Mit gutem Futter zum Erfolg
Der Online-Fachabend zum Thema Kleinwiederkäuer des Teams Tierhaltung stiess mit 80 Teilnehmenden auf sehr grosses Interesse. Das erste Referat von Danja Wiederkehr, Geschäftsführerin des Beratungs- und Gesundheitsdienstes für Kleinwiederkäuer (BGK), befasste sich mit der Bedeutung von Mineralstoffen in der Fütterung von Schafen und Ziegen.
Ein bis zwei Monate vor der Geburt steigt der Bedarf der Muttertiere an Mineralstoffen wie Magnesium, Phosphor, Kalzium und Eisen. Diese werden über die Plazenta auch an die Jungtiere weitergeleitet. Danja Wiederkehr betonte, dass die Tiere diese Mineralstoffe nicht selbst bilden können und sie im Boden beziehungsweise im Futter oft in ungenügenden Mengen vorhanden sind.
Spezielle Mineralstoffe für Schafe
Mangelt es den Tieren an Mineralstoffen, beeinträchtigt dies die Nerven- und Muskelfunktion, den Wasserhaushalt, die Fortpflanzung und weitere wichtige Körperfunktionen. Bei Mehrlingsgeburten steigt der Bedarf um ein Vielfaches. Zudem darf Mineralfutter für Ziegen und Rinder nicht bei Schafen eingesetzt werden. Diese benötigen ein speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Mineralfutter.
Wiesenbestand lenken
Weiter ging es mit einem Betriebsbesuch auf dem Iselisberg TG, begleitet von Karoline Schweingruber vom Strickhof. Die Familie Maier hält rund 600 melkende Schafe. Für Landwirt Urs Maier sind die Weiden eines Schafbetriebs entscheidend: «Auf der Wiese fängt der Erfolg oder Misserfolg an.»
Dementsprechend wichtig sei es, die Futterqualität der eigenen Wiesen zu kennen. Eine Weide hat er diesen Sommer mit Chicorée eingesät. Dies erhöht den Energiegehalt des Futters, verbessert die Schmackhaftigkeit und liefert wertvolle Bitterstoffe, die für den Pansen wichtig sind.
Auch Bruno Zähner, Berater für die Schafhaltung am Strickhof, gab den Teilnehmenden praktische Tipps. Jeder Betrieb könne seinen Wiesenbestand lenken, unabhängig von Lage oder Höhe. Entscheidend sei, die Bedürfnisse der Tiere zu kennen und die Zusammensetzung der Wiesen darauf auszurichten. Kräuterbestände würden zwar den Ertrag etwas reduzieren, hingegen aber die Futterqualität verbessern.
Bei der Weideführung setzt Urs Maier auf kurze Weideintervalle. Nach dem Weidegang werden die Flächen gemulcht. Werden die Wiesen abgeerntet, wird kein Schnitt tiefer als 11 Zentimeter angesetzt.
Futterverzehr anregen
Ein besonderes Augenmerk gilt den hochträchtigen Tieren, sowohl bei Milch- als auch bei Fleischschafen. Die Fütterung sei dabei eine der grössten Fehlerquellen. Der Nährstoffbedarf steigt gegen Ende der Trächtigkeit stark an, gleichzeitig nimmt jedoch die Futteraufnahme der Tiere ab. Auch in den ersten sechs Wochen nach der Geburt bleibt der Futterverzehr reduziert, obwohl die Milchproduktion in dieser Zeit am höchsten ist. Deshalb müsse in dieser Phase Futter von bester Qualität zur Verfügung stehen und sichergestellt werden, dass die Tiere möglichst viel Futter aufnehmen. Das Futter kann mit Melasse oder etwas Salz schmackhafter gemacht werden und mehrmaliges Vorlegen von frischem Futter über den Tag verteilt kann den Verzehr anregen.
Text: Ursina Berger, Strickhof