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Pflanzenbau News Strickhof vom 1. Juli 2026

In den Zuckerrüben finden sich erste Parzellen mit Cercospora-Blattflecken. Bei der Feldkontrolle sogleich Schosserrüben entfernen. In Kartoffeln gegen Krautfäule wachsam bleiben und den Schutz vor Alternaria-Infektionen aufrechterhalten.

Zuckerrüben

Schosserrüben

Diese regelmässigen Kontrollgänge im Feld lassen sich ideal mit dem Ausreissen der Schosserrüben verbinden. Diese Massnahme ist für die allgemeine Feldhygiene sowohl bei klassischen als auch bei Conviso-Rüben unverzichtbar. Bei den Conviso Smart-Rüben ist die restlose Beseitigung der Schosser jedoch ein absolutes Muss, da deren Samen ebenfalls eine Resistenz gegen Sulfonylharnstoffe aufweisen und in den Folgekulturen zu massiven Unkrautproblemen führen. Wer bereits im vergangenen Jahr Conviso-Zuckerrüben angebaut hat, sollte deshalb in diesem Sommer auch die aktuellen Nachfolgekulturen zwingend auf durchwachsende Rübenschosser kontrollieren und diese konsequent entfernen.

Zuckerrüben Schosserrüben
Schosserrüben sollten unbedingt jetzt ausgerissen und nach Möglichkeit aus den Feldern geführt werden. Bild: Matthias Lüscher, SFZ

 

Cercospora

Die vergangenen Gewitter haben gebietsweise für lang herbeigesehnte Feuchtigkeit in den Feldern gesorgt. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen wieder ansteigen. Die Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit begünstigt die Entwicklung von Cercospora-Blattflecken, weswegen nach wie vor regelmässige Feldkontrollen unternommen werden sollten. Nur so kann ein Befall frühzeitig erkannt und nötige Schutzmassnahmen vorgenommen werden. 

Typisch für Cercospora sind kleine, zwei bis drei Millimeter grosse, runde Flecken, die von einem rotbräunlichen bis dunkelvioletten Rand umgeben sind. Da nicht jeder helle Fleck mit dunklem Rand auf Cercospora zurückzuführen ist, ist eine differenzierte Diagnose nötig: Cercospora-Flecken werden nicht löchrig und zeigen im Zentrum ein weisses Pilzgeflecht und schwarze Punkte (Sporenträger). Bei noch jungen Infektionen legen Sie die betroffenen Blätter für ein bis zwei Tage zusammen leicht angefeuchtet in einen Plastikbeutel, um die Sporulation zu beschleunigen.

Die Bekämpfungsschwelle für Cercospora liegt bei 1 bis 2 schwach befallenen Pflanzen pro Are oder einem grösseren Befallsherd im Bestand. Ist diese überschritten, empfiehlt sich folgende Behandlungsfolge:

1.            Propulse + Kupfer
2.            Spyrale / Sheriff / Ethosan + Kupfer
3.            Proline / Escape + Kupfer

Für einen optimalen Bekämpfungserfolg muss das wirksamste Produkt immer zuerst eingesetzt werden. In diesem Fall ist das Propulse (Aufwandmenge von 1,2 l/ha), welches über eine Notfallzulassung bis zum 31. Oktober 2026 verfügt. Um die Wirkung der Wirkstoffklassen langfristig abzusichern und einer Resistenzentwicklung entgegenzuwirken, ist der Zusatz eines Kupferpräparats bei jeder Behandlung zwingend empfohlen. Vorsicht: Bei IP-Suisse-Rüben sind keine Fungizide und nur als Blattdünger zugelassene Kupferprodukte bei max. 900 g Reinkupfer pro Hektar zulässig. 

Die Ausbringung sollte frühmorgens oder abends erfolgen. Bei fortlaufendem Befall sollte die Behandlung in einem Intervall von 2-3 Wochen fortgeführt werden.

Eine vollständige Übersicht aller zugelassenen Präparate finden Sie im Mittelheft Seite 27.

Zuckerrüben Krankheiten
Frischer Cercospora-Fleck: Durchmesser ca. 2 mm, dunkler Rand und erste Anzeichen von schwarzen Sporenträgern in der Mitte. Foto: Strickhof

 

Kartoffeln

Kartoffelkäfer

Nachdem viele Erstbehandlungen des Kartoffelkäfers Anfang Juni erfolgreich durchgeführt wurden, treten auf den ersten Feldern nun Larven der zweiten Käfergeneration auf. Eine regelmässige Überwachung der Bestände bleibt daher unerlässlich. Die BKS bleibt unverändert bei 30% der Pflanzen mit Larven. Für eine anstehende Bekämpfung kann das Insektizid Coragen mit einer wiederholten Sonderbewilligung maximal zweimal pro Kultur eingesetzt werden. Dabei ist jedoch die SPe1-Auflage zum Resistenzmanagement zu beachten, nach der das Mittel höchstens alle zwei Jahre auf derselben Parzelle ausgebracht werden darf. Dies erfordert besondere Vorsicht bei einer Fruchtfolge mit Bohnen und Erbsen mit Hülsen. Da hier Coragen eine Notzulassung gegen die Baumwollkapseleule besitzt, wäre ein dortiger Einsatz blockiert, wenn die Kartoffeln als Vorkultur bereits mit diesem Wirkstoff behandelt wurden.

Kartoffeln Schädlinge
Wurden die Kartoffelkäfer bereits Anfang Juni bekämpft, finden sich heute bereits wieder neue Larven auf den Fiederblättern. Foto: Strickhof

 

Blattkrankheiten

Der Wechsel von Hitzeperioden und sporadischen Gewittern prägt das aktuelle Krankheitsrisiko.

Krautfäule: Das witterungsbedingte Infektionsrisiko wird als mittel eingestuft. Weil verbreitete Infektionsherde nach wie vor fehlen, bleibt das tatsächliche Befallsrisiko jedoch tief. Bitte kontrollieren Sie Ihre Felder weiterhin sorgfältig und melden Sie uns allfällige Befunde umgehend.

Alternaria: Durch den Hitzestress der Bestände und den anschliessenden Wetterwechsel bleibt das Infektionsrisiko hoch. Achten Sie beim Erneuern des Fungizidschutzes gegen Krautfäule zwingend auf eine gute Alternaria-Wirkung. Eine Bewertung der einzelnen Produkte finden Sie im Mittelheft Seite 21.

Kartoffeln Krankheiten
Starker Sprühbefall durch Alternaria alternata. Foto: Strickhof

 

PDF: Pflanzenbau News Strickhof vom 1. Juli 2026

www.kurse.strickhof.ch

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