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Der Rapsstu00e4ngelru00fcssler ist eingeflogen u2013 dessen Beku00e4mpfung richtet sich im u00d6LN nach den Einstichstellen an den Pflanzen und nicht nach den Fallenfu00e4ngen. Bild: Strickhof>

Pflanzenbau News Strickhof vom 4. März 2026

Themen dieser Info sind: Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2026 (Mittelheft) ¦ Raps: Grosser Stängelrüssler ¦ Biolandbau: Zeit fürs Striegeln im Winterweizen ¦ Düngung & Boden: Die Düngesaison 2026 ist eröffnet; Spatenprobe vor dem Befahren durchführen ¦ Zuckerrüben: Bodenfeuchtigkeit berücksichtigen; Begrünung beseitigen; Nicht zu früh säen

Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2026

Mittelheft jetzt bestellen

Die neue Auflage der Broschüre «Pflanzenschutzmittel im Feldbau» ist seit Mitte Februar verfügbar. Zürcher Betriebe erhalten je eine Broschüre gratis. Weitere Interessierte können die Publikation für CHF 6.- pro Stück (inklusive Porto) oder mit einem Dauerabo bestellen. 

Link zum Bestellformular "Mittelheft 2026"

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Markus Hochstrasser präsentiert das neue «Mittelheft». Youtube-Link: https://www.youtube.com/watch?v=VzgWCchgb4I

 

Raps

Grosser Rapsstängelrüssler

In unseren digitalen Gelbschalen, die über das Kantonsgebiet verteilt und angrenzend an letztjährige Rapsfelder aufgestellt wurden, verzeichnen wir seit Mitte letzter Woche einen stetigen Zuflug von Rüsselkäfern. Die Mehrheit der Fänge macht der Gefleckte Kohltriebrüssler aus, welcher rötlich-braune Füsse und einen hellen Fleck auf dem Rücken aufweist. Der Grosse Rapsstängelrüssler hingegen ist durchwegs grau-schwarz beschuppt und besitzt einen deutlich markanteren Rüssel.

Raps Schädlinge
Oben grosser Stängelrüssler, unten der kleinere Kohltriebrüssler mit braunen Füssen und hellem Fleck. Bild: Strickhof

 

Nach einem Reifungsfrass von knapp einer Woche beginnt in diesen Tagen die Eiablage. Hierzu stechen die Käfer mit ihrem Rüssel den Haupttrieb an. Nach ersten, harmlosen «Probebohrungen» injiziert das Insekt ein Sekret, welches das Pflanzengewebe beeinflusst und dem Eigelege Platz schafft. Danach wird jeweils ein Ei in den Bohrgang platziert und diese «Kinderstube» mit einem von Auge sichtbaren, weissen Sekret versiegelt. 

Die sonderbewilligungspflichtige Bekämpfung ist erst bei Erreichen der Bekämpfungsschwelle (BKS) gerechtfertigt. Diese richtet sich ausschliesslich nach den Einstichstellen des Grossen Rapsstängelrüsslers. Für die Kontrolle auf Einstichstellen ist jetzt der richtige Moment; sie erfordert im kleinen Raps ein geschultes Auge. Dafür schneiden Sie eine Rapspflanze bodeneben ab und entfernen die alten Blätter. So legen wir den Haupttrieb frei, damit wir die 2–5 cm langen, glatten Stängelteile gut sehen können. Dort suchen wir potenzielle Einstichstellen, die mit einem weissen Sekret verschlossen sind. Fehlt dieses und die Stelle sieht aus wie ein Nadelstich, handelt es sich erst um harmlose Probebohrungen. Allfällige Einstichstellen an den Blattstielen stammen vom Kohltriebrüssler und sind für die BKS nicht relevant.

Der eSOBE-Antrag für eine Behandlung mit einem Pyrethroid (Bspw. Karate Zeon, TAK 50 EG, Aligator, Decis Protech oder Cypermethrin) ist erst nach erreichter BKS einzureichen. In Regionen mit regelmässigen Schäden ist die BKS bei ersten Eiablagen erreicht. In allen anderen Regionen ist sie erst erreicht, wenn 10 bis 20 % der Pflanzen Einstiche aufweisen. Der Antrag ist auf «sonderbewilligung.strickhof.ch» unter Angabe der Schadschwelle einzureichen. Wenn möglich, werden die Einstiche zusätzlich fotografisch dokumentiert.

Sonderbewilligung Symbolbild
Sonderbewilligungen können im Kanton Zürich ab diesem Jahr nur noch digital eingereicht werden unter «www.sonderbewilligung.strickhof.ch». Der Zugriff ist möglich sowohl mit dem Computer, als auch mit einem Tablet oder Smartphone.

 

Für den Behandlungserfolg ist der richtige Zeitpunkt zentral. Erfolgt die Bekämpfung zu früh, fliegen noch weitere Rüssler ein. Erfolgt sie zu spät, ist die Eiablage im noch kleinen Raps bereits erfolgt. Pyrethroide wirken über Frass und Kontakt und sind nicht systemisch. Wichtig ist daher eine Anwendung bei hoher Aktivität der Käfer (warmes, windstilles Wetter, vorzugsweise am Nachmittag). Für den Fall, dass im Feld viele blühende Unkräuter im Raps vorhanden sind, muss zum Schutz der Bienen die Behandlung ausserhalb des Bienenfluges am Abend erfolgen. Einzuhalten sind auch die ÖLN geltenden sowie produktspezifischen Drift- und Abschwemmauflagen. Ein Spritzfenster ist im Rahmen der Sonderbewilligung Pflicht und hilft, den Erfolg zu beurteilen. 

Rapsstängelrüssler Schädling
Die Eiablagen des Rapsstängelrüsslers erfolgen am Haupttrieb. Dabei werden die Einstichstellen mit einem weissen «Pfropf» verschlossen. Bild: Strickhof

 

Pyrethroide unterliegen der sogenannten «alkalischen Hydrolyse». In einer basischen Lösung (pH-Wert > 7) wird die Esterbindung des Insektizids gespalten, was zu einem rasanten Wirkungsverlust führt. Besonders kritisch ist die verbreitete Kombination mit Bor-Düngern, da diese den pH-Wert der Brühe zusätzlich anheben. Um die volle Insektizidwirkung abzusichern, muss das Spritzwasser daher zwingend zuerst auf einen pH-Wert von ca. 5,5 angesäuert werden, bevor Pyrethroid und Bor beigemischt werden.

Rapsstängelrüssler Schädling
Der Rapsstängelrüssler ist eingeflogen – dessen Bekämpfung richtet sich im ÖLN nach den Einstichstellen an den Pflanzen und nicht nach den Fallenfängen. Bild: Strickhof

 

Biolandbau

Bestockt und befahrbar? Zeit fürs Striegeln im Winterweizen

Die Vegetation nimmt Fahrt auf, vielerorts befindet sich der Winterweizen im Bestockungsstadium (BBCH 21–25). Nach trockenen Tagen sind vielerorts die Parzellen wieder befahrbar. Damit ist ein günstiges Zeitfenster für das Striegeln im Biogetreide geöffnet.

Jetzt das Zeitfenster nutzen

Im Bestockungsstadium ist Winterweizen ausreichend verwurzelt und regenerationsfähig. Leichte Verschüttungen oder Blattverletzungen werden in der Regel gut kompensiert. Gleichzeitig befinden sich viele Unkräuter im empfindlichen Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium – genau hier setzt der Striegel an. Junge Beikräuter werden verschüttet, gelockert oder entwurzelt und vertrocknen bei sonnigem, windigem Wetter rasch.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Überfahrt ist ein abgetrockneter, tragfähiger Boden mit krümeliger Oberfläche. Die Zinken sollten nur etwa 1–2 cm tief arbeiten. Schmierende Bedingungen oder verkrustete Flächen erhöhen das Risiko von Kulturverlusten und mindern die Wirkung.

Dichte, gut bestockte Bestände sind konkurrenzstark und vertragen das Striegeln besser. In lückigen oder schwachen Bereichen empfiehlt sich hingegen eine reduzierte Zinkenspannung oder das Auslassen einzelner Teilflächen. Entscheidend bleibt das Prinzip: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Bewährt haben sich moderate Zinkenspannung und Fahrgeschwindigkeiten von 4 bis 6 km/h. Bei anhaltendem Keimdruck kann ein zweiter, leichter Durchgang nach rund einer Woche sinnvoll sein.

Problemunkräuter früh erfassen

Nicht alle Arten lassen sich im aktuellen Stadium gleich gut regulieren. Das Beispiel Klettenlabkraut zeigt die Grenzen des Striegels deutlich: Ab mehreren Blattquirlen werden die Pflanzen kaum mehr wirksam erfasst. Eine frühe Bekämpfung – idealerweise sehr jung oder bereits im Vorauflauf – ist deshalb entscheidend. Wird dieses Zeitfenster verpasst, bleibt nur die langfristige Regulierung über Fruchtfolge, Bestandesführung und Förderung der Konkurrenzkraft der Kultur.

Winterweizen Unkräuter
Problemunkraut Klettenlabkraut: Ab mehreren Blattquirlen greift der Striegel kaum mehr ausreichend. Bild: Johannes Röllin

 

Zusatznutzen für Boden und Bestand

Neben der direkten Unkrautregulierung bringt das Striegeln weitere Effekte: Die oberste Bodenschicht wird gelockert, feine Verschlämmungen werden gebrochen und die Durchlüftung gefördert. Das kann die mikrobielle Aktivität sowie die Nährstoffnachlieferung im Oberboden anregen.

Fazit

Aktuell bieten sich vielerorts gute Bedingungen für das Striegeln im Biowintergetreide. Bestockte, vitale Bestände auf abgetrockneten Böden sind robust und konkurrenzstark. Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt, eine kulturschonende Einstellung und der frühe Einsatz gegen empfindliche Beikräuter.

Eine ausführlichere Version dieses Beitrags erscheint auf der Bioseite im Zürcher Bauer der Kalenderwoche 10.

Striegeln im Winterweizen
Bestockter Winterweizen: Jetzt ist ein günstiger Zeitpunkt für das Striegeln im Biogetreide. Bild: Johannes Röllin

 

Düngung & Boden

Die Düngesaison 2026 ist eröffnet!

Mit den steigenden Temperaturen der letzten Tage ist die Düngesaison endlich da. Nach einer Phase mit häufigen Niederschlägen (in Lindau waren es fast 100 l in den letzten 4 Wochen) stellt sich aber die Frage, wann die Ausbringung von Gülle und Mineraldünger sinnvoll und rechtlich zulässig ist. Entscheidend ist dabei nicht allein das Thermometer, sondern vor allem der Bodenzustand.

Hofdünger und stickstoffhaltige Dünger dürfen nur dann ausgebracht werden, wenn die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können und der Boden saug- und aufnahmefähig ist. Als Vegetationsruhe gilt eine Phase mit Tagesmitteltemperaturen unter 5 Grad Celsius. Wird diese Schwelle während mindestens sieben aufeinanderfolgenden Tagen überschritten, ist die Vegetationsruhe unterbrochen. Dies sollte seit dem Wochenende fast flächendeckend für den Kanton Zürich gelten.

Dennoch ist Vorsicht geboten. In den vergangenen Wochen sind verbreitet hohe Niederschlagsmengen gefallen. Auf manchen Ackerflächen sind die Poren deswegen noch weitgehend wassergefüllt und die Tragfähigkeit eingeschränkt. Ein wassergesättigter Boden ist nicht saugfähig, Gülle kann nicht infiltrieren und das Risiko von Abschwemmung und Auswaschung steigt. Zusätzlich drohen bei zu früher Befahrung nachhaltige Bodenverdichtungen, insbesondere auf schweren Standorten. Gerade im Frühjahr können solche Strukturschäden die Wurzelentwicklung und die Nährstoffeffizienz über die gesamte Vegetationsperiode beeinträchtigen. 

Auf Ackerland sollte deshalb mit dem ersten Gülleeinsatz gewartet werden, bis der Boden ausreichend abgetrocknet und tragfähig ist. Viele Getreidebestände präsentieren sich aktuell sehr üppig und es ist kein Schaden, noch etwas mit der Düngung zu warten. Ein anderes Bild bietet sich beim Raps, der zeitnah, sofern noch nicht geschehen, mit Stickstoff versorgt werden sollte. Hier empfiehlt sich nach Möglichkeit eine mineralische Gabe mit Bor-Ammonsalpeter und leichtem Traktor, um dem Schwefel- und Borbedarf Rechnung zu tragen.

Anders präsentiert sich die Situation auf Grünland oder mehrjährigen Kunstwiesen. Diese sind in der Regel ganzjährig bewachsen, die Grasnarbe schützt vor Erosion und fördert die Nährstoffaufnahme bei Vegetationsbeginn. Die meisten Wiesen sollten jetzt gut befahrbar sein und ein früher, moderater Gülleeinsatz ist sinnvoll, um den Stickstoff rechtzeitig zum Wachstumsstart verfügbar zu machen. Dennoch gelten auch auf Wiesen die gleichen Grundsätze: keine Ausbringung auf wassergesättigten, gefrorenen oder schneebedeckten Böden sowie bei anhaltend starkem Regen.

Fazit: Die Temperaturen signalisieren den Vegetationsbeginn, doch die Bodenverhältnisse dürfen nicht ausser acht gelassen werden. Auf gut abgetrocknetem, tragfähigem Grünland ist die Düngesaison eröffnet. Auf manchen Ackerflächen ist hingegen noch etwas Geduld gefragt. Wer sich jetzt richtig entscheidet, schützt seinen Boden und erhöht die Nährstoffeffizienz gleichermassen.

Düngung Schleppschlauch
Nur auf gut abgetrockneten und befahrbaren Ackerböden macht die Gülleausbringung Freude Quelle: Manuel Baur

 

Spatenprobe vor dem Befahren durchführen

Obwohl es in den letzten Tagen kaum Niederschlag gegeben hat, ist beim Befahren der Parzelle Vorsicht geboten. Oberflächlich scheinen die Böden abgetrocknet zu sein, doch dies kann über den tatsächlichen Zustand hinwegtäuschen. Es empfiehlt sich daher, vor dem Befahren eine Spatenprobe durchzuführen. Die Erde aus 10 bis 20 cm Tiefe wird in die Hand genommen und geknetet. Ist der Erdbrocken breiig, schmierig und knetbar, ist der Boden noch zu nass und ein Befahren sollte unterlassen werden. Sonst droht eine Schadverdichtung, die zu langfristigen Ertragsminderungen führen kann. Bei Unsicherheiten lieber ein paar Tage zuwarten, als zu früh mit der Bewirtschaftung zu beginnen.

Spatenprobe Agridea
Mit der Fühlprobe kann der Bodenzustand abgeschätzt werden. Quelle: Bodenverdichtung vermeiden – so funktioniert’s! (Agridea 2014)

Link zum Merkblatt: Bodenverdichtung vermeiden – so funktioniert’s! (Agridea 2014)

 

Zuckerrüben

Bodenfeuchtigkeit berücksichtigen

Die aktuell warmen Temperaturen und die stabile Wetterlage laden zu verschiedenen Feldarbeiten ein. Dennoch dürfen die Bodenverhältnisse nicht ausser Acht gelassen werden. Die Bodenfeuchte kann auf dem Feld mittels 20-30cm tiefen Spatenprobe kontrolliert werden. Lässt sich die entnommene Erde schmieren oder zu einem festen Klumpen formen, sollte mit dem Befahren unbedingt zugewartet werden. Alternativ können auch die Informationen auf dem Schweizer Bodenmessnetz berücksichtigt werden. Ausreichend abgetrocknete Böden sind entscheidend für eine erfolgreiche Vorbereitung der Rübenkultur. Zu nasse Bedingungen führen rasch zu Bodenverdichtungen, die schwerwiegende Folgen für das Wachstum der Kultur nach sich ziehen können.

Zuckerrüben Pflug
Die Feldarbeiten vor und bei der Rübensaat müssen bei genug abgetrockneten Bedingungen vorge-nommen werden Bild: Matthias Lüscher, SFZ

 

Begrünung beseitigen

Sobald der Boden tragfähig genug ist, können Arbeiten wie die allfällige Beseitigung der Winterbegrünung oder die Grundbodenbearbeitung durchgeführt werden. Für die Vernichtung der Begrünung stehen sowohl mechanische Verfahren (zum Beispiel schneiden, mulchen oder walzen) als auch chemische Möglichkeiten zur Verfügung. Im Herbizidlosprogramm ist der Einsatz von Herbiziden vor der Saat jedoch nicht erlaubt. In diesem Fall muss entweder auf eine Glyphosatbehandlung vor der Rübensaat verzichtet oder das Programm vorgängig abgemeldet werden.

 

Nicht zu früh säen

Für die Grundbodenbearbeitung werden in der Praxis meist Pflug oder Grubber eingesetzt. Beide Methoden bringen spezifische Vor- und Nachteile mit sich. Der Pflugeinsatz unterstützt insbesondere die mechanische Unkrautregulierung und fördert im Frühjahr eine schnelle Bodenerwärmung. Die Mulchsaat hingegen wirkt wassersparend und trägt eher zu einem gut gesetzten, tragfähigen Saatbett bei.

Trotz der aktuell günstigen Witterung sollte mit der Rübenaussaat noch gewartet werden, bis der Boden ausreichend abgetrocknet ist und eine Mindesttemperatur von 8 °C erreicht hat. Eine Aussaat von Zuckerrüben sollte frühestens ab Mitte März in Betracht gezogen werden, da eine frühere Saat mehr Risiken mit sich bringt.

 

PDF: Pflanzenbau News Strickhof vom 4. März 2026