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Obst-Info Zürich Nr. 13 vom 7. Mai 2026

Themen dieser Info: Wetter und Phänologie ¦ Feuerbrand ¦ Kernobst Pflanzenschutz ¦ Kernobst/Steinobst: Pfirsichwickler ¦ Kernobst:Ausdünnung

Wetter und Phänologie

Nach dem ausserordentlich trockenen April scheint sich nun unbeständigeres Wetter mit regelmässigen Niederschlägen und sonnigen Abschnitten einzustellen.

Die Obstblüte ist beinahe vorüber. Nur an Quittenbäumen, Sorten mit Nachzüglerblüten oder neugepflanzten Anlagen sind weiterhin offene Blüten anzutreffen.

 

Feuerbrand: Weissdornsträucher um Obstanlagen auf Karte vormerken

Im Moment blüht der Weissdorn üppig und hat die guten Feuerbrandinfektionsbedingungen voll abbekommen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass nicht entdeckter Feuerbrandbefall bei Weissdorn öfter verantwortlich für schwere Feuerbrandbefälle in Obstanlagen war. Die Kontrolle auf Symptome findet optimalerweise erst im August statt. Zu diesem Zeitpunkt ist Weissdorn nur mit viel Aufwand aufzuspüren. Nutzen Sie die nächsten Tage und markieren Sie sich die Weisssdornstandorte im näheren Umkreis (ca. 200 m um die Anlage). So können Sie sich viel Zeit sparen für die Kontrolle im Sommer!

Feuerbrand Weissdorn Wirtspflanze
Blühende Weissdornhecke: jetzt Standorte merken und später auf Feuerbrand kontrollieren. Foto: Strickhof

 

Kernobst Pflanzenschutz

Schorf: Wie erwartet sind nach der rund 20 Tage dauernden Phase ohne Niederschläge mit dem letzten Regen extreme Infektionsbedingungen zustande gekommen. Wer dies nicht bereits heute machen konnte, sollte möglichst rasch eine kurative Behandung durchführen (bevorzugt mit SSH-Produkten in Tankmischung mit Delan/Captan.

In mehreren Anlagen konnten auch bereits Schorfflecken auf Rosettenblättern und sogar an jüngeren Blättern an Trieben entdeckt werden (Bilder). In Obstanlagen mit Schorfbefall ist auf die Verwendung von kurativ wirkenden Mitteln zu verzichten (Resistenzgefahr). Machen Sie eine erste Kontrolle in ihren Anlagen und handeln Sie entsprechend.

Apfel Schorfinfektion 2026
Schorfinfektionen an Rosettenblatt. Foto Strickhof
Apfel Schorfinfektion 2026
Schorfinfektion an einem jüngeren Blatt an einem Trieb. Foto: Strickhof

 

Apfelsägewespe: Wo noch nicht erfolgt, kann jetzt noch eine Bekämpfung der Apfelsägewespe durchgeführt werden. Sinnvoll ist dies vor allem bei schwachem Fruchtansatz oder anfälligen Sorten (Bonita, Gravensteiner, Boskoop u.a.). Die Schadschwelle beträgt 20 – 30 Wespen pro Weissfalle. Bei gutem Blütenansatz und wenig anfälligen können 30 – 40 Wespen/Falle toleriert werden. 

ÖLN + BIO: Quassan in die abgehende Blüte

ÖLN: Acetamiprid (Gazelle SG, Pistol. Oryx Pro) nach vollständigem Abblühen. Erfasst auch Blattläuse.

Blattläuse: Kotrollieren Sie Ihre Anlagen jetzt auf Blattlausbefall. Gefährlich ist jetzt vor allem die mehlige Apfelblattlaus mit einer Schadschwelle von 1 – 2 %. Allfällige Behandlungen können mit folgenden Mitteln durchgeführt werden:

ÖLN + BIO: Neem-Präparate bis maximal Ende Mai. Auf gute Benetzung achten! 
ÖLN: Pirimicarb (nur bei Temperaturen über 15°C), Acetamiprid (auch gegen Sägewespe) oder Spiroteramat (Movento SC). Letzteres wirkt jedoch langsam und ist bei starkem Befall mit mehliger Apfelblattlaus deshalb weniger zu empfehlen. 

Kernobst/Steinobst: Pfirsichwickler

Die Fangzahlen des Pfirsichwicklers steigen an. Nebst Schäden an Pfirsichen haben wir in den letzten Jahren vermehrt solche auf Apfel und Quitte beobachtet. Auch Aprikosen und Zwetschgen können durch den Pfirsichwickler befallen werden. 

Pro Jahr werden 3 – 4 Generationen gebildet, was eine Bekämpfung schwierig macht. Wir empfehlen, Fallen zur Flugüberwachung zu montieren. Auch Kairomonfallen, die für den Apfelwickler aufgehängt wurden, können Hinweise auf den Flug des Pfirsichwicklers geben. Es wird regelmässig Pfirsichwickler als Beifang beobachtet. Der Pfirsichwickler ist deutlich kleiner als der Apfelwickler und dem Pflaumenwickler sehr ähnlich (vgl. Abbildung). 

Bekämpfung: Es gibt bei uns erst wenig Erfahrung mit einer gezielten Bekämpfung. Der Pfirsichwickler dürfte aber sowohl bei der Bekämpfung des Apfel- als auch des Pflaumenwicklers teilweise miterfasst werden. Ein wichtiger Baustein sind auch hier die Granuloseviren.

ÖLN + BIO: in Anlagen, in denen aufgrund von Vorjahresbefall und/oder Fallenfängen Pfirsichwickler erwartet wird, können Granuloseviren eingesetzt werden, die nebst dem Apfel auch den Pfirsichwickler erfassen (Madex Twin, Carpovirusine Evo 2)
Die Verwirrung des Pflaumenwicklers wirkt auch gegen den Pfirsichwickler.

ÖLN: per Notfallzulassung sind im Kernobst Produkte mit den Wirkstoffen Emamectinbenzoat und Spinetoram zugelassen. Deren Einsatz empfiehlt sich jedoch eher erst ab Juli. Bitte Auflagen genau beachten! 

Schädlinge Obstbau
Pfirsichwickler (oben rechts) im Grössenvergleich mit Apfelwickler. Foto: Strickhof

 

Kernobst: Ausdünnung

In den nächsten Tagen erwarten wir gute Bedingungen für eine chemische Ausdünnung mit 1-NAA (Dirager Plus, Rhodofix). Auch die Bedingungen für den Einsatz von 6-BA (MaxCel), bzw. die kombinierte Anwendung mit NAA, sind mit den ansteigenden Temperaturen ab Ende der Woche gegeben. Entscheidend ist nebst den Witterungsbedingungen auch die Fruchtgrösse, welche 8 – 10mm betragen sollte. 

Details zu möglichen Strategien finden Sie im angehängten Merkblatt vom Arenenberg. Vielen Dank den Kolleginnen und Kollegen im Kanton Thurgau!

 

Weitere Themen im PDF:

  • Bag-in-Boxen Beutel+Kartons: jetzt bestellen
  • Webinar Bewässerung im Obstbau (Bio-Austria)
  • Fachbewilligung Pflanzenschutzmittel: Jetzt handeln
  • Notfallzulassungen/Allgemeinverfügungen
  • Termine

 

 

PDF: Obst-Info Zürich Nr. 13 vom 7. Mai 2026

PDF: Merkblatt Chemische Fruchtausdünnung Kernobst 2026

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