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Obst-Info Zürich Nr. 12 vom 2. Mai 2026

Themen dieser Info sind: Wetter und Phänologie ¦ Kernobst Pflanzenschutz: Schorf/Sägewespe/Fleckenminiermotte ¦ Feuerbrand ¦ Beeren-Fachabend

Wetter und Phänologie

Der April war ungewöhnlich trocken und in den letzten Tagen gab es teils Frost in der Nacht und beinahe sommerliche Temperaturen am Tag. Ab der kommenden Woche steigt das Niederschlagsrisiko.

Neupflanzung
Blühende Apfelbäume einer Frühjahrspflanzung

Die Obstbäume haben mehrheitlich abgeblüht. Nur die «üblichen Verdächtigen», wie Rubinette, Pinova, aber auch Gravensteiner verfügen noch über eine grössere Anzahl an Blüten an den Bäumen. Auch bei Neupflanzungen von diesem Frühjahr (Bild) sind vielerorts offene oder geschlossene Blüten anzutreffen. Zum Schutz der Bienen ist bei Insektizidbehandlungen in solchen Parzellen/Sortenblöcken das Blühende (BBCH 69) unbedingt abzuwarten.

 

Feuerbrand

Mit den warmen Temperaturen steigt auch das Feuerbrandinfektionsrisiko an. Leider gibt es momentan Probleme mit den Online-Prognosen unter www.feuerbrand.ch, weshalb die Infektionsprognose Maryblyt nicht auf dem aktuellsten Stand ist.

Dank einem von Agroscope zur Verfügung gestellten Onlinetool können die Kantone aber eigene Berechnungen durchführen. Die sehr warmen Temperaturen heute führen dazu, dass das Infektionsrisiko heute und in den kommenden Tagen erhöht ist.

Infektionsprognose Feuerbrand
Infektionsprognose Feuerbrand vom 2. Mai 2026

Gestern (1. Mai) wurden erneut Blütenproben gesammelt und heute in Konstanz analysiert. In 4 von 9 Gemeinden, wo Blütenproben gesammelt wurden, konnten Feuerbrandbakterien nachgewiesen werden. Die Resultate der Blütenproben von gestern zeigen teils erstaunlich hohe Zellzahlen von bis zu 17’000 Bakterien pro Blüte. Mit den Temperaturen von heute wachsen Bakterien rasch weiter.

Wir empfehlen darum allen Betrieben mit Feuerbrandbefall in oder um der Anlage in den vergangen 3 Jahren oder in Regionen mit häufigem Auftreten von Feuerbrand noch heute Sortenblöcke mit noch offenen Blüten mit Mycosin (8kg/ha) zu behandeln.

 

Kernobst Pflanzenschutz

 

Schorf

Die ausbleibenden oder geringen Niederschläge haben eine enorme Anzahl an Schorfsporen heranreifen lassen. Mit den kommenden Niederschlägen dürfte ein Infektionsereignis eintreten, welches sehr aussergewöhnlich ist und in dieser Form nur sehr selten eintritt.

Ein Bild, das Text, Screenshot, Diagramm, Zahl enthält.

KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.

Der hellrote Bereich zeigt die reifen Sporen an. Sobald die Niederschläge einsetzen, beginnt der Sporenausstoss, welcher durch die starke Verkleinerung des hellroten Bereichs und die Säulen angezeigt wird.

Schützen Sie ihre Bäume unbedingt mit einer vorbeugenden Behandlung und führen Sie zusätzlich eine kurative Behandlung nach dem Infektionsereignis durch!

 

Sägewespen

Nach dem Blühende (BBCH69) ist es nun möglich, bei Überschreiten der Schadenschwelle von 20-30 Sägewespen pro Weissfalle eine Behandlung durchzuführen. Auch wenn der Wirkstoff Acetamiprid (Gazelle, Oryx pro, …) im Obstanbau nicht als «Gefährlich für Bienen» eingestuft ist, gilt es die Massnahmen zum Schutz der Bienen zwingend einzuhalten und insbesondere blühende Pflanzen in den Fahrgassen am Vortag zu mulchen und strikt darauf zu achten, dass keine Drift auf blühende Kulturen in Nachbarparzellen gelangt!

 

Fleckenminiermotte

Lepidotrap
Strickhof Lepidotrap zur Überwachung von Schädlingen (Schmetterlinge)

Seit diesem Jahr testen wir eine von der Strickhof Fachstelle Obst neu entwickelte Deltafalle. 

Bei dieser «Lepidotrap» genannten Falle, nutzen wir Kameramodule der für den Ackerbau entwickelten «Magictrap 2» (Firma Bayer) und integrieren diese in unsere neu entwickelten Fallen. Dank täglich übermittelten Fotos der Falle ist es uns nun möglich, den Flugverlauf viel genauer zu überwachen als bisher. «Lepidotraps» nutzen wir seit Mitte April auch zur Überwachung der Fleckenminiermotte. Die untere Grafik zeigt den Flugverlauf.

Der Flug hat am 15 April eingesetzt mit dem bisherigen Flughöhepunkt Ende April. Agroscope schreibt in ihrem Merkblatt «Etwa 4-5 Wochen nach Flugbeginn schlüpfen die Räupchen, die sich direkt ins Blatt einbohren und in einer Mine auf der Blattoberseite fressen.». Gemäss den Empfehlungen aus Versuchen sollte die Behandlung nicht zu spät, nämlich zwischen dem Stadium BBCH 69 und 71 erfolgen.

Wir empfehlen, auf Grundlage unserer Fallenfänge und den Empfehlungen eine allfällig notwendige Behandlung in der kommenden Woche mit Quassia (Quassan) gemäss Notfallzulassung durchzuführen.

 

Beeren Fachabend am Mittwoch, 13. Mai 2026

Zum Start der Beeren-Erntesaison treffen sich die Zürcher Beeren-Produzenten in diesem Jahr in der Region Flaach und Volken mit Besichtigung von zwei Beeren-Feldern von zwei Betrieben.

https://www.zueri-obst.ch/events/beeren-fachabend-in-flaach-volken/