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Pflanzenbau News Strickhof vom 19. August 2026

Aus Braun wird wieder Grün: Erste Niederschläge machen Hoffnung auf einen wüchsigen Herbst. Wenn Feuchtigkeit auf warme Böden mit hohen Stickstoffreserven trifft, nehmen die Herbstsaaten Fahrt auf. Bei früher Maisernte die Nachbaueinschränkungen beachten. Für das kommende Jahr werden die Fruchtfolgeeinschränkungen aufgrund des Maiswurzelbohrers gänzlich ausgesetzt.

Mais

Maiswurzelbohrer

Infolge der extremen Sommertrockenheit und der daraus resultierenden Futterknappheit lockert der Kanton Zürich gemeinsam mit weiteren Kantonen die Vorgaben zum Maiswurzelbohrer für das Jahr 2027. Zur Kompensation des Futterdefizits werden im Jahr 2027 sämtliche Fruchtfolgeeinschränkungen beim Maiswurzelbohrer aufgehoben: Es darf somit auch auf Parzellen erneut Mais angebaut werden, auf denen bereits im Jahr 2026 Mais stand. Es gelten weiterhin die üblichen Fruchtfolgeregelungen gemäss ÖLN. Diese einmalige Sofortmassnahme bietet den Betrieben Planungssicherheit und unterstützt die Wiederaufstockung der Futterreserven.

Hier finden Sie eine Übersicht zu den übrigen Massnahmen der Abteilung Landwirtschaft, Direktzahlungen, im Zuge der anhaltenden Trockenheit: www.zh.ch (Abteilung Direktzahlungen)

Maiswurzelbohrer
Die adulten Maiswurzelbohrer ernähren sich hauptsächlich von Pollen.Foto: Strickhof

 

Raps

Saat

Bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts für die Rapssaat muss die vorherige Unkrautbekämpfung in Betracht gezogen werden: Wurde eine Glyphosat-Anwendung mit einem Wuchsstoff-Mischpartner wie 2,4-D (Kyleo) oder Dicamba (beispielsweise Banvel 4S) durchgeführt, muss zwingend eine Wartefrist von 5 Wochen bis zur Saat eingehalten werden. Insbesondere Dicamba weist eine stark keimhemmende Wirkung auf Raps auf, weshalb eine Unterschreitung dieser Frist zu erheblichen Ausfällen beim Auflaufen führen kann. Wegen der teils trockenen Bedingungen in den Vormonaten ist diese Karenzzeit strikt einzuhalten, da der mikrobielle Wirkstoffabbau im Boden gehemmt war.

Die Einschätzung des Erdflohdrucks bleibt derweil schwierig. Sofern das in dieser Saison bestellte Rapssaatgut mit der per Notfallbewilligung zugelassenen insektiziden Beizung Buteo Start (Flupyradifuron) ausgestattet ist, sollten die jungen Pflanzen in der kritischen Auflaufphase wirksam vor einem ersten Befall geschützt sein.

Raps Saatgut
Beim Hantieren mit gebeiztem Saatgut sind Handschuhe zu tragen. Foto: Strickhof

 

Stoppelbearbeitung

nach Raps

Bereits am Tag nach den ersten Regenfällen zeigten sich auf vielen Parzellen grüne Streifen oder Nester mit gekeimtem Ausfallraps. Dieser ist sprichwörtlich über Nacht aufgelaufen. Ein leichtes, oberflächliches «Rühren» (flaches Grubbern oder Eggen) vernichtet den bereits aufgelaufenen Raps und regt auch jene Körner zur Keimung an, die zuvor noch im Strohband lagen.

Stoppelbearbeitung nach Raps
Mit einer flachen Bodenbearbeitung werden die verbleibenden Rapskörner zum Keimen angeregt. Foto: Strickhof

 

nach Mais

Aufgrund der verfrühten Ernte bzw. der verkürzten Abbauzeit der eingesetzten Herbizide sowie der fehlenden Feuchtigkeit müssen die Nachbaueinschränkungen in Abhängigkeit von den eingesetzten Herbiziden und der gewählten Folgekultur genau beachtet werden. Die entsprechenden detaillierten Angaben finden Sie im Mittelheft ab Seite 81.

Je nach Saatzeitpunkt und Lage stand dem Mais nur 100 bis 150 mm Niederschlag zur Verfügung. Weil der Oberboden über längere Zeit stark austrocknete, geriet der mikrobielle Abbau der Bodenherbizide massiv ins Stocken. Insbesondere bei spät gesätem Mais können deshalb noch kleine, aber schädigende Konzentrationen von Bodenherbiziden vorhanden sein. Dies birgt, je nach eingesetztem Herbizid, für das Zwischenfutter ein erhöhtes Risiko für Phytotoxizitätsschäden oder ungleichmässiges Auflaufen. Bei den einzelnen Herbiziden fehlen oft spezifische Daten zum Abbau mit verkürzter Vegetationszeit und unter trockenen, heissen Bedingungen. 

Nachfolgend unsere Einschätzung zum Nachbau: Unproblematisch ist der Anbau von Zwischenfutter nach dem Einsatz von Kontaktherbiziden wie Pyridate (Lentagran) oder Tembotrione (Laudis, Barst). Zwischenfutter ist auch nach dem Einsatz von Arrat möglich. Bei Bodenherbiziden können wir ein gewisses Nachwirken wegen verzögertem Abbau nicht ausschliessen. Als effektivste Lösung empfehlen wir den Einsatz des Pfluges vor der Ansaat eines Zwischenfutters. Er durchmischt die Bodenschichten, transportiert die verbleibenden Herbizidrückstände von der Bodenoberfläche nach unten und verdünnt die Konzentration des Herbizids massiv. 

Weil diesen Herbst viel Futter produziert werden soll, empfehlen wir eine Mischung mit Sommerweizen, da Sommergerste oder Sommerhafer weniger tolerant gegenüber verbleibenden Herbizidresten sind. Grünschnittroggen produziert im Herbst nur Blätter, da er nicht schosst und somit eher weniger Masse als Sommerweizen produziert.

Maisernte
Bei einer frühen Maisernte sind allfällige Nachbau-Einschränkungen der angewendeten Herbizide zu beachten. Foto: Strickhof

 

PDF: Pflanzenbau News Strickhof vom 19. August 2026

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