Kartoffeln Versuchsbericht 2025
Ausgangslage
Der Strickhof hat 2025 in einem Versuch neue, vielversprechende Kartoffelsorten getestet und ihre Anbaueigenschaften und Qualitätsmerkmale mit bewährten Sorten verglichen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei robusten Sorten (Krautfäuleresistenz, Trockenheitstoleranz etc.). Ausserdem wurde mit einer Klebfalle das Vorhandensein von Schilfglasflügelzikaden überwacht. Diese Insekten verbreiten die bei Zuckerrüben als SBR (Syndrome Basse Richesses) bekannte Krankheit, welche durch das Bakterium Arsenophonus phytopathogenicus verursacht wird. Bei Kartoffeln löst ein Befall zunehmend ungenügende Backtests mit Verbräunungen der Gefässbündel aus.
Der Sortenversuch konnte am 9. April 2025 bei sehr guten Wetter- und Bodenbedingungen gepflanzt werden. Die Regenfälle anfangs Mai brachten dann rechtzeitig die zum Auflaufen benötigte Feuchtigkeit. Der über weite Strecken heisse und trockene Juni setzte den Kartoffelpflanzen, insbesondere in der nicht bewässerbaren Versuchsparzelle, stark zu. Genügend Niederschläge ab Juli trugen dann zur Entspannung der Situation bei und führten in der ganzen Schweiz zu ausserordentlich hohen Kartoffelerträgen bei.
Im Sortenversuch wurde am 15. August 2025 das Kraut chemisch vernichtet und rund vier Wochen später, am 18. September 2025, geerntet.
Einordnen der Resultate
Der Sortenvergleich wurde ohne Wiederholungen angelegt. So können Bodenunterschiede oder z. B. auch eine punktuelle Problemverunkrautung innerhalb der Versuchsparzelle zu nicht repräsentativen oder nicht offensichtlich nachvollziehbaren Resultaten führen. Die Pflanzgutposten sind bei den Versuchssorten zudem physiologisch, phytosanitär und von der Kalibrierung her unterschiedlich.
"Ein Jahr ist kein Jahr" ist ein wichtiger Grundsatz im Versuchswesen. Sortenversuchsresultate sollten immer über mehrere Jahre und Standorte hinweg begutachtet werden. Abgleiche mit weiteren Daten zu einer Sorte aus Vorversuchen von Agroscope, aus den Hauptversuchen von Swisspatat, aus Züchterangaben, aus ausländischen Versuchsdaten und der Austausch mit Praktikern, welche Erfahrungen mit Sorten haben, sind deshalb wichtig.
Vorgehen bei den Sortenvergleichen
Im Anbauversuch wurden Sorten aus den Bereichen festkochende und mehligkochende Speisesorten sowie Sorten für die industrielle Verarbeitung zu Chips und Pommes Frites im gleichen Feld geprüft. Zur besseren Übersichtlichkeit werden die Resultate der einzelnen Kategorien im Folgenden einzeln aufgeführt und kommentiert.
Der Sortenvergleich wurde in Form von Kleinparzellen à vier Reihen Breite und sieben Meter Länge ohne Wiederholungen angelegt. Für die Auswertung wurden jeweils die zwei mittleren Reihen geerntet.
Ergebnisse der Sortenversuche
Resultate festkochende Speisekartoffeln (A – B und B – A)
Mit Alix und Annalisa wurden in Niederwil zwei von den Züchtern als robust angepriesene Sorten aus dem Swisspatat-Hauptversuch 2024/2025 zusammen mit der Referenzsorte Ditta angebaut.
Für eine noch bessere Einordnung der neuen Sorten wurden ausserdem sieben zusätzliche Sorten, welche sich auf der Hauptsortenliste 2025 befinden, mitangebaut.
Der Fokus lag bei der Sortenauswahl auf den Eigenschaften Krautfäuleresistenz, Trockenheitsverträglichkeit, Ertrag, Uniformität und optische Schalenqualität.
Den höchsten Ertrag an marktfähiger Ware erreichte dabei die Sorte Simonetta. Sie lag damit deutlich vor der altbekannten Sorte Ditta. Dahinter lagen die Sorten Sunshine und Lucera. Ausserdem gehörte sie 2025 zu den Sorten, bei denen das Kraut frühzeitig abgestorben ist.
Da viele Sorten am Standort Niederwil im Juni stark unter der Hitze und Trockenheit gelitten haben, konnten auch deutliche Sortenunterschiede bezüglich Trockenheits- resp. Hitzeverträglichkeit beobachtet werden. Dies dürfte mit ein Grund für das gute Abschneiden von Ditta und Simonetta gewesen sein.
Dass Emanuelle beim Ertrag an marktfähiger Ware deutlich hinter den Spitzenreitern lag, hatte vor allem mit dem Kaliber zu tun. So gab es bei dieser Sorte ausserordentlich viele übergrosse Knollen. Der gewachsene Gesamtertrag lässt sich aber durchaus sehen.
Bei den Testsorten schnitt vor allem Annalisa deutlich unter den Erwartungen ab. Sie gehörte zu denjenigen Sorten, die stark unter der Trockenheit im Juli gelitten haben und die gewünschten Kaliber deshalb nicht erreichen konnten.
Die ober gestrichelte Line entspricht dem Bruttoertrag respektive die unter gestrichelte Linie dem Ertrag an marktfähiger Ware der Referenzsorte SHC 1010.
Grafik 1: Erträge der getesteten, festkochenden Speisekartoffel-Sorten am Standort Niederwil (Andenfingen) 2025.
Etwas vielversprechender schnitt die Sorte Alix ab. Dennoch blieb diese Sorte deutlich unter den Erträgen des Vorjahres und vermochte mit den meisten anderen Sorten nicht mitzuhalten. Alix bildete in diesem Jahr ein eher schwaches Laubvolumen aus, ähnlich wie die Sorte Erika, und konnte vielleicht deshalb der Junihitze nicht viel entgegenhalten.
Bei Alix und Erika setzte wegen der Hitze bereits im Juni die Abreife ein, und sie konnten nicht mehr von den Niederschlägen im Juli profitieren. Stark unter der Hitze gelitten hat in Niederwil auch die Sorte Venezia. Dies dürfte auch bei ihr der Grund für ihr schwaches Abschneiden sein.
Die frühe Sorte Twinner wies trotz ihrer frühen Reife nur sehr wenig übergrosse Knollen auf. Dies lag vor allem daran, dass sie stark unter der Junihitze litt, nachdem sie schon zuvor erste Abreifeanzeichen zeigte und so ihre sortentypisch spärlich gebildeten Knollen nicht mehr zum gewünschten Kaliber heranwuchsen.
„Bio“ Festkochende bis mehlig kochende Speisekartoffeln (A – B bis B-C)
Die ober gestrichelte Line entspricht dem Bruttoertrag respektive die unter gestrichelte Linie dem Ertrag an marktfähiger Ware der Referenzsorte SHC 1010.
Grafik 2: Erträge der getesteten, mehlig- und festkochenden Speisekartoffel-Sorten am Standort Niederwil (Andenfingen) 2025.
Die Sorten mit den blau eingefärbten Säulen gelten als robust und werden auch in der Bio-Sortenprüfung 2025 und 2026 untersucht. Die Vergleichssorte in den Versuchen des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau, kurz FiBL, ist die mehligkochende Sorte Otolia (B). Diese mehligkochende Sorte befindet sich seit 2020 auf der Hauptsortenliste (HS) der Schweizer Sortenliste für Kartoffeln. Als weitere mehligkochende Vergleichssorten wurden die Sorte Sound (B–C) und die Sorte Oscar (C–B, neu auf der Nebensortenliste 2026) angebaut.
Da noch nicht bei allen getesteten Sorten mit Sicherheit gesagt werden kann, ob sie fest- oder doch eher mehligkochend sind, wurden die Resultate der Testsorten zusätzlich mit denjenigen der festkochenden Sorten Emanuelle (B–A), Erika (A–B), Simonetta (B–A) sowie mit den mehligkochenden Sorten Otolia (B) und Sound (B–C) verglichen.
Den höchsten Ertrag an marktfähiger Ware erreichte in diesem Vergleich die krautfäuleresistente Sorte Sound, welche sich seit 2024 auf der Hauptsortenliste befindet. Neben dem hohen Gesamtertrag überzeugte sie insbesondere auch durch den geringen Anteil an Über- respektive Untergrössen und Knollenmängeln. In Zukunft wird sich zeigen, wie hoch die Akzeptanz der sortentypischen, eher platten Knollen am Markt sein wird. Ihr Geschmack und ihre feine Konsistenz überzeugen in für mehligkochende Sorten typischen Gerichten.
Nicht ganz mithalten konnten hingegen die beiden anderen mehligkochenden Sorten Otolia und Oscar. Die Testsorte Taormina hingegen erreichte im Versuch in Niederwil den höchsten Gesamtertrag in diesem Vergleich. Mit den kräftigen, gesunden Stauden bestätigte sie die Informationen des Züchters, welcher sie als Sorte mit guter Trockenheits- und Hitzetoleranz beschreibt.
Bei Azilis und Brianna zeigt sich eine der Schwierigkeiten von Sortenversuchen: Wenn Sorten früher reif sind als die anderen, dann produzieren sie einen grösseren Anteil an übergrossen Knollen. Beim Ertrag an marktfähiger Ware sind die beiden Sorten nicht bei den besten mit dabei. Das Niveau des Gesamtertrages lässt allerdings ein höheres Potential für marktfähige Ware für die beiden Sorten erahnen.
Bei den festkochenden Sorten vermochte nur Simonetta, mit den besten mehligkochenden Sorten mitzuhalten.
Resultate Sorten für die industrielle Verarbeitung zu Pommes Frites
Bei den Hauptversuchen von Swisspatat unterschied man zwei Serien von Frites-Sorten: zum einen die Serie mit den frühreifen Frites (Alegria, Amora und Francis) und zum anderen die Low-Input-(Fungizid-)Sorten (Alanis, Ikarus und Linus). In beiden Serien stand Agria als Referenzsorte. Im Strickhof-Versuch in Niederwil wurden beide Serien zusammen mit drei weiteren, bewährten Frites-Sorten (Innovator, Fontane und Lady Jane) angebaut.
Die Referenzsorte Agria erreichte den zweithöchsten Ertrag an marktfähiger Ware, knapp hinter der bewährten Sorte Fontane. Fontane überzeugte einmal mehr mit einem hohen Ertrag und mit 16,4 % einem gewohnt hohen Stärkegehalt. Dabei handelt es sich im Verhältnis zu den Gehalten aus dem Vorjahr um eher bescheidene Werte. Diese Beobachtung deckt sich mit den klar tieferen Stärkegehalten aus der Praxis.
Die Erträge der 2025 auf die Hauptsortenliste aufgenommenen Sorte Lady Jane fielen tiefer aus als bei Fontane und Agria. Lady Jane gilt als trockenheitstolerant und besitzt eine sehr geringe respektive geringe Anfälligkeit gegen Kraut- und Knollenfäule. Ob sich die in Agroscope-Versuchen gezeigte Schwäche bezüglich Arsenophonus phytopathogenicus bestätigt, bleibt abzuwarten.
Low-Input Frites
Alanis enttäuschte am Versuchsstandort Niederwil nicht nur im Ertrag, sondern auch mit einem sehr knappen Stärkegehalt von nur 13,7 % und mit einem ungenügenden Backtest. Ausserdem lieferte sie sehr viele faule Knollen (Achtung: bereits im Pflanzgut vorhanden).
Ikarus erreichte etwas höhere Erträge. Die grosse Knollenzahl führte dazu, dass viele Knollen das gewünschte Kaliber nicht erreichten. Die Hitze und Trockenheit haben die Ikarus-Stauden sehr gut überstanden. Mit grösseren Pflanzabständen wären die Erfolgsaussichten wahrscheinlich wesentlich besser. Im Rahmen der Hauptversuche bei Swisspatat hat sich allerdings gezeigt, dass Ikarus, entgegen den Angaben des Züchters, sehr anfällig auf Kraut- und Knollenfäule ist.
Die Sorte Linus war die Prüfsorte, welche den höchsten Ertrag und mit 15,7 % einen zufriedenstellenden Stärkegehalt lieferte. Die schönen, ausgeglichenen Knollen sprechen für ein gutes Potenzial der Sorte.
Nach zwei Jahren im Hauptversuch von Swisspatat wurde keine Sorte aus der Low-Input-Serie auf die Sortenliste aufgenommen.
Die ober gestrichelte Line entspricht dem Bruttoertrag respektive die unter gestrichelte Linie dem Ertrag an marktfähiger Ware der Referenzsorte SHC 1010.
Grafik 3: Erträge und Stärkegehalte der getesteten, Frites-Sorten am Standort Niederwil (Andenfingen) 2025.
Frühe Frites Sorten
Der Sortenvergleich wurde ohne Wiederholungen angelegt. So können Bodenunterschiede oder z. B. auch eine punktuelle Problemverunkrautung innerhalb der Versuchsparzelle zu nicht repräsentativen oder nicht offensichtlich nachvollziehbaren Resultaten führen. Die Pflanzgutposten sind bei den Versuchssorten zudem physiologisch, phytosanitär und von der Kalibrierung her unterschiedlich. "Ein Jahr ist kein Jahr" ist ein wichtiger Grundsatz im Versuchswesen. Sortenversuchsresultate sollten immer über mehrere Jahre und Standorte hinweg begutachtet werden. Abgleiche mit weiteren Daten zu einer Sorte aus Vorversuchen von Agroscope, aus den Hauptversuchen von Swisspatat, aus Züchterangaben, aus ausländischen Versuchsdaten und der Austausch mit Praktikern, welche Erfahrungen mit Sorten haben, sind deshalb wichtig.
Das Ziel der Prüfung von frühen Frites-Sorten ist es, Sorten zu finden, welche früh Knollen in der richtigen Grösse und mit einem guten Stärkegehalt liefern.
Die Testsorte Alegria wurde nach zwei Jahren im Hauptversuch nicht auf die Sortenliste aufgenommen. Einer der Gründe dafür ist ihr eher tiefer Stärkegehalt. Das zeigte sie auch im Versuch in Niederwil. Mit 13,5 % erreichte sie den tiefsten Stärkegehalt aller getesteten Fritessorten, obwohl sie gleich lange im Feld stand wie alle anderen Sorten.
Bei den frühen Sorten erreicht Francis den höchsten Ertrag dieser Serie. Ausserdem enthielt das Erntemuster einige Untergrössen. Bei besseren Bedingungen dürfte ihr Ertragspotential deshalb noch einiges höher sein. Dies zeigte sich in den Swisspatat**-Versuchen** 2024 über fünf Standorte. Dort erzielte Francis sogar höhere Erträge als die Referenzsorte Agria, und dies bei einem Stärkegehalt von 20,2 %. Francis wurde unter anderem deshalb auf die Hauptsortenliste 2026 aufgenommen.
Die zweite Neuheit auf der Hauptsortenliste 2026 im Bereich Frites ist die Sorte Amora, welche ebenfalls im Strickhof-Versuch stand. Ihr hohes Ertragspotential aus den Hauptversuchen von Swisspatat konnte sie in Niederwil nicht unter Beweis stellen. Der Stärkegehalt war mit 16 % ansprechend und unterstrich den hohen Gehalt von 20,2 % in den Hauptversuchen 2024.
Eine detaillierte Beschreibung der Eigenschaften der neu auf die Sortenliste aufgenommenen Sorten finden Sie auf der Liste der empfohlenen Kartoffelsorten für die Ernte 2026.
Resultate Sorten für die industrielle Verarbeitung zu Chips
Die ober gestrichelte Line entspricht dem Bruttoertrag respektive die unter gestrichelte Linie dem Ertrag an marktfähiger Ware der Referenzsorte SHC 1010.
Grafik 4: Erträge und Stärkegehalte der getesteten, Chips-Sorten am Standort Niederwil (Andenfingen) 2025.
Im Bereich Chips wurde 2025 mit einer neuen Haupt-Versuchsserie gestartet. Die Resultate der neuen Prüfsorten im Sortenversuch in Niederwil dürfen sich sehen lassen. So erreichten sowohl Astra als auch Napoleon und Punchy deutlich höhere Erträge als bewährte Sorten wie SHC 1010, Lady Rosetta und die robuste Sorte Beyonce.
Dabei ist aber zu bemerken, dass insbesondere die Sorten SHC 1010, Lady Rosetta und Beyonce deutlich unter den Erwartungen abschlossen. Ihnen behagte der Versuchsstandort mit den klimatischen Bedingungen 2025 offenbar weniger gut als den Prüfsorten.
Napoleon erreichte die höchsten Erträge an marktfähigen Knollen und einen ansehnlichen Stärkegehalt von 18,1 %. Dass sie nur Unter- und keine Übergrössen aufwies, zeigt, dass noch Potential für einen höheren Ertrag vorhanden war. Laut ersten Erfahrungen aus der Praxis zeichnet sich Napoleon durch ausgeglichene Kaliber, hohe Stärkegehalte und ausgezeichnete Backeigenschaften aus. Ausserdem weist sie zusätzlich eine gute Lagerfähigkeit auf.
Eine weitere Prüfsorte Punchy erreichte einen höheren Gesamtertrag als Napoleon. Wegen zum Teil tiefer Schorfrisse von rund 8 % des Gesamtertrags lag sie beim Ertrag an marktfähiger Ware hinter Napoleon. Dass es sich bei Punchy um eine früher reife Chips-Sorte handelt, sieht man am hohen Anteil an Übergrössen. Früher geerntet würde Punchy vielleicht noch besser abschneiden. Sie scheint vor allem für die Direktverarbeitung oder dann nach einer Lagerdauer von mindestens einem Monat geeignet zu sein.
Den drittgrössten Ertrag an marktfähiger Ware erreichte die Prüfsorte Astra.
Hohe Erträge, gute Qualität und Preise unterhalb des mittleren Preisbandes
Die guten klimatischen Bedingungen führten zu einer weit überdurchschnittlichen Kartoffelernte 2025. Sowohl die Mengen als auch die äussere Qualität der Knollen waren dabei sehr erfreulich.
Tortz zeitweiser massiver Engpässe bei den Paloxen und überlasteter Annahmestellen konnte der grösste Teil der Ernte erfolgreich eingelagert werden. Die überschüssigen Mengen konnten zum grössten Teil als Tierfutter weiterverwendet werden.
Da die Nachfrage stabil ist und die Erträge hoch waren, lagen die Produzentenrichtpreise unter Druck.
Dank guter Anbaubedingungen fällt die Kartoffelernte 2025 erfreulich aus. Sowohl die Erträge als auch die äussere Qualität der Knollen liegen über dem Durchschnitt der Vorjahre. Die hohen Mengen und die stabile Nachfrage nach Speisekartoffeln wirkten sich jedoch auf die Produzentenrichtpreise aus. Diese lagen schlussendlich unter dem mittleren Preisband. Bei den festkochenden Sorten betrug der Preis CHF 52.95 / 100 kg, bei den mehligkochenden Sorten lag er bei CHF 48.65 / 100 kg. Die gegenüber dem Vorjahr deutlich tieferen Produzentenpreise konnten allerdings durch die in den meisten Fällen höheren Erträge wettgemacht werden. Die hohen Anbaukosten und die Anbaurisiken bleiben für die Betriebe allerdings eine Herausforderung.
Ausblick Markt 2026
Bereits am 5. Dezember 2025 einigten sich Vertreter aus Produktion, Handel und Industrie über die mittleren Preisbänder und die Fixpreise für die Ernte 2026. sowohl für konventionelle wie auch für Bio-Kartoffeln. Dies gibt den Kartoffelproduzenten eine gewisse Planungssicherheit für das kommende Kartoffeljahr.
Für festkochende Speisekartoffeln gilt demnach ein mittleres Preisband (MPB) von CHF 54.00/dt, für mehligkochende Speisekartoffeln beträgt das MPB CHF 49.70/dt. Für Bio-Speisekartoffeln liegt das MPB bei CHF 98.00/dt. Das Preisband bleibt ebenfalls unverändert bei +/- CHF 6.00. Für die wichtigste Frites Sorte Agria gilt ein Fixpreis von CHF 51.45/dt, für die Chips-Sorte SH C 1010 beträgt der Fixpreis CHF 52.95/dt. Der Preis für grobsortierte Veredelungskartoffeln liegt unverändert bei 70% des jeweiligen Sortenpreises. Noch offen ist der Preis für grobsortierte Speisekartoffeln. Dieser wird in den nächsten Monaten zwischen den Akteuren ausgehandelt.
Der Preis für grobsortierte Veredelungskartoffeln liegt unverändert bei 70 % des jeweiligen Sortenpreises. Noch offen ist der Preis für grobsortierte Speisekartoffeln. Dieser wird in den nächsten Monaten zwischen den Akteuren ausgehandelt.
Ebenfalls noch festgelegt werden die Übernahmebedingungen für Speise- und Veredelungskartoffeln. Die auf die Kampagne 2025 hin eingeführten Lockerungen in den Übernahmebedingungen für Veredelungskartoffeln werden mit geringen Änderungen auch für die Kampagne 2026 beibehalten, schreibt Swisspatat.
Für weiter Infos zum Markt siehe auch unter:
Fazit oder Take Home Message
Resultate Forschungsanstalt Agroscope
Ausführliche Resultate aus den Sortenversuchen von Agroscope über mehrere Jahre und mehrere Standorte finden sie unter folgendem Link:
Resultate Sortenversuche Agroscope
Auf der Homepage von Agroscope finden Sie die Sortenliste für Kartoffeln sowohl zum Herunterladen, als auch als Online Version unter folgendem Link:
Liste der empfohlenen Kartoffelsorten für die Ernte 2026
Autoren:
Sonja Basler, Ackerbau Strickhof
Daniel von Ballmoos, Inoverde