Automat verkauft Strickhof-Produkte
Ende 2025 schloss die Strickhof-Gärtnerei ihre Türen. Damit verschwand auch der dort integrierte Hofladen. Um die strickhofeigenen Produkte weiterhin anbieten zu können, werden sie neu über einen Automaten verkauft. Den Auftakt machten die Erdbeeren, deren Absatz die Erwartungen weit übertroffen haben.
Kein Bargeld
Der Automat besteht aus einem Basismodul mit Bezahlsystem sowie einem Satelliten. Je nach Saison werden Beeren, Äpfel und Birnen verschiedener Sorten, Steinobst, Honig sowie verarbeitete Produkte wie Apfelschorle, Süssmost, Apfelquittensaft, Apfelbalsamessig und Apfelringli angeboten. Ein Liftsystem bringt die Produkte auf Bauchhöhe zur Ausgabestelle. Bezahlt wird bargeldlos - per Karte oder Twint. Für Ralf Merzenich, Teamleiter Obst- und Beerenanbau, bietet dies ein grosser Vorteil: Da kein Bargeld im Automaten liegt, ist dieser weniger attraktiv für Einbrüche.
Häuschen zum Schutz
Neben vielen Strickhofmitarbeitern, die am Projekt Verkaufsautomat mitwirkten, zimmerte Strickhof-Schreiner Michael Bölsterli ein schmuckes und robustes Holzhäuschen, das dem Gerät sowie den Kunden Schutz bietet. Es steht unterhalb des Hauptgebäudes, bei der Obstbau/Haldenstrasse, direkt neben einem Parkplatz. Eine Sitzbänkli lädt zum Verweilen ein. Hier befindet sich zugleich die Tafel Nummer drei des Farmtrails zum Thema Direktvermarktung.
Statistik ermittelt Verkauf
Ralf Merzenich zeigt sich sehr zufrieden: „Das Interesse ist gross.“ Ein Statistiksystem erfasst sämtliche Verkäufe, sodass ersichtlich wird, welche Produkte besonders gefragt sind. Dennoch darf der Aufwand nicht unterschätzt werden: Der Automat muss laufend kontrolliert und auch am Wochenende aufgefüllt werden. Da der Strickhof keine Produkte zukauft, wurde zudem darauf hingewiesen, dass gewisse Früchte nicht jederzeit verfügbar sind.
Erst leihen, dann kaufen
Im ersten Jahr wird der Automat gemietet, um herauszufinden, ob sich dieses Verkaufssystem bewährt. Danach besteht die Möglichkeit, ihn zu kaufen. Anfangs musste etwas getüfftelt und ausprobiert werden, wo beispielsweise die bestmögliche Platzierung der Produkte ist, damit sie unbeschädigt vom Automaten ausgegeben werden. Ralf Merzenich sieht in Verkaufsautomaten grosses Potenzial für Betriebe, die ihre Produkte direkt vermarkten möchten. Der Standort ist flexibel, einzig Strom und Internet für das Bezahlsystem sind nötig. Auch Hofläden könnten teurere Produkte wie Fleisch über einen Automaten verkaufen und günstigere weiterhin über eine Vertrauenskasse anbieten.
Text: Ursina Berger, Strickhof