Pflanzenbau News Strickhof vom 28. Oktober 2026
Getreide
Einsatz von Trinity nur bis Ende Oktober
Ist im Getreide eine Anwendung des Herbizids Trinity vorgesehen, muss diese gemäss den Zulassungsauflagen bis spätestens Samstag, 31. Oktober erfolgen. Ob diese Terminvorgabe historische Gründe hat (früher begann bereits Anfang November das Winterbehandlungsverbot) oder agronomischen Fakten zugrunde liegt, konnten wir nicht ergründen. Fakt ist: Die Fachstelle Pflanzenschutz kann gegen diese Auflage keine Sonderbewilligung erteilen, da eine solche Anpassung einer offiziellen Zulassungsänderung bedürfte.
Für die Anwendung wird eine Aufwandmenge von 2,0 l/ha im Nachauflauf im Stadium BBCH 10 bis 13 empfohlen, sprich im Keim- bis 3-Blatt-Stadium. Da in diesem Entwicklungsstadium die Fahrgassen bereits gut sichtbar sind, wird eine präzise Applikation deutlich erleichtert. Nach der Anwendung sollte es zudem während mindestens drei Stunden niederschlagsfrei bleiben. Wer Trinity nicht mehr in dieser Arbeitswoche ausbringen kann, muss auf alternative Produkte ausweichen. Schliesslich bleibt dieses Produkt auch für den nächsten Herbst regulär zugelassen und es besteht keine Aufbrauchfrist.
Bei gewissen chlorotoluron-haltigen Produkten wie Carmina 640, Tarak oder Arlit sind die Sorteneinschränkungen im Winterweizen zu beachten. Für die von swiss granum empfohlenen Sorten bestehen grundsätzlich keine Einschränkungen, mit Ausnahme der Sorte Campesino, welche nicht behandelt werden soll.
Raps
Vermehrt spröde Blätter?
Wer aktuell beim Suchen nach Erdflohlarven durch den Raps geht oder die Spuren des letzten Sturms begutachtet, stellt fest, dass Stängel und Blattstiele in diesem Jahr deutlich spröder sind und schneller brechen als in anderen Jahren. Wir führen dies auf die Witterung und die Nährstoffverfügbarkeit zurück: Nach den ergiebigen Niederschlägen bot der Boden grosszügige Stickstoffreserven, weshalb mastige Bestände nun spürbar anfälliger für Bruchschäden sind als weniger üppige Bestände. Einer übermässigen Sprödheit lässt sich primär über eine ausreichende Kaliversorgung sowie ergänzende Bor-Blattspritzungen entgegenwirken.
Gräser-Bekämpfung mit Propyzamid
Im Raps eignet sich gegen Saisonende für die Bekämpfung von Ausfallgetreide sowie diversen Ungräsern wie Trespen, einjährigem Rispengras, Knaulgras, Windhalm, Ackerfuchsschwanz, Raygras und der Gemeinen Quecke der Wirkstoff Propyzamid (enthalten in Produkten wie Kerb Flo, Nizo S oder Granat). Auch einige Unkräuter wie Vogelmiere, Ehrenpreisarten und der schlitzblättrige Storchenschnabel werden erfasst.
Propyzamid wirkt selektiv und systemisch über die Wurzeln. Da sich der Wirkstoff bei Wärme zu rasch abbaut, ist die Anwendung auf kühle Witterung angewiesen: In 5 cm Bodentiefe sollte die Temperatur unter 10 °C liegen – eine Schwelle, die am Strickhof seit dem vergangenen Wochenende unterschritten wurde. Da der Wirkstoff in die Resistenzgruppe 3 eingeteilt ist, stellt er eine wertvolle Alternative dar, falls bei Mitteln der Resistenzgruppen 1 oder 2 (wie herkömmliche Gräsermittel oder Sulfonylharnstoffe) Wirkungsverluste auftreten. Die Standardaufwandmenge beträgt 1,25 l/ha; bei schwer bekämpfbarem Ackerfuchsschwanz, grossem Samenvorrat im Boden oder auf schweren Böden wird die Dosis auf 1,875 l/ha erhöht.