«Ich will Bauer werden»
Ein stattliches Rind steht ruhig am Absperrgitter und lässt sich von kleinen Kinderhänden am Kopf kraulen. «Schau mal, das Tier ist riesig», staunen die Kinder aus Töss. Bald geht es los: Gemeinsam mit ihrer Klasse machen sie sich auf den Rundgang zu den sechs Posten auf dem Strickhof-Gelände. Dort erleben sie die Landwirtschaft mit allen Sinnen.
Insgesamt besuchten über 1000 Kinder mit ihren Lehrpersonen aus der Umgebung die Schultage am Strickhof Wülflingen.
Vom Boden bis zum Brot
Die Kinder suchen in der Erde nach Bodenlebewesen, graben Kartoffeln, formen ein Zopftierli und beissen später in das warme Gebäck - soo fein! Die Kinder erfahren, wann Früchte und Gemüse aus der Schweiz reif sind und welche Kartoffeln sich für welche Gerichte eignen. Sie mahlen Getreide zu Mehl und inspizieren einen Mähdrescher aus nächster Nähe. Für drei Knaben ist danach klar: «Wir wollen Bauer werden!» Nicht nur wegen der Maschinen, wie sie betonen, sondern auch wegen der Tiere!
Von fleissigen Bakterien
Moritz Engelbrecht unterrichtet sonst Lebensmitteltechnologen am Strickhof Wädenswil. Heute erklärt er den Primarschulkindern, was Bakterien sind und welchen Einfluss sie auf unsere Lebensmittel haben können. Wer stellt einen Unterschied zwischen dem herkömmlichen Brot und demjenigen aus Sauerteig fest? «Es ist anspruchsvoll, in dieser kurzen Zeit ein so komplexes Thema kindergerecht zu vermitteln», sagt Moritz Engelbrecht. Doch die Kinder hören aufmerksam zu, fragen nach und stellen beim Blindtest fest: «Das eine Brot schmeckt leicht säuerlich.»
Das Kartoffelgraben macht hungrig. Mit einem Sack frisch ausgegrabener Kartoffeln macht sich die Klasse auf den Weg zurück zum Znüni. Passend zum Thema gibt es frittierte Kartoffelschnitze, ganz nach dem Motto: «Vom Acker auf den Teller.» Mmmhhh!
Text: Ursina Berger, Strickhof