So finden Sie uns

Strickhof
Eschikon 21
CH-8315 Lindau
+41 58 105 98 00
info@strickhof.ch

Strickhof auf Social Media

Zürcher Beeren sind weiter im Trend

Die Flächen der Beerenkulturen im Kanton Zürich sind seit Jahren leicht wachsend. Das deutet auf eine interessante und ausgewogene Marktsituation hin. (Publikation 5.5.2023)

Alle Jahre im Februar ist es wieder so weit: der Schweizer Obstverband SOV erstellt die aktuelle Flächenstatistik für den Bereich Beerenobst. Datengrundlage sind die Meldungen der Produzenten an die Fachstelle Obst und die Datenerfassung auf den Betrieben durch das ALN. Beide Datenpools zusammen ergeben dann die definitive Schätzung der Anbauflächen für Erdbeeren & Co im Kanton Zürich.


Zürcher Beeren von nationaler Bedeutung

Die Anbaufläche von Beeren für den Frischmarkt in der Schweiz beträgt aktuell rund 920 ha und sie ist in den letzten 15 Jahren um rund 200 ha gewachsen. Ein grosser Teil des Wachstums, fast die Hälfte oder 100 ha, fand im Kanton Zürich statt und aktuell befinden sich gut 160 ha Beerenflächen für den Frischmarkt im Kanton Zürich. Damit gehört der Kanton Zürich zu den drei bedeutendsten Kantonen im Beerensektor, zusammen mit den Kantonen Thurgau und Bern. Das verwundert auch nicht, denn frische Beeren sind sehr empfindliche Früchte, die am besten in Marktnähe auf regionaler Ebene produziert werden. So ist eine gute Qualität der Früchte bis zum Konsumenten besser erreichbar, weil der Weg vom Feld zum Konsumenten kurz ist.

Beerenflächen 2023 Statistik
Die Gesamtfläche aller Beerenarten (für den Frischmarkt) im Kanton Zürich hat sich in den letzten 20 Jahren verdreifacht

 

Hoher Anteil Bio-Beeren

National ist der Anteil der nach Biorichtlinien produzierten Beeren bei gut 10%. Im Kanton Zürich hingegen ist dieser Anteil mehr als doppelt so hoch und ist aktuell bei knapp 30% Biobeeren. Damit ist rund ein Viertel der Schweizer Biobeerenfläche im Kanton Zürich zu finden.

Steigerung der Produktivität

Die Flächen der wichtigsten Beerenarten haben sich in den letzten zehn Jahren nur unwesentlich verändert. Ausnahmen sind die Heidelbeere und die Aroniabeere. Die Heidelbeere ist nun mit 25 ha nach Erdbeeren (69 ha) und Himbeeren (40 ha) an dritter Stelle platziert. Also noch deutlich vor den Brombeeren mit rund 8 ha. Positiv entwickelt haben sich die produzierten Mengen pro Hektare, da der Anbau intensiviert worden ist. Dies zeigt sich in einer Professionalisierung des Anbaus und steigenden Flächenerträgen. Auch den Anteil der Bio-Flächen bei den Beeren zeigt eine steigende Tendenz, was der Handel positiv beurteilt.

Neue Beerenarten auf dem Vormarsch

Würden in der Statistik auch die neuen Beerenarten wie Aronia aufgeführt, so käme eine noch deutlich grössere Fläche zustande, denn diese Kulturen wurden in den letzten Jahren verstärkt gepflanzt. Aronia gibt es schon über 10 ha im Kanton. Das ist gleich viel wie Heidelbeeren und damit Platz 3 aller Beerenarten. Somit ergibt sich eine Gesamtfläche (inklusive Beeren für Verarbeitung) von knapp 180 ha Beeren für den Kanton Zürich.

Hauptproblem bleibt die Kirschessigfliege und Witterung

Weiterhin ist die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), kurz KEF, neben der Witterung die Hauptsorge der Beerenproduzenten. Besonders bei Herbsthimbeeren und Brombeeren ist der Befallsdruck extrem hoch. Aber die Produzenten haben sich auf die neue Herausforderung eingestellt und so waren die Verluste in den letzten Jahren meist erträglich. Doch die getroffenen Abwehrmassnahmen sind kostenintensiv. Schutznetze um die Plantagen und strenge Erntehygiene haben sich bisher als wirksamste Gegenmassnahmen im Anbau etabliert. Diese Massnahmen machen den Anbau aber um einiges aufwendiger und es zeigt sich eine Tendenz zur Spezialisierung der Betriebe. Entscheidend für die Entwicklung des Schädlings ist die Witterung ab Ende Frühjahr. 

Aber nicht nur Schädlinge, sondern auch die spürbar zunehmenden Witterungsextreme wie Hitze, Trockenheit, Frost und Starkregen stellen für die Beerenproduzenten eine grosse Herausforderung dar. Schutzmassnahmen wie Regenfolien oder Hagelnetze und Bewässerungsanlagen sind inzwischen Standard in der Produktion von Beeren für den Frischmarkt.
Daneben haben neue Produktionsarten und Absatzkanäle wie der Verarbeitungssektor in den letzten Jahren einen Zuwachs erfahren und das nicht nur bei den traditionellen Verarbeitungsbeeren wie Aronia oder Cassis, sondern zum Beispiel auch bei Himbeeren. Der Beerenanbau ist also ein Sektor der im Trend und deshalb auch stets in Veränderung ist.

Beerenflächen 2023 Statistik
Besonders bei Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren ist ab dem Jahr 2010 eine deutliche Zunahme der Anbauflächen im Kanton Zürich sichtbar

Weiteres Fachwissen

Rindvieh aktuell August 2026
04.08.2026

Rindvieh aktuell August 2026

Erreger von Euterentzündungen können in zwei Kategorien unterteilt werden. Das Rindvieh aktuell August 2026 beleuchtet einige Erreger im Detail. Zum Schluss sind weitere aktuelle Fachbeiträge und Kurs...
Gehölz nutzen, um Futterlager zu strecken
31.07.2026

Gehölz nutzen, um Futterlager zu strecken

Eines haben die Tierhalter dieses Jahr nahezu schweizweit gemeinsam – die Trockenheit und Hitze reduziert den Futterertrag massiv. Hecken und Gehölz verfüttern ist möglich, aber Biodiversitätsförderfl...
Weinlesekontrolle – Informationen für Rebbewirtschafter und Einkellerer
28.07.2026

Weinlesekontrolle – Informationen für Rebbewirtschafter und Einkellerer

Die Weinlesekontrolle für Trauben aus dem Kanton Zürich erfolgt als Eigenkontrolle durch die EinkellerInnen. Mit der korrekten Weinlesekontrolle wird auch die geforderte Rückverfolgbarkeit der einzeln...
Milchkühe mit Durchfall & Hitzestress
28.07.2026

Milchkühe mit Durchfall & Hitzestress

Milchviehställe werden aktuell zum Kranken-Lazarett. Durchfall legt ganze Herden lahm, begleitet von diversen weiteren Symptomen und starkem Milchrückgang.
Schweizer Beeren-Bulletins 2026
24.07.2026

Schweizer Beeren-Bulletins 2026

Hier finden Sie alle Schweizer Beeren-Bulletins der Saison 2026. Das aktuelle Bulletin Nr. 7/2026 ist vom 24. Juli
Regelmässige Feldkontrollen der Zuckerrüben bleiben wichtig
23.07.2026

Regelmässige Feldkontrollen der Zuckerrüben bleiben wichtig

Trotz der trockenen Bedingungen halten sich die Zuckerrüben auf den Feldern grösstenteils wacker. Nach der Getreideernte können bereits die ersten Arbeiten durchgeführt werden, um eine erfolgreiche Zu...
Pflanzenbau News Strickhof vom 22. Juli 2026
22.07.2026

Pflanzenbau News Strickhof vom 22. Juli 2026

Aktuelles zu den Themen: Raps; Unwetterschäden; Kartoffeln; Stoppelbearbeitung; Zuckerrüben; Biolandbau; Düngung; Erdmandelgras