Rindvieh Aktuell 04/2026
Aktuelle Lage Fütterung
Viele Alpen wurden bereits früher als sonst geräumt. Auch musste bereits auf das Winterfutter zurückgegriffen werden. Nach anhaltender Trockenheit und dem Hagelgeschehen, von letzter Woche sind viele Herbstkulturen stark geschädigt, oder gar Futterlager betroffen. Studien zeigen, dass Hagel die Mykotoxin-Belastung im Futter erhöhen kann.
Ein Überblick der Unterstützungsmassnahmen (nicht abschliessend):
- Seit 1.8. sind Zölle für Heu- und Grassilageimporte angepasst
- Betroffene können vom 15.8. bis 31.10. Importerleichterung für Futtermais erhalten (Zolltarifnr. 2308.0050, CHF 0.-/100 kg brutto TS max 60%, Link
- Die Pflichtlager für Proteinfuttermittel sind seit 31.8. für den Bezug bewilligt
- Sonderbewilligungen für Biobetriebe möglich: mit 20% konventionellem Futter zufüttern. Auch ist die Beweidung auf konventionellen Flächen möglich (Dokumentationspflicht im Auslaufjournal). Zudem kann mit 50% EU Bio-Heu gefüttert werden à fragen Sie auch Ihren Bio-Berater
- Da die Trockenheit als «höhere Gewalt» gilt, werden Regelungen für Programme fortlaufend angepasst. Hier geht es zur Übersicht
- Ertragsausfälle versichern lassen. Seit 2025 werden die Prämienverbilligung durch den Bund unterstützt. Bei Risiken Trockenheit und Frost übernimmt der Staat bis zu 30% der Prämienkosten: Link
Angemeldete Versicherer: Schweizer Hagel und Mobiliar - Der ZBV hat seinen Betriebshilfefonds aufgrund der schweren Hagelschäden und der Trockenheit erweitert: Gesuch einreichenà Fonds für Trockenheit- und Hagelschäden
- Die Bucher-Grossweiler-Stiftung unterstützt bei Härtefällen(2 Mio CHF) à weitere Infos und Antragsformular
- Bei Unterstützung von Futterplänen und der Suche nach Futteralternativen steht Ihnen das Team Tierhaltung und Milchwirtschaft, sowie der Futterbau am Strickhof beratend zur Seite. Die Beratung ist kostenlos.
Shamonda-Virus im Rinderbestand
Wichtig!: Kosten für Analysen werden vom BLV übernommen, mehr Details weiter unten.
Durch die anfängliche Hitzeperiode, ist ein Krankheitsbild zunächst dem Hitzestress zugeordnet worden. Da die Fieber- und Durchfallsymptomatik, sowie Milchleistungseinbussen von bis zu 27% massiv waren, wurde dann aber von einem Erreger ausgegangen und die Diagnostik wurde intensiviert.
Der Rindergesundheitsdienst (RGS) und das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) haben in den letzten Wochen intensiv zusammengearbeitet. Am 31.7. wurde das Shamonda-like Virus bei Rindern mit Symptomen festgestellt. Nur wenige Tage später, am 6.8. wurde das Virus bei Aborten von Rindern durch das IVI diagnostiziert (mehr Details hier) und man vermutete schnell Gnitzen (Culicoides) als Überträger. Neuweltkameliden wie Alpakas, Kleinwiederkäuer und Pferde, welche auffällige Symptome zeigen, werden ebenfalls untersucht. Aufgrund dessen konnte am 25.8. aus Hirngewebe von Pferden, ebenfalls der Nachweis erbracht werden. Aktuell erfolgt dieser Nachweis nur bei vorheriger Westnil-Virusanalyse und eine Differentialdiagnostik wird immer empfohlen, um andere Krankheiten auszuschliessen.
Eine zweite Virusvariante wurde nachgewiesen (Link): Die erste Variante trat seit Juli vor allem in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich auf. Ein weiterer Virusverwandter wurde nun in Rinderproben aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Thüringen identifiziert. Dieses Virus gehört ebenso zur Spezies Orthobunyavirus Schmallenbergense und ist mit dem ursprünglich in Afrika und Japan beschriebenen Shamonda-Virus verwandt. Zur einfacheren Unterscheidung werden sie nun als Shamonda-Virus Europe 1 (SHAV-EU1) für die erste Variante und Shamonda-Virus Europa 2 (SHAV-EU2) für die zweite Variante bezeichnet.
Das FLI geht nun davon aus, dass diese drei Orthobunyaviren der Simbu-Serogruppe in Deutschland zirkulieren. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass diese Viren gegenseitig Erbgutsegmente austauschen und sich entsprechend verändern können.
Wenn Sie auf Ihrem Betrieb eine erhöhte Anzahl an Aborten und missgebildete Kälber vorfinden, melden Sie dies dem Bestandestierarzt oder dem RGS bzw. BGK. Gern hilft Ihnen auch das Team Tierhaltung Milchwirtschaft weiter.
Kostenlose Probenanalyse bei ausgefülltem Fragebogen: Hier geht es zum Fragebogen: Fieberhafter Durchfall bei Rindern und Fieberhafter Durchfall bei Schafen, Ziegen, Neuweltkameliden
Untersuchungsantrag Diagnostik IVI
Aktuelle Termine und Kurse
- Abgesagt: Regionaltagung TG, SH und ZH Mutterkuh Schweiz, 5.9.26
- ImArbeitskreis Milchproduktion treffen sich Milchviehhaltende, um gemeinsam aktuelle Themen zu diskutieren und Erfahrungen zu teilen
1. Treffen am 30. Oktober 2026 - SKN Schmerzausschaltung, 8.10.26 → hier geht’s zur Anmeldung
- Einführungskurs Biolandbau Wiederkäuer → hier geht’s zur Anmeldung
- Online Fachabend Kleinwiederkäuer in Vorbereitung: 27.10.26