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Pflanzenbau News Strickhof vom 12. August 2026

Aktuelle Themen: Silomais: Vorzeitige Ernte ¦ Kartoffelbau: Erntetermin und Krautvernichtung ¦ Zwischenkulturen: Zwischenfutter anstatt von Gründüngung säen ¦ Raps: Saatzeitpunkt sorgfältig wählen ¦ Trockenheit auf Alpen: Mögliche Unterstützung durch "fondssuisse" ¦ Zuckerrüben: Trockenheit bremst Cercospora; Rübenrüssler mit starken Schäden

Silomais

Vorzeitige Ernte

Die anhaltende Trockenheit führt dazu, dass Maisbestände auf flachgründigen Böden, in Niederschlagsmangelgebieten oder bei späten Saatterminen vorzeitig abdorren. Beim Einsilieren solcher Bestände gilt es, folgende Punkte zwingend zu beachten:

Wird Silomais bei hohen Temperaturen von beispielsweise über 30 °C eingebracht, neigt die Silage bei der späteren Entnahme stark zu Nacherwärmung. Es empfiehlt sich daher, das Häckseln und Befüllen von Hochsilos auf die kühleren Morgenstunden bis etwa zur Mittagszeit zu beschränken. Aufgrund des hohen Anteils an dürrem Blattmaterial sollten die obersten Schichten mit einem geeigneten Silierzusatzstoff vor Nachgärungen geschützt werden. Alternativ bietet der Einsatz einer Wasserpresse – wie früher üblich – einen sehr wirksamen Abschluss und Schutz.

Silomais Ernte 2026
Eine frühzeitige Maisernte ist während den kühlen Morgenstunden einzuplanen. Foto: Strickhof

 

Kartoffelbau

Erntetermin und Krautvernichtung sorgfältig abstimmen

In den Kartoffeln steht jetzt die Probegrabung an. Nur so lassen sich Grösse und Zustand der Knollen zuverlässig beurteilen. Nehmen Sie anschliessend Kontakt mit Ihrem Abnehmer auf, um die Liefertermine für die jeweiligen Sorten abzusprechen. Graben Sie keine Kartoffeln ohne vorherige Vereinbarung. Die Knollen kommen derzeit so warm aus dem Boden, dass sie vor der Einlagerung abgekühlt werden müssen, was einen erheblichen Logistikaufwand bedeutet. Ab nächster Woche könnte sich die Lage mit den prognostizierten kühleren Temperaturen etwas entspannen.

Auch die Krautvernichtung hängt stark vom weiteren Witterungsverlauf ab. Fallen Anfang nächster Woche grössere Niederschlagsmengen von beispielsweise 40 mm, würde dies bei den Kartoffeln einen erneuten Wachstumsschub auslösen. Je nach Sorte steigt dadurch das Risiko für Knollenrisse oder Kindelbildung. In diesem Fall empfiehlt es sich, das Kraut spätestens nach den Niederschlägen zu schlegeln oder chemisch zu vernichten. Das Risiko von Qualitätseinbussen durch Kindel- oder Riss-Bildung ist gross – hier auf einen reinen Grössenzuwachs zu hoffen, wäre falsch gepokert. Eine Erstbewässerung macht zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls keinen Sinn mehr; dafür ist es zu spät.

Kartoffeln Ernte
Die Kartoffelernte muss in enger Absprache mit dem Abnehmer erfolgen. Foto: Strickhof

 

Zwischenkulturen

Zwischenfutter anstelle von Gründüngung säen

Der Futtermangel ist auf vielen Landwirtschaftsbetrieben eine bittere Realität. Um diesen Engpass zumindest teilweise abzufedern, empfehlen wir, anstelle reiner Gründüngungen ein nutzbares Zwischenfutter anzusäen. Damit besteht die Chance, zusätzliche Raufutterreserven in Form eines Schnitts oder als Siloballen zu gewinnen – sei es für den eigenen Betrieb oder zur Unterstützung von Berufskolleginnen und Berufskollegen.

 

Raps

Saatzeitpunkt sorgfältig wählen

Die Rapssaat steht üblicherweise ab Mitte August an – doch dieses Jahr verläuft bisher alles andere als gewohnt. Wann ist also der richtige Zeitpunkt für die Aussaat? Für das kommende Wochenende sind erneute Niederschläge angekündigt. Wir empfehlen dennoch, das Saatgut vorerst im Sack zu lassen. Einmal gesät, liegt der Feldaufgang vollständig im Ermessen der Witterung. Bleibt der Regen aus, droht ein gestaffelter Auflauf. Das verlängert die kritische Phase der empfindlichen Rapskeimlinge gegenüber dem Erdflohfrass erheblich. Das Hauptkriterium die Saat zu verschieben ist der Einsatz des Vorauflauf-Herbizides. Dieses wirkt bei ausgetrocknetem Oberboden schlecht, da für eine optimale Herbizidwirkung ausreichende Bodenfeuchte zwingend erforderlich ist.

Raps Ausfallraps
Der Ausfallraps befindet sich nach vier Wochen noch immer im Keimblattstadium. Eine Saat hätte unter diesen Bedingungen gegen den Rapserdfloh schlechte Karten. Foto: Strickhof

 

Trockenheit auf Alpen

Mögliche Unterstützung durch «fondssuisse»

Mit der vierten Hitzewelle dieses Sommers erreicht die Trockenheit ein Ausmass, das auf vielen Alpen zu akutem Wasser- und Futtermangel führt und Notmassnahmen erforderlich macht. Nach einer Vorbeurteilung durch die Strickhof-Beratung kann fondssuisse (Schweizerischer Elementarschädenfonds) betroffene Sömmerungsbetriebe finanziell unterstützen. Das Geld fliesst in ausserordentliche Massnahmen zur Sicherstellung der Versorgung, insbesondere in Transporte von Trinkwasser, Futtermitteln sowie erforderlichen Einrichtungen wie Wassertanks – wenn nötig auch per Helikopter. Neben solchen Sofortmassnahmen unterstützt der Fonds für Hilfe bei nicht versicherbaren Elementarschäden künftig auch präventive Projekte wie Quellfassungen, Zuleitungen oder Speicherbecken. Als Sömmerungsgebiet gelten dabei Flächen, die örtlich vom Heim- beziehungsweise Talbetrieb getrennt sind, über eine eigene Infrastruktur wie beispielsweise Ställe verfügen, ausschliesslich während der Sommermonate genutzt werden und der Sömmerung von raufutterverzehrenden Nutztieren dienen.

www.fondssuisse.ch

 

Zuckerrüben

Trockenheit bremst Cercospora

Der Sommer 2026 ist nach wie vor von einer extremen Trockenheit geprägt. Vielerorts liegen die Rübenblätter über den Tag auf dem Boden oder sind gar schon gänzlich vertrocknet. Eine Fungizidbehandlung in solchen Rübenparzellen macht momentan keinen Sinn. In den meisten Regionen ist es schlichtweg zu trocken, damit sich die Cercospora-Blattfleckenkrankheit überhaupt entwickeln könnte. Zudem ist die Wirkung des Fungizids auf hängende, liegende oder bereits verdorrte Blätter nicht vorhanden. Aus diesen Gründen können momentan vielerorts die Behandlungsintervalle gestreckt oder bei frühzeitigem Erntezeitpunkt im September auf eine Schlussbehandlungen verzichtet werden.

Rübenrüssler mit starken Schäden

In vielen Parzellen, wo im Mai keine korrekt terminierte Acetamiprid-Behandlung beim Einflug des Rübenrüsslers vorgenommen wurde, ist nun ein hoher Rübenrüsslerschaden zu sehen. Die ersten Bohrlöcher in den Rüben wurden bereits im Juni festgestellt – so früh wie noch nie. Der Grossteil der Rübenrüsslerlarven sind nun aus dem Puppenstadium ausgeschlüpft und haben die Rüben in Form des adulten Käfers wieder verlassen. Diese zweite Generation von Käfern kann nun Frassschäden an den Rübenblättern verursachen. Die grössere Gefahr bilden jedoch die Bohrlöcher in den Rüben. Ähnlich wie beim Befallsbild der Rübenlarvenmotte können die Bohrlöcher von Sekundärparasiten wie Pilzen und Bakterien als Eintrittspforte genutzt werden. Ob die Rüben zu Faulen beginnen, hängt vom Ausmass der Bohrlöcher und vor allem von der Witterung ab. Die Zuckerrübe ist in der Lage die Wunden zu verheilen. Bohrlöcher im Rübenkörper bedeuten nicht zwangsläufig, dass die Rübe verfault.

Rübenrüssler Zuckerrüben
Die nächste Generation Rübenrüssler ist ausgeschlüpft und kann Frassschäden an den Zuckerrübenblättern verursachen. Matthias Lüscher, SFZ

 

PDF: Pflanzenbau News Strickhof vom 12. August 2026

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