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Rapskrebs am Stu00e4ngel. Foto: Strickhof>

Pflanzenbau News Strickhof vom 17. Juni 2026

Aktuelle Themen: Vorernte-Kontrolle: im Getreide; im Raps ¦ Zuckerrüben: Rübenrüssler (Lixus) ¦ Kartoffeln: Krautfäule und Alternaria; Kartoffelkäfer; Blattläuse ¦ Termine & Veranstaltungen

Vorernte Kontrolle

im Getreide

Erste Wintergerste-Felder werden voraussichtlich bereits Ende Woche gedroschen. Der Winterweizen sollte jetzt noch ein paar Wochen die Körner füllen können. Doch bereits sieht man erste helle Stellen, in denen der Weizen notreif wird und ausbleicht, immer auf Kuppen bzw. in kiesigen Stellen, wo der Humus bzw. die Tiefgründigkeit fehlt. Es zeigt sich in vielen Regionen, dass die Wasserreserven im Boden ein grosses Defizit aufweisen. Das bestätigt auch der Blick auf die Karte des Messnetzes Bodenfeuchte des Kantons Zürich. Wir schauen etwas besorgt auf die kommende Hitzephase. 

Noch steht die Vorernte Kontrolle an. Der Gang ums Feld und der Blick ins Feld zeigt auf, ob Problemunkräuter vorhanden sind oder ob die eingesetzten Herbizide gut gewirkt haben oder das Mittel Lücken hatte. 

Breitet sich Windhalm aus, sollte ein Mittel mit Gräserwirkung eingesetzt werden. Aus verschiedenen Gründen ist bei Wintergerste und Triticale, also bei im Herbst bestockenden Getreidearten, ein Herbst-Herbizid zu wählen. Die kombinierten Herbstprodukte, die auch im Vorauflauf eingesetzt werden können, weisen alle eine gute Gräser Wirkung auf. Wenn Sie ein Mittel eingesetzt haben, das eine gute Gräserwirkung hat und nun trotzdem Windhalm, Ackerfuchsschwanz oder Raigras im Getreide durchwächst, sollten sie sich mit der Beratung in Verbindung setzen. Wir können mit Unterstützung der Agroscope eine mögliche Resistenz der Ungräser untersuchen lassen. 

Getreide Vorerntekontrolle Unkraut
Wintergerste mit Windhalm. Foto: Strickhof
Getreide Vorerntekontrolle Unkraut
Winterweizen mit Ackerschachtelhalm Foto: Strickhof

 

Noch ein Hinweis zu den Aufbrauchfristen der Getreide Herbstherbizide. Herold Flex besteht aus drei Wirkstoffen: Diflufenican, Flufenacet und Metribuzin. Metribuzin (Sencor) hat Aufbrauchfrist:1.7.2026. Das Mittel Herold Flex kann nicht mehr eingesetzt werden. 

Herbizide mit dem Wirkstoff Flufenacet dürfen diesen Herbst noch eingesetzt werden. Die Aufbrauchfrist der Herbstherbizide mit Flufenacet und DFF (Bsp. Herold SC) oder Flufenacet + Pendimethalin (Bsp. Malibu) endet am 1.1.2027. 

Bei Problemunkräutern wie Blacken, Winden oder Ackerkratzdisteln kann jetzt chemisch nichts mehr unternommen werden. Diese Problemunkräuter können nach der Ernte mit Glyphosate bekämpft werden. Schachtelhalm ist nur lokal ein Problem. Herbizide wirken aber ungenügend. Hier muss die Staunässe beseitigt werden.

Getreide Vorerntekontrolle Unkraut
Winterweizen mit Ackerwinde. Foto: Strickhof

 

im Raps

Im abreifenden Raps können Blacken oder Disteln fast nicht mehr von Hand abgeschnitten werden, weil man nur unter grossem Aufwand/Schaden zu den Pflanzen kommt. Den Aufwand darf man aber bei vorhandenen Giftpflanzen wie gefleckter Schierling oder Esels-Wolfsmilch nicht scheuen. Befallsstellen mit geflecktem Schierling dürfen nicht geerntet werden! Die Pflanze enthält das Gift Coniin. Kontaminiert dieses die Rapskörner bei der Ernte, entspricht dies nicht dem Lebensmittelgesetz. Dieses schreibt vor, dass das produzierte Lebensmittel die Gesundheit nicht gefährden darf. In der Vergangenheit gab es einzelne Fälle von Raps mit geflecktem Schierling oder mit Wolfsmilch. 

Vorerntekontrolle Raps Unkraut
Gefleckter Schierling im Raps. Foto: Strickhof

 

Der Grünstreifen am Strassenrand ist gemäht. Dies ermöglicht eine freie Sicht auf die Rapsstängel. 

Rapskrebs äussert sich am Rapsstängel etwa auf Höhe der Seitenverästelungen. Ist der Stängel auf dieser Höhe weiss und befinden sich beim Aufbrechen schwarze Sklerotien im Stängel, deutet das auf Rapskrebs hin.

Vorerntekontrolle Raps Krankheiten
Rapskrebs am Stängel. Foto: Strickhof

 

Zuckerrüben

Rübenrüssler (Lixus)

Wie bereits letzte Woche geschrieben, ist die Bekämpfung des Rübenrüsslers ab dieser Woche nicht mehr angezeigt. Der Befall im Kanton Zürich ist auf sehr tiefem Niveau und nicht zu vergleichen mit den starken Befällen im Kanton Bern bzw. der Westschweiz mit über 100 Eiablagen pro Pflanze (!).

 

Kartoffeln

Krautfäule und Alternaria

Bis heute wurden keine weiteren Krautfäule Befälle entdeckt. Das heisse Wetter verhindert eine epidemieartige Verbreitung von Krautfäule. Aber in bewässerten Feldern besteht wegen dem optimalen Klima im Bestand trotzdem eine gewisse Krautfäule Infektionsgefahr. Die Fungizid Intervalle sollten, vor allem aus Sicht der Alternaria Bekämpfung, nicht verlängert werden. Es empfiehlt sich alle 7-10 Tage mit Fungiziden zu arbeiten, die vor allem eine gute Alternaria-Wirkung aufweisen (Mittelheft 2026 Seiten 20-21). 

Kartoffeln Krankheiten
Alternaria Alternata auf unterem Kartoffelblatt. Foto: Strickhof

 

Kartoffelkäfer

Beim Einsatz von Coragen ist die SPe1-Auflage zum Schutz des Grundwassers zu beachten. 
Coragen darf maximal 2-mal je Kultur und nur alle 2 Jahre auf derselben Parzelle angewendet werden. Coragen hat im Gemüsebau eine Notzulassung für 2026 erhalten. In den Kulturen Bohnen mit Hülsen und Erbsen mit Hülsen (Kefen) kann der Baumwollkapselwurm (Helicoverpa armigera) mit Coragen bekämpft werden. Die Auflage ist auf Betrieben relevant, die Bohnen oder Kefen und Kartoffeln anbauen.

Kartoffeln Schädlinge
Kartoffelkäferlarven vor der Behandlung Foto: Strickhof

 

Blattläuse

Der Blattlausdruck im Kartoffelbau ist nach wie vor auf sehr tiefem Niveau. In nur 10% der kontrollierten Bestände wurde die Bekämpfungsschwelle von durchschnittlich zehn Läusen pro Fiederblatt bzw. bei einer Laus pro Einzelblättchen überschritten.

Kartoffeln Schädlinge
Grüngestreifte Kartoffelblattläuse auf Blattunterseite. Foto: Strickhof

 

Termine & Veranstaltungen: www.kurse.strickhof.ch

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