Tomaten-Anbau im Hochsommer
Blütenendfäule bei Tomaten und Paprika
Calcium wird mit dem Saftstrom aufgenommen. Die Pflanze reduziert respektive stoppt aber die Verdunstung bei tiefer Luftfeuchte. Schon ab 60% relativer Feuchte (RF) sinkt die Transpiration. Je höher die Temperatur, desto höher sollte auch die RF liegen. Bei Tomaten mindestens bei 75% am Tag bei Temperaturen über 25°C.
Mögliche Lösungen
IR Schattierungen, die den infraroten Teil des Lichtes rausnehmen, der vor allem Wärme produziert, aber nicht photosynthetisch aktiv ist. Wer eine Nebelanlage oder Oberkopfdüsen hat, sollte mit dieser die Luftfeuchte erhöhen, wenn die Feuchte unter 70%, der Dampfdruckunterschied Blatt/Luft (VPD) über 1.2 oder das Feuchtedefizit der Luft (g Wasser, die bis zur Erreichung von 100% RF der Luft fehlen) über 7.5 g/m3 liegt.
Bei Oberkopfdüsen sollte die Strahlung mindestens 500 Watt betragen. Das ist an schönen Tagen zwischen 10 und 16 Uhr der Fall. Eine Gabe alle 180 Joule (kumulierte Strahlung) entspricht etwa einem Intervall von 30 Minuten am Mittag und einer Stunde an den Randzeiten. Wichtig ist auch die Zeitdauer. Sie ist so einzustellen, dass die Blätter schnell wieder abtrocknen, um keine Pilzprobleme zu bekommen. Wichtig ist es, Wetterumschwünge vorherzusehen und dann früher zu stoppen. Ebenfalls kann es je nach Kalkgehalt im Wasser zu Fruchtflecken kommen.
Gerade bei Gurken und Paprika ist es bei hoher Strahlung nötig, mit einem Schirm zu schattieren. Bei Gurken könnte eine graduelle Einstellung Abhängig des Kulturstadiums Sinn machen. Beispielsweise 30-70% im Bereich 600-800 Watt. Bei Jungen Kulturen lohnt sich ein Schattieren ab 400-500 Watt. Hat man keinen Schirm, kann auch ein Schattiertuch über dem Tunnel helfen. Beim Schirmen sollten die Wattwerte beim Einsatz von Schattierfarben erhöht werden.
Mit einer Nebelanlage hält der Effekt weniger lang an. Sie kann über einen längeren Zeitpunkt und mit kürzerem Intervall laufen. Eine Mögliche Einstellung ist eine Temperatur von mindestens 24 Grad und Feuchtewerte wie oben erwähnt. Wer die erwähnte Technik nicht hat, der kann auch den Mittelpfad mit Wasser benetzen und die Ventilatoren zur Feuchteverteilung laufen lassen. Häufig genügen dafür abhängig der Gewächshaushöhe schon 150-180 Liter pro Hektare.
Durch die Feuchtekontrolle sinkt auch die Temperatur (adiabatische Kühlung). Das hilft, die Assimilatsbalance im Gleichgewicht zu halten, denn beispielsweise hat die Tomate eine optimale Tagesmitteltemperatur von ca. 21 Grad momentan.
Wenn die Tagesmitteltemperatur langfristig hoch bleibt, so sollte jetzt schon an Fruchtreduktion gedacht werden, damit die Pflanze nicht zu schwach wird. Passiert das, gibt es nicht nur einen dünnen Kopf, sondern auch schwache Wurzeln.
Diese sind aber für die Calciumaufnahme wichtig. Wer ein Folientunnel ohne CO2 Dosierung hat, kann momentan einen Minimumspalt von 20% einstellen. Das reduziert den Pilzdruck und verhindert ein Absinken des CO2 auf zu tiefe Werte. Dieser Minimumspalt ist erst aufzuheben, wenn die Nachttemperaturen im ungeheizten Tunnel unter 12-14 Grad fallen.