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Schafsignale erkennen und verstehen

Was sehe ich? Warum ist das so? Was hat es für eine Bedeutung? Anhand dieser Fragen und dem Wissen, wie sich Schafe natürlich verhalten, lassen sich kranke Schafe und Gefahrensituationen schnell erkennen. Der Schafsignalediamant ist nach den sechs Freiheiten der Weide aufgebaut: Futter, Wasser, Licht, Luft, Raum und Ruhe.

Gesunde Schafe beobachten

Ein gesundes Schaf hat eine Körpertemperatur von 38.5-39.5°C, macht 15-30 ruhige Atemzüge pro Minute und es sind 2 Pansenkontraktionen pro Minute hörbar. Sie verbringen mehrere Stunden am Tag mit wiederkauen aufgeteilt in 4-6 Perioden. Pro Bolus kaut ein Schaf rund 60-mal wieder. Steht ein Schaf auf, streckt es sich und scheidet Kot aus. 

 

Alarmzeichen erkennen 

Schafe sind Herdentiere und möchten als Herde gemeinsam fressen und liegen. Wird den Schafen frisches Futter vorgelegt und ein Tier kommt nicht, ist das ein erstes Alarmzeichen. Diese Tiere müssen speziell kontrolliert werden. Stress lässt sich dadurch erkennen, dass die Tiere beginnen Urin abzusetzen. Anhand der Farbe der Augenschleimhaut können verschiedene Probleme erkannt werden:

  • Violett/Bläulich = Sauerstoffmangel
  • Gelb = Leberprobleme
  • Rot = veränderte Blutbeschaffenheit
  • Weis = Blutarmut

 

Stressfreier Umgang 

Schafe sind Fluchttiere und haben ihre persönliche Individualdistanz. Solange ihnen niemand zu nahekommt, fühlen sie sich sicher. Diese Individualdistanz mit Bewegungszone kann genutzt werden, um Schafe stressfrei zu bewegen, vergleichbar mit Low-Stressstockmanship beim Rind. Die Hauptbetreuungsperson der Schafe sollte ≤ 2 m an die Schafe rankommen, ohne dass die Schafe das Weite suchen. Entfernen sich die Schafe bereits ab ≥ 5 m, wenn man sich ihnen nähert, ist es empfehlenswert den Umgang mit den Schafen zu intensivieren und ihr Vertrauen zu erlangen. Schafe sind in der Lage rund 50 andere Schafe zu erkennen. Um ihr natürliches Verhalten ausleben zu können sollten in einer Gruppe mind. 5 Schafen gehalten werden. 

 

Sinnesleistungen

Schafe besitzen aufgrund der ovalen Augen und der Augenposition seitlich am Kopf ein Sichtfeld von nahezu 360°. Durch zu viel Wolle am Kopf und an den Schultern kann das Sichtfeld eingeschränkt werden. Gefahren, z.B. Hunde können Schafe auf eine Distanz von 1200 – 1500 m erkennen. Dafür müssen sie ruhig stehen bleiben und die Gefahr mit beiden Augen erfassen. Schafe haben einen ausgeprägten Geruchsinn, mit dem sie Wasser und unterschiedliche Pflanzen finden können. Sie bewegen sich lieber mit dem Wind als gegen den Wind um ihren Geruchssinn nutzen zu können. 

 

Wenn Sie mehr über Schafsignale lernen möchten: «Sheep signals» ist ein praktisches Handbuch über Schafsignale. Es ist in Englisch als Buch und als Online-Version verfügbar und gibt viele praktische Tipps zur Schafhaltung. 

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