Pflanzenbau News Strickhof vom 24. Juni 2026
Säume und Brachen
Einjähriges Berufkraut
Eine im vergangenen Frühjahr veröffentlichte Studie der ZHAW kam zum Schluss, dass das Einjährige Berufkraut der Artenvielfalt in Wiesen nicht schadet. Diese These wird jedoch in Fachkreisen kritisch hinterfragt, da sie der landwirtschaftlichen Praxis widerspricht. Unabhängig von der ökologischen Debatte bleibt die Bekämpfung für die Landwirte rechtlich bindend. Denn die Direktzahlungsverordnung verpflichtet die Bewirtschafter zur Regulierung dieses invasiven Neophyten. Bei starkem Befall können die Behörden Sanierungsfristen verfügen. Zudem führen Bedeckungsgrade von über 30 Prozent auf Ackerflächen oder über 10 Prozent auf Biodiversitätsförderflächen zum Ausschluss von den Direktzahlungen.
Da das Einjährige Berufkraut vor allem lückige Bestände besiedelt, stehen aktuell Brachen, Ackersäume und Altgrasstreifen von extensiven Wiesen im Fokus. Während der jetzigen Vollblüte ist die Pflanze an ihren gänseblümchenähnlichen Blütenständen leicht zu erkennen. Da eine einzige Pflanze unzählige Samen produziert, die meist im direkten Umkreis keimen, ist schnelles Handeln entscheidend. Wird ein Erstaufkommen konsequent ausgerissen, lässt sich der Befall unter Kontrolle halten, erfordert jedoch regelmässige Nachkontrollen.
Für die mechanische Bekämpfung eignen sich ein Blackeneisen, ein Schraubenzieher oder ein Spargelstecher, um die Pflanzen aus dem Boden zu hebeln. Entscheidend ist dabei das vollständige Entfernen des Wachstumszentrums direkt unter der Bodenoberfläche, während verbleibende Wurzelteile im Boden unbedenklich sind. Gejätete, blühende Pflanzen dürfen keinesfalls auf dem Feld liegen bleiben, da sie durch Notreife noch keimfähige Samen bilden können. Bei einer Bekämpfung zum aktuellen Zeitpunkt müssen mindestens die Blütenstände zwingend über den Kehricht entsorgt werden.
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Zuckerrüben
Cercospora
Die warmen Temperaturen zusammen mit feuchten Bedingungen schaffen ideale Voraussetzungen für eine Ausbreitung der Krankheit. Aber auch in Regionen ohne Niederschläge besteht weiterhin ein Befallsrisiko, da vielerorts frühmorgens noch Tau auf den Rübenblättern zu finden ist.
Die kantonalen Pflanzenschutzdienste vermelden bereits erste Funde von Cercospora-Blattflecken. Besonders früh betroffen sind Feldränder neben letztjährigen Rübenflächen oder alten Rübenhaufen-Standorten. Der erste Fund im Kanton Zürich bleibt derzeit noch aus. Da das offizielle Monitoring jedoch nur als grobe Orientierung dient, müssen die eigenen Bestände spätestens jetzt regelmässig kontrolliert werden. Nur durch eine rechtzeitige Feldkontrolle lässt sich ein Erstbefall frühzeitig erkennen, um den optimalen Behandlungszeitpunkt zu erwischen.
Wird Cercospora festgestellt, sollte eine erste Fungizidbehandlung mit Propulse (Aufwandmenge von 1,2 l/ha) in Kombination mit Kupfer erfolgen. Aufgrund der aktuellen Hitze empfiehlt sich die Ausbringung entweder sehr früh morgens oder sehr spät am Abend. Somit können die tagsüber heissen Temperaturen etwas umgangen und die Gefahr von Spritzschäden vermindert werden. Zudem ist auf eine Mindestwassermenge von 300-400 l/ha zu achten, um eine ausreichende Benetzung der Pflanzen sicherzustellen.
Sonnenbrand
Aktuell findet man in vereinzelten Zuckerrübenfeldern markante Blattverbrände, die oft auf kiesigen Bodenadern besonders drastisch aussehen. Wer hier vorschnell an Pilzkrankheiten oder gar an den neuartigen Rübenrüssler denkt, liegt jedoch falsch. Die Ursache für das vertrocknete Blattwerk ist die Witterung der letzten Tage. Nach den jüngsten Gewittern blieben die Blätter der Rüben feucht, während das Thermometer am Folgetag direkt wieder auf deutlich über 30 °C kletterte. Die Kombination aus nassen Blättern und einer hohen Strahlungsintensität wirkte wie ein Brennglas und führte zu Verbrennungen. Betroffene Pflanzen haben die älteren Blätter hängenlassen oder bereits abgelegt. Ein Handlungsbedarf besteht aktuell nicht; die Bestände erholen sich in der Regel aus dem Herzen heraus.
Soja
Distelfalter
Der Distelfalter (Vanessa cardui) ist ein sogenannter Wanderfalter, dessen Schmetterlinge durch Winde von Nordafrika bis nach Nordeuropa verfrachtet werden. Die Falter sind an verschiedenen Pflanzen zu finden, unter anderem auf Disteln oder Rotklee, und wärmen sich oftmals an einer vegetationsfreien Stelle auf. In den Jahren 2003 und 2009 traten die Distelfalterraupen letztmals in grösserem Ausmass an Sojapflanzen auf. Zu erkennen ist ein Befall am typischen Blattfrass, den kleinen Gespinsten mit Räupchen darin oder den dunklen Kotwürfelchen auf den Pflanzen. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 20 Raupen je Laufmeter oder ein bis zwei Herden pro Are. Da für eine chemische Bekämpfung eine Sonderbewilligung notwendig ist, sollten Sie sich bei einem Befall mit Distelfaltern in Soja direkt mit uns in Verbindung setzen.
Futterbau
Eichenprozessionsspinner in der Nähe von Futterflächen
In den letzten Jahrzehnten hat die Häufigkeit und Intensität des Befalls von Eichenprozessionsspinnern (Thaumetopoea processionea) zugenommen. Auch Gebiete im Kanton Zürich sind davon betroffen. Bekämpfungsmassnahmen sind im Wald meist nicht nötig oder sinnvoll und Absperrungen reichen aus. Jedoch können sie auf Weiden und Futterwiesen zu einem Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier werden.
Lesen Sie hier den ganzen Beitrag, inkl. Links zu weiterführenden Informationen:
www.strickhof.ch: Eichenprozessionsspinner in der Nähe von Futterflächen (Publikation 6.2026)