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Aktuelle Arbeiten im Rebberg

Die Reben sind ausgetrieben und die Rebberge zeigen sich pünktlich zum 1. Mai in frischem und freundlichem Grün. Damit beginnt im Rebbau eine der arbeitsintensivsten Phasen des Jahres.

Ausbrechen

Je nach Sorte und Lage sind an den Trieben derzeit zwei bis fünf Blätter entfaltet. In den kommenden Nächten bleibt es zwar kühl, Frost ist nach aktueller Prognose jedoch nicht angekündigt. Damit rückt vielerorts der richtige Zeitpunkt für das Ausbrechen sowie für das Entfernen der Frostruten näher.

Mit dem Ausbrechen sollte nicht zu früh begonnen werden. Ein guter Zeitpunkt ist erreicht, wenn die stärksten Triebe etwa das 5-Blatt-Stadium erreicht haben. Dann hat meist auch ein Grossteil der Nebenaugen ausgetrieben, sodass die Arbeit in einem Durchgang erledigt werden kann. Entfernt werden vor allem überzählige, ungünstig stehende oder schwache Triebe.

Das Ausbrechen gehört zu den wichtigsten Massnahmen für den Stockaufbau, die Laubwandgestaltung und die Ertragsregulierung. Ein sorgfältiges Vorgehen ist deshalb entscheidend. Ziel ist es, den gewünschten Ertrag vorzubereiten, eine gut belüftete Laubwand zu schaffen und zugleich geeignetes Holz für den Winterschnitt zu erhalten.

In der Praxis werden beim Ausbrechen häufig auch die beiden untersten Blätter am Trieb entfernt. Klare Vor- oder Nachteile für nachfolgende Arbeiten oder für die Traubenqualität sind dadurch in der Regel nicht zu erwarten. Entscheidend ist daher vor allem, ob dieses Vorgehen im jeweiligen Betrieb arbeitstechnisch sinnvoll ist.

Im vergangenen Jahr trat in einigen Anlagen Reblaus auf, insbesondere bei PIWI-Sorten wie Maréchal Foch, Muscaris oder Souvignier gris. Beim Ausbrechen sollte deshalb auf sogenannte Maigallen geachtet werden. Befallene Blätter sind abzusammeln und zu vernichten. Bei stärkerem Befall empfiehlt sich eine Rücksprache mit der Fachstelle Rebbau.

Rebbau April 2026
Blätter mit Maigallen der Reblaus (rote Ausstülpungen an Blattunterseite) sollten entfernt und vernichtet werden. Foto: M. Gölles

 

Pflanzenschutz

Die trockene und eher kühle Witterung hat die Entwicklung des Falschen Mehltaus bisher gebremst. Mittlerweile ist die Keimbereitschaft der Oosporen jedoch erreicht. Für eine Bodeninfektion müssen mehrere Bedingungen zusammenkommen: bodendurchnässende Niederschläge von mehr als 10 mm innerhalb von zwei bis drei Tagen, ausreichend Blattfläche von etwa 10 cm Trieblänge sowie eine Tagesdurchschnittstemperatur von über 10 °C.

Für die erste Behandlung gegen Falschen Mehltau sollten die Prognosen auf www.agrometeo.ch regelmässig verfolgt und mit der Entwicklung der eigenen Anlagen abgeglichen werden. In vielen Fällen kann die erste Bodeninfektion abgewartet werden, da sie bei geringer Blattmasse und kühlen Temperaturen meist noch nicht sehr stark ausfällt. Die erste Behandlung erfolgt dann, wenn rund 80 % der Inkubationszeit abgelaufen ist vor den nächsten Niederschlägen. Wird eine starke Infektionsphase vorhergesagt und sind die Gescheine bereits sichtbar, kann eine Behandlung vor der prognostizierten Infektion sinnvoll sein. So lässt sich früher Befall an den Gescheinen vermeiden.

Gegen Echten Mehltau sind Behandlungen in der Regel ab dem 5-Blatt-Stadium einzuplanen. Nur in Lagen oder Sorten mit starkem Vorjahresbefall sollte früher begonnen werden.

Bei PIWI-Sorten sind Behandlungen gegen Falschen und Echten Mehltau meist erst ab der Vorblüte sinnvoll. Bei empfindlicheren Sorten wie Cabernet Jura, Regent oder Johanniter sollten längere und starke Infektionsphasen durch Falschen Mehltau aber auch früher abgedeckt werden. Gleiches gilt bei Sorten mit starkem Vorjahresbefall durch Echten Mehltau.

Düngung

Den grössten Stickstoffbedarf hat die Rebe von der Blüte bis etwa zur Erbsengrösse der Beeren. Spätere oder zu hohe Stickstoffgaben können die Traubengesundheit negativ beeinflussen, insbesondere durch dichtere Laubwände und kompaktere Trauben.

Beim Einsatz leicht löslicher Stickstoffdünger ist deshalb auf den richtigen Zeitpunkt und passende Witterungsbedingungen zu achten, um Verluste zu vermeiden. Sinnvoll ist eine Gabe im 3- bis 5-Blatt-Stadium, möglichst kurz vor Niederschlägen. So kann der Stickstoff besser aufgenommen werden und steht der Rebe zum Hauptbedarf rechtzeitig zur Verfügung.

Rebbau April 2026
In vielen Lagen ist der Zeitpunkt zum Ausbrechen ist erreicht. Foto: M. Gölles

 

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