So finden Sie uns

Strickhof
Eschikon 21
CH-8315 Lindau
+41 58 105 98 00
info@strickhof.ch

Strickhof auf Social Media

Zuckerrüben-Saat verzögert sich

Das wechselfreudige Wetter im März hat die Zuckerrübenaussaat bislang verzögert. Vielerorts ist der Boden vollständig gesättigt und kann aus diesem Grund nicht bearbeitet, geschweige denn befahren werden. Für eine ertragreiche Rübensaison ist es jedoch noch nicht zu spät. Saaten bis Mitte April können ebenso gute Erträge liefern. Besonders dann, wenn die Saatbedingungen optimal passen.

Die Rübensaat

Die Rübensaat wurde in den meisten Regionen noch nicht durchgeführt. Der Boden ist aufgrund der regelmässigen Niederschläge schlichtweg zu nass, um eine saubere Arbeit zu ermöglichen. Auf vereinzelten Standorten haben mutige Pflanzer bereits anfangs März gesät. Eine solch frühe Saat bei suboptimalen Bedingungen birgt jedoch diverse Risiken. Kalte Temperaturen beim Auflaufen bestärken das ungewollte Schossen der Rüben. Die Bodentemperatur ist anfangs März meistens noch nicht ausreichend hoch und die zahlreichen Niederschläge können auf den ungedeckten Böden Verschlämmungen verursachen. In Kombination führen diese Bedingungen meistens zu einem Wachstumsstopp in der Jugendphase der Zuckerrüben. Während dem Jugendstadium ist die Rübe sehr konkurrenzschwach gegenüber Schädlingen, Unkräuter und Krankheiten. Die Force-Insektizidbeizung hilft zwar die Zuckerrübenkeimlinge 2-3 Wochen vor unterirdischen Schädlingen zu schützen. Verzögert sich jedoch das Wachstum der Rübenpflanze, kann es durchaus geschehen, dass die Beizwirkung zu wenig lange anhält und somit nur einen unzureichenden Schutz garantiert. Aus diesen Gründen ist es von grosser Wichtigkeit, dass förderliche Bedingungen geschaffen werden, damit die Rüben möglichst rasch die Jugendentwicklung durchlaufen und Verluste somit minimiert werden können. Es lohnt sich also noch etwas Geduld mit der Saat zu haben, um den Rüben optimale Auflaufbedingungen zu bieten.

Neben einem abgetrockneten und erwärmten Boden muss auch die Saatbettbearbeitung und die Aussaat stimmen. Die Saattiefe sollte 2-3 cm tief erfolgen. Beim Saatbett muss darauf geachtet werden, dass man lediglich die obersten 5-6 cm Boden bearbeitet. Somit kann der Boden- und Kapillaranschluss der Saatpille gewährleistet werden. 

Nasse Bodenverhältnisse
Die regelmässigen Niederschläge im März 2024 haben den Boden an den meisten Standorten vollständig gesättigt, was zur Verzögerung der Zuckerrübensaat führt  (Bildquelle: Matthias Lüscher, SFZ).

 

Schädlinge

Wie bereits erwähnt, wird auf konventionellem Saatgut eine Insektizidbeizung aufgetragen, welche den Keimling vor unterirdischen Schädlingen schützt. Dennoch ist es wichtig, dass die Zuckerrüben den Schädlingen davon wachsen können. Die anhaltende feuchte Witterung spielt den Schnecken in die Karten. Der Rübenerdfloh wird dieses Jahr voraussichtlich kein grosses Problem darstellen. Der Erdfloh mag vor allem trockene und warme Frühjahre. Die Bekämpfungsschwelle (Keimblatt: 50% der Pflanzen mit mehreren Schabstellen / 2-4-Blatt: über 80% der Pflanzen mit mehreren Schabstellen) wird in den meisten Fällen nicht erreicht. Sollte die Bekämpfungsschwelle trotzdem erreicht werden, so kann ein Insektizid eingesetzt werden. Vorher ist es jedoch zwingend notwendig eine Sonderbewilligung einzuholen. Aufgrund des milden Winters ist dieses Jahr mit einer hohen Anzahl Blattläusen zu rechnen. Der Einflug der Blattläuse erfolgt in der Regel zwischen Ende April und Anfangs Mai. 

Herbizideinsatz

Obwohl sich die Rübensaat verzögert, lohnt es sich bereits frühzeitig mit der Herbizidstrategie zu befassen. Beim klassischen Rübenanbau folgt 2-3 Wochen nach der Saat während dem Keimblattstadium des Unkrautes der erste Split. Je nach Witterung ist es bei der Herbizidstrategie empfehlenswert die Gesamtmenge von 4-5 l/kg/ha Metamitron auf 3-4 Splitgaben zu verteilen. Somit kann verhindert werden, dass neu aufkommendes Unkraut überhand nimmt. Für eine optimale Wirkung von Bodenherbiziden muss jedoch darauf geachtet werden, dass genügend Bodenfeuchte vorhanden ist. Bei der Dosierung von Kontaktherbiziden sollte vor allem die Unkrautzusammensetzung und das Unkrautstadium berücksichtigt werden. Zudem müssen die Umweltbedingungen auch hier bei der korrekten Dosierung beachtet werden. Die Herbizidsplits sollten intervallmässig alle 10-14 Tage wiederholt werden. Ab dem zweiten Split ist je nach Unkrautgrösse und Trockenheit das Beimischen von Kontaktwirkstoffen wie Debut oder Lontrel empfehlenswert. Vorausgesetzt die Tagestemperatur liegt über 15° Celsius.

Bei der Behandlung von Conviso SMART Rüben kann das 2-4-Blattstadium des Unkrautes abgewartet werden. Als Zeigerpflanze fungiert dabei der weisse Gänsefuss. Die Unkrautbekämpfung in Conviso-Rüben kann mit 1-2 Behandlungen abgeschlossen werden, wobei die Aufteilung der Herbizidmenge auf 2 Behandlungen meistens erfolgreicher ist. Bei allen Behandlungen empfiehlt es sich 1l/ha Mero beizumischen. 

Weiteres Fachwissen

Regelmässige Feldkontrollen der Zuckerrüben bleiben wichtig
23.07.2026

Regelmässige Feldkontrollen der Zuckerrüben bleiben wichtig

Trotz der trockenen Bedingungen halten sich die Zuckerrüben auf den Feldern grösstenteils wacker. Nach der Getreideernte können bereits die ersten Arbeiten durchgeführt werden, um eine erfolgreiche Zu...
Pflanzenbau News Strickhof vom 22. Juli 2026
22.07.2026

Pflanzenbau News Strickhof vom 22. Juli 2026

Aktuelles zu den Themen: Raps; Unwetterschäden; Kartoffeln; Stoppelbearbeitung; Zuckerrüben; Biolandbau; Düngung; Erdmandelgras
Zwischen Totalausfall und Spitzenbestand
21.07.2026

Zwischen Totalausfall und Spitzenbestand

Das Rapsanbaujahr 2026 zeigte deutliche Gegensätze: Während sich einige Bestände im Frühling sehr vital präsentierten, blieben andere in der Blüte schwach und ungleichmässig. Entscheidend war vor alle...
Keimzahlen explodieren in der Sommerhitze: was kann ich tun?
17.07.2026

Keimzahlen explodieren in der Sommerhitze: was kann ich tun?

Zu hohe Keimzahlen beeinträchtigen die Milchqualität. Häufigste Ursachen sind schlecht gereinigte Melkanlagen oder, vor allem zu dieser Jahreszeit mit anhaltend hohen Aussentemperaturen, eine ungenüge...
Obst-Info Zürich Nr. 17 vom 14. Juli 2026
14.07.2026

Obst-Info Zürich Nr. 17 vom 14. Juli 2026

Themen dieser Info sind: Wetter und Phänologie ¦ Trockenheit und Bewässerung ¦ Kernobst: Schorf/Mehltau; Wickler ¦ Pflaumenwickler ¦ Neue Agroscope-Merkblätter zu Schädlingen im Obstbau ¦ SOV-Umfrage...
Pflanzenbau News Strickhof vom 8. Juli 2026
08.07.2026

Pflanzenbau News Strickhof vom 8. Juli 2026

Grundsteinlegung für die Folgekultur: Beim Erdmandelgras gilt: Erkennen – Melden – Bekämpfen! Bei der Dosierung von Glyphosat die Konzentration des Produkts beachten. Reduktion der Abschwemmung per 01...
Schweizer Beeren-Bulletins 2026
03.07.2026

Schweizer Beeren-Bulletins 2026

Hier finden Sie alle Schweizer Beeren-Bulletins der Saison 2026. Das aktuelle Bulletin Nr. 6/2026 ist vom 3. Juli