Projektwoche Grundbildung Lebensmitteltechnologie
Während der Projektwoche fand ein spannender und wertvoller Austausch unter den Lernenden sowie mit den Lehrpersonen statt. Gemeinsam konnten zahlreiche neue Erfahrungen gesammelt, unterschiedliche Perspektiven kennengelernt und viele interessante Gespräche geführt werden.
Im Rahmen der Projektwoche zum Thema nachhaltige Ernährungssysteme setzten sich die Lernenden intensiv mit aktuellen Fragestellungen rund um Produktion, Verarbeitung, Konsum und Nachhaltigkeit von Lebensmitteln auseinander. Dabei standen praxisnahe Erfahrungen, eigenständiges Arbeiten sowie der Austausch innerhalb der Gruppen im Zentrum. Die verschiedenen Aktivitäten, Firmenbesuche und Projektarbeiten ermöglichten spannende Einblicke in nachhaltige Prozesse entlang der Lebensmittelkette und zeigten auf, wie vielfältig und relevant dieses Thema im Alltag und in der Lebensmittelbranche ist.
Neben den diversen Firmenbesuchen, bei denen spannende Einblicke in verschiedene Bereiche möglich waren, durften die Lernenden auch selber (scharfe!) Lebensmittel produzieren und gemeinsam geniessen. Auch die Bewegung kam nicht zu kurz, sei es mit dem Velo, zu Fuss oder Stand-up-Paddle auf dem See. Insgesamt war es eine intensive, lehrreiche und gleichzeitig sehr abwechslungsreiche Woche mit vielen schönen gemeinsamen Momenten.
Die Präsentationen der einzelnen Projekte an den selbst erstellten Infoständen bildeten einen gelungenen und bereichernden Abschluss der Woche. Die Vielfalt der Ideen, die kreativen Umsetzungen sowie der gegenseitige Austausch machten diese Aktivität besonders wertvoll.
Auf den Spuren des Brotes – Gruppe Markus Oehninger
Wir haben die FFB Group mit dem Fahrrad besucht – 20 km pro Weg. Dort werden Panettone und Pandoro mit einem Sauerteig hergestellt, der seit über 52 Jahren spätestens alle zwei Tage gefüttert wird. In einem speziellen Raum reifen, in Tücher eingebunden wie Salamis, seit Jahrzehnten verschiedene Mikroorganismen heran, die anstelle von industriell gezüchteter Hefe zur Lockerung der Teige eingesetzt werden.
Auch die regional angebauten und verwendeten Produkte haben einen wichtigen Stellenwert. Kurze Transportwege führen zu weniger CO₂-Ausstoss, fördern den nachhaltigen Anbau und reduzieren den Ausschuss.
Anschliessend versuchten wir uns selbst an verschiedenen Broten mit langen Gärzeiten von über 18 Stunden, darunter Pane Valle Maggia und Tessinerbrot. Wenige Rohstoffe, mehr Zeit und bessere Aromen – davon konnten sich die anderen Teilnehmenden überzeugen.
Mindesthaltbarkeit überschritten … und dann? – Gruppe Conny Schiegg
Beim Besuch bei Tischlein deck dich in Cadenazzo erhielten wir einen Einblick in die Wertschöpfungskette von Lebensmitteln und lernten, was mit Produkten geschieht, die am Ende dieser Kette keinen Käufer mehr finden.
Anstatt entsorgt zu werden, sammelt «Tischlein deck dich» noch einwandfreie Lebensmittel aus Geschäften, kontrolliert sie im Lager und verteilt sie an armutsbetroffene Menschen weiter. Durch unsere Mithilfe bei der Kontrolle und Kommissionierung wurde deutlich, wie Food Waste reduziert und gleichzeitig soziale Unterstützung geleistet werden kann.
Was der Wald so alles liefert – Gruppe Silvio Fuchs
Wieso extra kultivieren? Der Wald ist voller essbarer Pflanzen und Pilze. Wir suchten nach Essbarem und schauten, wie es sich in der Küche verwerten lässt. Dabei blieben wir achtsam und ernteten nie vollständig ab, damit erhalten bleibt, was auch in Zukunft genutzt werden kann.
Fermentation «leicht gemacht» – Gruppe Raphaël Langenstein
In der Projektwoche beschäftigten wir uns nicht nur mit interdisziplinären und gesellschaftlichen Themen, sondern auch intensiv mit Lebensmitteln. Dabei wurde deutlich, wie wichtig regionale Produktion und ein bewusster Umgang mit Ressourcen sind.
Ein interessantes Beispiel dafür ist Kimchi, ein fermentiertes Gemüsegericht aus Korea. Durch die Fermentation wird das Gemüse auf natürliche Weise haltbar gemacht und länger nutzbar. Gleichzeitig entstehen gesunde Milchsäurebakterien, die sich positiv auf die Verdauung auswirken.
Insgesamt zeigte die Woche, dass nachhaltige Ernährung in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Passend zum fermentierten Kimchi wurde auch eine lokale Kaffeerösterei besucht, die nicht nur regional produziert, sondern sich durch den Verkauf von Kaffee direkt an sozialen Projekten beteiligt.
Die dunkle Seite der Schokolade … – Gruppe Nathalie Christinger
Wir beschäftigten uns im Zusammenhang mit der Schokoladenproduktion mit der sozialen Nachhaltigkeit. Kinderarbeit, Kindersklaverei und Kinderhandel sind nach wie vor grosse Probleme in der industriellen Schokoladenproduktion, die oft unentdeckt bleiben.
Wir schauten uns Lösungsansätze für einen nachhaltigen Konsum und eine zukunftsfähige Produktion an, insbesondere im Zusammenhang mit Labels, Zertifizierungen und Organisationen.