Beizung massiv zugenommen. 

Gemäss der Wettervorhersage von gestern Mittwoch soll auch nächste Woche noch heisses Wetter herrschen. Ab dem Ende der Hundstage (23.7. bis 23.8.) könnte das Wetter dann ändern. Wir empfehlen in leichten Böden den Raps ab anfang nächster Woche zu säen. Denn das heisse Wetter in dieser Woche und der zunehmend trockene Boden bei fehlenden Gewitterregen könnte zu Problemen beim Auflaufen des Rapses führen. Damit die eingesetzten Vorauflauf Herbizide sicher wirken und der Raps regelmässig aufläuft, muss Feuchtigkeit vorhanden sein. Ein feinkrümeliges und rückverfestigtes Saatbett verbessert die Wirkung des eingesetzten Vorauflaufherbizides.

 

Düngung

Raps

Die Ansaat von Winterraps steht vor der Tür. Für eine optimale Entwicklung braucht der Raps bereits im Herbst eine Stickstoffversorgung von 50 bis 60 kg/ha. Normalerweise kann auf gut versorgten Böden von einer Stickstoffdüngung abgesehen werden, da eine genügende Stickstoffnachlieferung gewährleistet ist. Zu hohe Düngergaben im Herbst können negative Auswirkungen auf die Pflanzenentwicklung haben, da es zu Winterschäden führen kann. Eine Herbstdüngung macht jedoch für Bestände Sinn, die spät gesät wurden oder sich schlecht entwickelten. Gleiches gilt für leichte, durchlässige Böden mit einer schlechten Nährstoffverfügbarkeit. Da Raps ein sehr guter Verwerter von Hofdünger ist, ist eine Gülle- oder Mistgabe (maximal 30 kg N/ha), idealerweise vor der Saat in den Boden eingearbeitet, eine gute Option.

 

PDF: Pflanzenbau News 17. August 2023

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