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2026 auf der Spur von 2018, aber trockener!

Der bisherige Witterungsverlauf 2026 zeigt deutliche Parallelen zum Ausnahmejahr 2018. Gleichzeitig unterscheidet es sich in einem zentralen Punkt von 2018: Die Niederschlagsbilanz ist knapper, besonders im Weinland und Unterland.

Stand Ende Juni ist das Jahr früh

Die Reben befinden sich mehrheitlich im Stadium Traubenschluss und somit gegenüber dem langjährigen Mittel ca. 1 – 2 Wochen voraus. Die Temperaturdaten der Agrometeo Wetterstationen (www.agrometeo.ch) weisen von Januar bis Juni 2026 an den Standorten Wädenswil und Wülflingen leicht höhere Mittelwerte aus als 2018. In Wülflingen wurden bis Ende Juni 26 Tage mit einer Tagesmitteltemperatur von mindestens 20 °C registriert, 2018 waren es 14. In Wädenswil waren es 27 gegenüber 20 Tagen. Tagesmittel von mindestens 25 °C traten 2026 bereits auf, 2018 bis Ende Juni hingegen nicht.

Beim Niederschlag ist die Zahl der Regentage 2026 bisher fast gleich wie 2018. Wülflingen verzeichnete 78 Regentage gegenüber 79 im Jahr 2018, in Wädenswil waren es mit 76 auch nur zwei weniger als 2018. Deutlich markanter ist der Unterschied in den Niederschlagsmengen der beiden Jahre. In Wülflingen fielen dieses Jahr bis Ende Juni 305 mm Regen, 2018 waren es 398 mm, ein Defizit von rund 23 Prozent. In Wädenswil lag 2026 mit 445 mm Niederschlag ebenfalls unter 2018 mit 532 mm, das sind rund 16 Prozent weniger. 2018 brachte also mehr Wasser pro Ereignis. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie die Reben über den Sommer kommen werden, sofern Juli und August ähnlich verlaufen wie Mai und Juni.

 

Bewässerung und Begrünung

Besonders gefährdet sind Junganlagen, wegen ihres noch wenig tiefreichenden Wurzelsystems. Bei anhaltendem Stress drohen Wachstumsstillstand, Blattfall und Notreife, auch Stockausfälle sind nicht auszuschliessen. Wo Bewässerung möglich ist, sollte sie gezielt und bedarfsgerecht erfolgen. Bei anhaltender Trockenheit sollten gemäss Literatur zweimal pro Woche ca. 5 Liter pro Rebe gegeben werden, über eine Tropfbewässerung oder mit der Wasserlanze (Vorsicht: nicht die Wurzeln ausspülen). Grössere Einzelgaben erhöhen das Risiko von Versickerung und unerwünschtem Wachstumsschub. Ertragsanlagen reagieren deutlich weniger empfindlich, zeigen aber teilweise auch bereits Anzeichen von Trockenstress, insbesondere in flachgründigen Lagen.

Neben der Bewässerung stehen auch das Begrünungsmanagement und die Laubarbeit im Fokus. Die Begrünung sollte bei Trockenstress gewalzt oder nicht zu kurz gemulcht werden, damit der Boden nicht ausglüht. Bei den Laubarbeiten ist Zurückhaltung angezeigt. Eine plötzliche starke Freistellung der Traubenzone erhöht die Sonnenbrandgefahr. Besser sind moderate und vorzugsweise einseitige Eingriffe, wobei die Blätter auf der Westseite sowie jene oberhalb der Traubenzone als Beschattung bleiben sollten. 

Der bisherige Verlauf deutet sicher auf ein frühes, heisses und trockenes Jahr hin. Ob 2026 letztendlich aber eher wie 2018 wird, in Richtung des Extremjahres 2003 geht oder doch noch wie 2025 endet, das entscheidet sich im Juli, August und September.

Rebbau Wetter Klima
Schlaffe Blätter, vermindertes Wachstum und vertrocknete Ranken sind meist die ersten sichtbaren Zeichen für Trockenstress bei den Reben. Bild: M. Gölles, Strickhof Fachstelle Rebbau

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