So finden Sie uns

Strickhof
Eschikon 21
CH-8315 Lindau
+41 58 105 98 00
info@strickhof.ch

Strickhof auf Social Media

Zwischen Totalausfall und Spitzenbestand

Das Rapsanbaujahr 2026 zeigte deutliche Gegensätze: Während sich einige Bestände im Frühling sehr vital präsentierten, blieben andere in der Blüte schwach und ungleichmässig. Entscheidend war vor allem das Zusammenspiel von Witterungsstress im Frühjahr und Schädlingsdruck.
Rapsknospe mit Kohlschotenrüssler
Neben dem Glanzkäfer machte sich heuer auch der Schotenrüssler (hier im Bild) an den Rapsknospen zu schaffen. Foto: Strickhof.

Die Strickhof Fachstelle Pflanzenschutz führte eine Umfrage zur vergangenen Rapssaison durch, an der sich über 100 Produzenten aus verschiedenen Regionen beteiligten. Dafür möchten wir uns bedanken! 

Abgefragt wurde die Einschätzung zu möglichen Einflussfaktoren wie Witterung, Sorte, Nährstoffversorgung, Bodenverhältnisse und Pflanzenschutzmassnahmen. Die Resultate zeigen eine grosse Spannweite: Die Einschätzungen reichten von «blendend» bis «katastrophal», entsprechend stark streuten auch die Ertragserwartungen. Ein klarer Einzelfaktor konnte die Unterschiede jedoch nicht erklären.

 

Saisonstart fiel ins Wasser

Schon vor der Saat waren die Bedingungen vielerorts anspruchsvoll. Vor der Aussaat fielen regional teils über 100 mm Regen. Kurz danach Anfang September kam es lokal erneut zu Starkregen, teils mit 50 mm an einem einzigen Tag. Der September war insgesamt sehr nass, die Wetterkarten zeigen jedoch deutliche regionale Unterschiede. Zwar gab es Ende August vielerorts ein geeignetes Saatfenster, doch anschliessende Niederschläge dürften das Saatbett stellenweise wieder verschlämmt haben, was die Jugendentwicklung des Raps verzögerte. 

 

Wechselhaftes Wetter und Schädlinge

Die Umfrage und unsere Analysen zeigen deutlich: Weder Bodenbearbeitung, Bearbeitungstiefe, Vorkultur, Sorte, Saatmethode noch Pflanzenschutzmassnahmen konnten die teils schwache Blüte allein erklären. Auch die Blattsaftanalysen ergaben keinen klaren Nährstoffmangel als Hauptursache. Entscheidend war vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, was auch die Unterschiede der Bestände bei identischer Kulturführung erklärt. Im Februar setzten früh milde Temperaturen ein, wodurch der Raps bereits zu wachsen begann. Um Ostern herum folgten hohe Sonneneinstrahlung am Tag, kalte Nächte mit Frost sowie eine nass-kalte Phase. Dies führte zu wachstumsbedingtem Stress und in vielen Beständen zu physiologischer Knospenwelke. Zusätzlich war zeitweise auch der Schädlingsdruck hoch, zuerst durch den Rapsglanzkäfer, später durch den Kohlschotenrüssler und die Kohlschotengallmücke. Viele Landwirte hegten zudem den Verdacht auf eine verminderte Wirkung eines Insektizids, was jedoch anhand der Umfrage nicht eindeutig belegt werden konnte. Einige Landwirte gaben zudem an, dass der Rapsanbau kaum noch Freude bereite, da nur wenige Möglichkeiten bestünden, die anfallenden Herausforderungen wirksam anzugehen.

 

Empfehlung für das kommende Rapsjahr

Für die nächste Rapssaison sollte eine Saat in der Zeit von Mitte bis Ende August angepeilt werden. Der Grundstein wird jedoch schon zuvor gelegt: Bei einem trockenen August sollte die Grundbodenbearbeitung möglichst rasch erfolgen, um Bodenfeuchte zu konservieren und Ausfallgetreide zum Keimen anzuregen. Zudem muss die Ackerfurche vor dem Austrocknen bearbeitet werden, ansonsten droht ein grobscholliges Saatbett mit gestaffeltem Feldaufgang. Unter feuchten Bedingungen wiederum erhöht sich das Risiko von Verdichtungen, die die empfindliche Pfahlwurzel beeinträchtigen können.

Lange Stoppeln sollten besonders bei pfluglosem Anbau gemulcht werden, damit ein gutes Saatbett mit sicherem Bodenschluss entsteht. Raps reagiert sehr positiv auf Hofdünger und Kalkung; diese sollten gleichmässig eingearbeitet werden. Für die Feldhygiene gilt: Die Rapsstoppeln und der Ausfallraps auf den geernteten Rapsparzellen sollten konsequent bearbeitet werden, da sie wichtige Infektionsquellen für Krankheiten wie Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule) darstellen. 

Weiteres Fachwissen

Keimzahlen explodieren in der Sommerhitze: was kann ich tun?
17.07.2026

Keimzahlen explodieren in der Sommerhitze: was kann ich tun?

Zu hohe Keimzahlen beeinträchtigen die Milchqualität. Häufigste Ursachen sind schlecht gereinigte Melkanlagen oder, vor allem zu dieser Jahreszeit mit anhaltend hohen Aussentemperaturen, eine ungenüge...
Obst-Info Zürich Nr. 17 vom 14. Juli 2026
14.07.2026

Obst-Info Zürich Nr. 17 vom 14. Juli 2026

Themen dieser Info sind: Wetter und Phänologie ¦ Trockenheit und Bewässerung ¦ Kernobst: Schorf/Mehltau; Wickler ¦ Pflaumenwickler ¦ Neue Agroscope-Merkblätter zu Schädlingen im Obstbau ¦ SOV-Umfrage...
Pflanzenbau News Strickhof vom 8. Juli 2026
08.07.2026

Pflanzenbau News Strickhof vom 8. Juli 2026

Grundsteinlegung für die Folgekultur: Beim Erdmandelgras gilt: Erkennen – Melden – Bekämpfen! Bei der Dosierung von Glyphosat die Konzentration des Produkts beachten. Reduktion der Abschwemmung per 01...
Schweizer Beeren-Bulletins 2026
03.07.2026

Schweizer Beeren-Bulletins 2026

Hier finden Sie alle Schweizer Beeren-Bulletins der Saison 2026. Das aktuelle Bulletin Nr. 6/2026 ist vom 3. Juli
Pflanzenbau News Strickhof vom 1. Juli 2026
02.07.2026

Pflanzenbau News Strickhof vom 1. Juli 2026

In den Zuckerrüben finden sich erste Parzellen mit Cercospora-Blattflecken. Bei der Feldkontrolle sogleich Schosserrüben entfernen. In Kartoffeln gegen Krautfäule wachsam bleiben und den Schutz vor Al...
2026 auf der Spur von 2018, aber trockener!
02.07.2026

2026 auf der Spur von 2018, aber trockener!

Der bisherige Witterungsverlauf 2026 zeigt deutliche Parallelen zum Ausnahmejahr 2018. Gleichzeitig unterscheidet es sich in einem zentralen Punkt von 2018: Die Niederschlagsbilanz ist knapper, besond...
Trocken-heisser Juni 2026 führt zu vermehrtem Auftreten der mehligen Kohlblattlaus
02.07.2026

Trocken-heisser Juni 2026 führt zu vermehrtem Auftreten der mehligen Kohlblattlaus

In den letzten Wochen wurden an verschiedenen Kohlgewächsen auffallend viele Kolonien der mehligen Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae) festgestellt. Diese Blattlausart bildet bei trocken-heissem Jun...