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Winterfütterung planen, Teil 2 von 3

Mit verschiedenen Stellschrauben kann der Futterverlust in der Ernte-Kette reduziert werden.

Wiesen & Weiden sanieren

Auf Kunstwiesen zeigten die Raigrasbüschel in der Mitte meistens noch ein wenig grün, diese werden sich mit dem nun eingesetzten Regen erholen. Ein Striegeldurchgang hilft, damit die Ähren die Samen verlieren und der Samen auf dem aufgekratzten Boden zum Keimen kommt. In Naturwiesen hat sich das Ausläufer Straussgras häufig stark gehalten über die Trockenheit und profitiert nun rasch vom Wasser. Die Tiere lassen es auf der Weide, wie auch an der Krippe liegen, darum muss das Ausläufer Straussgras rausgestriegelt und abgeführt werden. Optimalerweise wird vor dem Striegel ein tiefer gemähter Säuberungsschnitt gemacht. Eine Übersaat kann sich bis Mitte September lohnen, damit rasch sich ein neuer Futterbestand rasch etablieren kann.

Während der Trockenheit haben die Pflanzen kaum mehr Stickstoff aus dem Boden aufgenommen, daher ist im Boden nun noch sehr viel Stickstoff in einer leicht verfügbaren Form vorhanden. Mit dem ersten Regen nimmt der Jungwuchs sehr viel davon auf, bei der Beweidung frisch nachwachsenden Weiden, ist mit einem sehr hohen Nitratgehalt im Futter zu rechnen. Eine zu hohe Nitratzufuhr kann für Wiederkäuer negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben, dies sollte beim Weideanteil in der Tagesration beachtet werden. 

Der Stickstoffbedarf der Pflanzen ist aktuell gut gedeckt, eine Düngung würde zu einem Überschuss führen.

Futterqualität optimieren

Mit dem Einbringen des Futters ist nicht sichergestellt, dass das Futter bis zur Verfütterung hochwertig bleibt. Neben der ausreichenden Verdichtung ist auf genügend Vorschub zu achten. Zu wenig Vorschub kann zu Nacherwärmung, Schimmelbildung und damit verbunden zu Nährstoffverlusten und zu einer Belastung der Tiergesundheit führen.

Empfohlener täglicher Vorschub für Fahr- und Hochsilo

Fahrsilo  
Sommer2 m pro Woche
Winter1 m pro Woche
Hochsilo  
Sommer15 cm pro Tag
Winter10 cm pro Tag

 

Futterbedarf reduzieren

Die Reduktion der Anzahl der Tiere bringt vermeintlich mittelfristige Ertragseinbussen. Den Tierbestand von 100% Besatzdichte auf 70% zu reduzieren, kann in sehr vielen Ställen eine Steigerung der Leistung beim Einzeltier mit sich bringen, wodurch die Futtereffizienz gesamtbetrieblich steigt. Gleichzeitig wird die Tiergesundheit durch mehr Platz pro Tier optimiert und die Tierarztkosten können sinken.

Futter-Lagerverluste entstehen im Silo durch Sickersaftverluste, Schimmelbildung, Fehlgärung und Nacherwärmung im Silo. Im Heustock kann eine übermässige Heugärung zu Erwärmung des Stockes und damit zu Gehaltsverlusten des Heus führen.

Eine Futterplanung über den ganzen Winter kann Verluste reduzieren. Stehen Protein und Energie im falschen Verhältnis geht ein Teil der Nährstoffe ungenutzt durch das Tier hindurch. Die verschiedenen an Lager liegenden Komponenten sollen gezielt kombiniert und ergänzt werden können, so dass Energie und Protein möglichst im optimalen Verhältnis stehen entsprechend dem Bedarf der Tiere. 

Lesen Sie im dritten Teil mit welchen Futtermitteln die Winterration ergänzt werden kann und wo mögliche Stolperfallen für die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) liegen.

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