Ein wertvoller Jahrgang für die Branche
Kurz bevor die ersten Weingüter wegen des Dürresommers ausserordentlich früh mit der Traubenernte starteten, versammelten sich am Strickhof Wädenswil eine Absolventin und zehn Absolventen der Höheren Fachschule für Weinbautechnik, um sich von den Lehrpersonen, Angehörigen und Gästen für ihren Einsatz der vergangenen drei Jahre gebührend feiern zu lassen. Lehrgangsleiter Claude Gerwig fasste bei der Diplomübergabe diesen bemerkenswerten Effort - neben Arbeit und Familie - so zusammen: „Eure Heldenreise hat 1022 Tage gedauert – sie war anspruchsvoll, intensiv und wie beim Wein hat unterwegs eine Reifung stattgefunden.»
Die besten Abschlüsse
Die besten Abschlüsse erzielten folgende Absolventen: Den ersten Platz erreichte Severin Furer aus Staufen AG mit der Note 5,28. Als Geschenk erhielt er ein Eichenfass mit persönlicher Gravur. Auf Platz zwei folgte Alex Cairoli aus Marbach SG mit der Note 5,23 und auf Platz drei Cédric Constantin aus Salgesch VS mit der Note 5,18.
Die frisch Diplomierten können von folgender Änderung profitieren: Aufgrund der Berufsbildungsreform in der Schweiz dürfen sie sich ab dem 1. Oktober 2026 auch „Weinbautechniker/in HF Professional Bachelor“ nennen. Der Titelzusatz betrifft die höhere Berufsbildung und gilt für Diplome der Höheren Fachschulen (HF) und Eidgenössische Berufsprüfungen (BP) mit Fachausweis.
Edler Tropfen zeigt Geschichte
Nationalrätin Katja Riem aus dem Kanton Bern würdigte die Absolvierenden in ihrer Diplomfestrede. Die Agronomin und Winzerin machte gleich einen kleinen Abstecher ins Marketing: „Wir müssen die Konsumenten vom Schweizer Wein überzeugen. Aber nicht mit Klagen, dass die Handarbeit, steile Rebhänge und schwierige Wetterverhältnisse die Arbeit kompliziert und den Wein teurer machen. Sondern wir dürfen ihnen sagen, dass unser Produkt hervorragend und unverwechselbar ist, weil so viel drinsteckt: Jede Flasche Wein trägt ein Stück Landschaft, den Boden, die Natur und eine Familiengeschichte in sich.“
Innovation ist gefragt
Für Martin Wiederkehr vom Branchenverband Deutschschweizer Wein sind die Absolvierenden ein grosser Gewinn für die Branche: «Ihr seid die kommende Fach- und Kadergeneration des Schweizer Weinbaus – für unsere Branche überlebenswichtig.» Wiederkehr sprach die vielen Herausforderungen an, die der Weinbau meistern muss: das Klima, der sich verändernde Markt und vieles mehr. Es brauche Innovation – bei neuen Sorten, neuen Wegen zu den Kundinnen und Kunden und in vielen weiteren Bereichen. Innovation bedeute jedoch nicht, Tradition aufzugeben, sondern sie erfolgreich weiterzuführen.
An der Feier besonders geehrt wurde Ursula Reutimann aus Guntalingen. Die Oenologin und Lehrerin im Modul Sensorik und Analytik tritt nach langjähriger Lehrtätigkeit in ihren wohlverdienten Ruhestand. Die Absolvierenden dankten ihr mit Standing Ovation für ihren grossen und geschätzten Einsatz.
Text: Ursina Berger, Strickhof
Start HF Weinbautechnik: Am 30. Oktober 2026 startet die Weiterbildung zum Weinbautechniker/zur Weinbautechnikerin HF. Informationen siehe www.strickhof.ch unter Bildung&Kurse.