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Die weissen Kronenwurzeln sind fu00fcr den CCC-Einsatz noch unterentwickelt. Bild: Strickhof>

Pflanzenbau News Strickhof vom 11. März 2026

Themen dieser Woche: Winterweizen: Unkrautregulierung; Wachstumsregulierung im Getreide ¦ Raps: Grosser Rapsstängelrüssler; Rapsglanzkäfer; Wachstumsregulierung ¦ Zuckerrüben: Zu frühe Saaten; Saatbettbereitung planen ¦ Termine & Veranstaltungen: Teilflächenspezifische Düngung mit Organischen Düngern

Winterweizen

Unkrautregulierung

Wo im Getreide noch keine Unkrautbekämpfung erfolgte, ist diese vor dem Ende der Bestockung vorzusehen. Angesichts der angekündigten Frosttemperaturen am Wochenende, sollte der Einsatz erfolgt sein oder man wartet mit einem Herbizideinsatz noch zu, bis sich die Wachsschicht der Getreidepflanzen nach der Kältephase wieder erholt hat. Auch unmittelbar nach dem Walzen sollte mit einem Herbizideinsatz zwei bis drei Tage zugewartet werden, bis die Verletzungen verkorkt sind, um phytotoxischen Reaktionen vorzubeugen. Wurde Gülle eingesetzt, decken die «Güllenmädli» das Unkraut ab und das Herbizid würde die Blätter der Unkräuter nicht erreichen, weil es im Güllesubstrat hängen bleibt. Hier sind Niederschläge abzuwarten.

Ist Ackerfuchsschwanz vorhanden, ist zeitnah die Spritzung eines Herbizids mit guter Fuchsschwanz-Wirkung vorzusehen (vgl. Mittelheft, S. 54 ff.). Allenfalls ist die Hinzugabe eines Klebernspezialmittels angezeigt. Auch im Herbst behandelte Bestände müssen jetzt auf Klebern oder mehrjährige Unkräuter kontrolliert werden. Zu beachten: Metribuzin-haltige Herbizide (z. B. Herold Flex oder Artist) haben eine Aufbrauchfrist bis zum 01.07.2026. Auch Biathlon 4D ist bis zur Jahresmitte aufzubrauchen.

Weizen Unkraut
Spezialmittel gegen Klebern im Getreide sind im Mittelheft auf Seite 52 gelistet. Bild: Strickhof
Winterweizen Getreide Unkraut
Blacke mit gut entwickelter Blattrosette – ideal für die chemische Bekämpfung. Bild: Strickhof

 

Wachstumsregulierung im Getreide

Wegen der angesagten Kälte ist auch der Einsatz von Wachstumsreglern zu verschieben. Für den Einsatz des Wirkstoffs CCC ist es in vielen Fällen noch zu früh. Reisst man Weizen mitsamt den Wurzeln aus, kann man kontrollieren, wie lang die obersten, jüngsten Kronenwurzeln sind, die seitlich aus der Erde herauswachsen. Sind diese erst 1–2 cm lang, sind sie noch zu kurz und ein CCC-Einsatz würde diese unerwünschterweise ebenfalls mitverkürzen. Passend ist der CCC-Einsatz im DC 25-30, Ende Bestockung anfangs Schossen, wenn die Kronenwurzeln 3-4 cm lang sind.

Getreide Wachstumsregulierung
Die weissen Kronenwurzeln sind für den CCC-Einsatz noch unterentwickelt. Bild: Strickhof

 

Raps

Grosser Rapsstängelrüssler

In diesem Jahr beobachten wir in fast allen Feldern und Lagen Eiablagen durch den Grossen Rapsstängelrüssler. Es sind uns zahlreiche Parzellen bekannt, in denen auf fast allen Pflanzen mehrere Einstiche mit Eiablagen zu finden sind. Für den Behandlungsentscheid im eigenen Feld bleibt aber das Erheben des parzellenspezifischen Befalls unerlässlich.

Einstiche des Grossen Rapsstängelrüsslers suchen wir am Haupttrieb. Werden hingegen Löcher an den Blattstielen gefunden, so stammen diese vom Gefleckten Kohltriebrüssler, dessen Schadpotenzial deutlich geringer ist. Sehen die Einstichstellen aus wie ein Nadelstich, handelt es sich erst um harmlose Probebohrungen des Stängelrüsslers, die nicht mitgezählt werden. Bei Eiablagen hingegen kann mit etwas Glück und bei guter Sehstärke im Innern des Stängels ein weisses bis grünliches Ei gefunden werden. Zudem ist das Loch mit einem weissen Schleim verschlossen. Finden wir braune Verkorkungen oder sogar Maden in den Rapspflanzen, sind diese auf den Rapserdfloh zurückzuführen und für den aktuellen Entscheid nicht mehr massgebend.

Mit dem Einsetzen des Längenwachstums nimmt das Schadpotenzial des Stängelrüsslers ab, denn der Käfer sticht immer in die oberen, neu gebildeten und daher noch zarten Stängelsegmente ein. Dadurch bleiben bei späten Einstichen grosse Teile der Rapspflanze intakt. Ab einer Stängelhöhe von 5 bis 20 cm liegt die Bekämpfungsschwelle deshalb bei 40 bis 60 % der Pflanzen mit Einstichen. Der Antrag für eine sonderbewilligungspflichtige Behandlung (Pyrethroid) ist erst nach erreichter Bekämpfungs-schwelle (BKS) einzureichen (--> sonderbewilligung.strickhof.ch). Ein Spritzfenster hilft, den Erfolg der Behandlung zu beurteilen und ist im Rahmen der Sonderbewilligung Pflicht.

Einstichstelle des Grossen Rapsstängelrüsslers
Einstichstelle des Rapsstängelrüsslers am Haupttrieb, verschlossen mit weissem Schleim. Foto: Strickhof Fachstelle Pflanzenschutz
Raps grosser Stängelrüssler
Durch etwas „nodere“ mit dem Sackmesser kommt das Ei zum Vorschein. Bild: Strickhof
Spritzfenster im Raps
Zwei Jalon'net markieren das Spritzfenster auf halber Balkenbreite. Foto: Strickhof Fachstelle Pflanzenschutz

 

Rapsglanzkäfer

In vielen Gelbschalen tummeln sich bereits bis zu hundert Rapsglanzkäfer. Diese verursachen aktuell noch keinen Schaden. Der Befall wird oft überschätzt, da die gelb leuchtende Farbe der Lockfalle die Käfer aus der weiteren Umgebung anzieht. Die Kontrollphase und eine allfällige Bekämpfung der Rapsglanzkäfer beginnen erst, sobald bei einer Mehrzahl der Pflanzen die Knospen die obersten Blätter überragen (ab Stadium DC 53).

Wir empfehlen, bei einer aktuellen Bekämpfung des Stängelrüsslers nicht auf den Wirkstoff Etofenprox (Blocker) zu setzen. Einzig dieses Pyrethroid der Gruppe B verfügt über eine Bewilligung gegen Glanzkäfer. Sollten nach einer erfolgten Behandlung der Glanzkäfer mit Spinosad oder Acetamiprid erneut viele Käfer auftreten, stellt Etofenprox eine mögliche Alternative dar. Vor der Blüte eingesetzt, verfügt es zudem über eine Zulassung gegen Schotenschädlinge.

 

Wachstumsregulierung

Sehr üppige Rapsbestände können zum jetzigen Zeitpunkt nochmals eingekürzt werden. Dies fördert die Entwicklung der Seitentriebe, verbessert die Standfestigkeit sowie die Wurzelentwicklung und gleicht unregelmässige Bestände aus. Die meisten Mittel können bis DC 31 eingesetzt werden, Medax als reiner Wachstumsregler auch später (vgl. Mittelheft, Seite 26).

 

Zuckerrüben

Zu frühe Saaten

Aufgrund des schönen und stabilen Wetters der letzten Wochen konnte die Vernichtung der Winterbegrünung und die Grundbodenbearbeitung vielerorts durchgeführt werden. Einige wenige haben bereits die Saat vorgenommen. Eine zu frühe Rübensaat birgt einige Risiken. Momentan sind vermehrt Niederschläge und tiefere Temperaturen angesagt. Je nach Stärke der Niederschläge kann dies zu Verschlämmungen im Saatbeet führen und somit Verzögerungen im Auflaufen der Zuckerrüben verursachen. Zudem neigen früh gesäte Rüben aufgrund der kühlen Temperaturen eher zum Schossen. Da Frühsaaten tendenziell länger im Jugendentwicklungsstadium verharren als später bei wärmeren Bodentemperaturen gesäte Rüben, ist vielmals ein zusätzlicher Herbizidsplit nötig.

Saatbettbereitung planen

Nach den Niederschlägen muss dem Boden wieder etwas Zeit zum Abtrocknen gegeben werden. Bei Mulchsaaten gilt es den Boden nach den Niederschlägen besonders gut zu beurteilen, bevor wieder in die Parzelle gefahren wird. Gegrubberte Parzellen trocknen in der Regel weniger schnell ab als mit dem Pflug bearbeitete Felder. Die Saatbeetbereitung darf vor Zuckerrüben nicht zu tief vorgenommen werden, da das Saatgut ansonsten im Boden «schwebt» und Probleme beim Boden- und Wasserschluss entstehen können. Die Einstellung der Kreiselegge gleicht dabei ein wenig einer Gratwanderung. Die Egge muss flach an der obersten Bodenschicht kratzen. Das Saatbeet sollte jedoch im Endeffekt eben werden.

Zuckerrüben Saatbettbereitung
Nach den Niederschlägen stehen vielerorts die Saatbeetbereitungen an. Bild: Matthias Lüscher, SFZ

 

Termine & Veranstaltungen

26.3.2026: Teilflächenspezifische Düngung mit Organischen Düngern

 

PDF: Pflanzenbau News Strickhof vom 11. März 2026