So finden Sie uns

Strickhof
Eschikon 21
CH-8315 Lindau
+41 58 105 98 00
info@strickhof.ch

Strickhof auf Social Media

Mit sechs Schritten zum Erfolg

Die Standardisierung von Arbeitsabläufen ist eine einfache Methode zur Aufdeckung von Schwachstellen und zur Optimierung der Betriebsabläufe.

Eine einfache Methode um Schwachstellen aufzudecken sind Standardarbeitsanweisungen, auch SOP’s (Standard Operation Procedures) genannt. Dabei wird das genaue Vorgehen innerhalb eines Arbeitsprozesses möglichst exakt beschrieben. Die Beschreibung kann in Textform, als Graphik oder auch in Form von Bildern oder Videos erfolgen. 

Was bringt der Einsatz von SOP’s?

Jede SOP verfolgt drei Ziele: 

Erstens wird dadurch der Arbeitsablauf genau dokumentiert. Je erfolgskritischer (z.B. Melken) eine Arbeit ist, desto detaillierter sollte die Beschreibung sein. 

Als zweites Ziel dient die SOP dazu alle Beteiligten zu instruieren und auch anzuleiten. 

Das dritte Ziel einer SOP ist die Schwachstellenanalyse: Durch den genauen Beschrieb des jeweiligen Arbeitsablaufes werden allfällige Schwächen aufgedeckt, hinsichtlich der Arbeitserledigung hinterfragt und somit gleichzeitig eliminiert.

Schritt 1 (Zielsetzung):

Bei der Erarbeitung einer SOP sollten zunächst die Ziele festgelegt werden. Dies kann zum Beispiel ein reduzierter Arbeitszeitbedarf oder auch niedrigere Zellzahlen sein. Wichtig ist, dass die Ziele messbar, erreichbar und kontrollierbar sind. Ein messbares Ziel kann dementsprechend folgendermassen definiert sein: «Der Arbeitszeitbedarf für das Melken wird durch die Einführung einer SOP innerhalb von 6 Monaten um 15 Minuten reduziert». 

Schritt 2 (Dokumentation):

Der zweite Schritt besteht in der Dokumentation der Arbeit. Am Beispiel «Melken» ist das in Abbildung 1 dargestellt. Um die Beschreibung zu vereinfachen, empfiehlt es sich die Arbeit in Teilschritte aufzuteilen (z.B. Melkstand vorbereiten, Melken, Melkstandnachbereitung -reinigung). Die Teilschritte werden genau beschrieben. 

Schritt 3 (Entwurf):

Jetzt wird der Entwurf der SOP am Arbeitsort aufgehängt und mit allen Beteiligten besprochen. Hierbei erfolgt dann auch schon eine erste Standardisierung. 

Schritt 4 (Aussensicht):

Im nächsten Schritt wird die SOP zur Bewertung an einen Berater oder auch Kollegen (z.B. im Arbeitskreis) gegeben. Dadurch wird nochmals ein Optimierungsprozess in Gang gesetzt und vor allem eine Aussensicht eingeholt.

Schritt 5 (Probephase):

Als nächstes wird die SOP mit Erstellungsdatum direkt am Arbeitsplatz (z.B. im Melkstand) gut sichtbar aufgehängt und ausprobiert. Auch hier können wieder Anpassungen und Verbesserungsideen eingebracht werden. Die SOP beginnt nun zu wirken in dem die beteiligten Personen die vorgegebenen Arbeitsschritte genau ausführen. Neue Mitarbeiter können rasch in die Arbeit eingewiesen werden.

Schritt 6 (Platzierung):

Die «fertige» SOP wird in einem eigenen Ordner (Papier und/oder digital) abgelegt und steht dort für alle zur Verfügung. Es empfiehlt sich jede SOP mindestens jährlich zu überprüfen und zu aktualisieren. 

Wird für alle relevanten Arbeitsroutinen eine SOP erstellt entsteht daraus ein sog. Notfallhandbuch. Dies bedeutet, dass im Notfall zum Beispiel ein Betriebshelfer mit Hilfe der SOP’s alle Arbeiten alleine erledigen kann.

Schlussfolgerungen

Durch den Einsatz von Standardarbeitsanweisungen kann die Arbeit auf dem Landwirtschaftsbetrieb strukturierter und rationeller erfolgen. SOP’s helfen dabei Schwachstellen aufzudecken, die Arbeitsproduktivität zu verbessern und die Arbeitszufriedenheit zu steigern. Die optimale Gestaltung der Arbeit bleibt damit aber immer noch in der Hand des Betriebsleiters und gilt auch im Zeitalter der Digitalisierung als Herausforderung für die Zukunft.

 

SOP Melken im Melkstand
SOP Melken im Melkstand

Tabelle herunterladen

Weiteres Fachwissen

Schweizer Beeren-Bulletins 2026
09.10.2026

Schweizer Beeren-Bulletins 2026

Hier finden Sie alle Schweizer Beeren-Bulletins der Saison 2026. Das aktuelle Bulletin Nr. 9/2026 ist vom 9. Oktober.
Iori – eine vielversprechende Lager-Apfelsorte
08.10.2026

Iori – eine vielversprechende Lager-Apfelsorte

Am Freitag, 2. Oktober 2026 lud VariCom, die Gesellschaft zur Markteinführung von Sorten aus dem Züchtungsprogramm von Agroscope, nach Güttingen ein für einen Austausch zum Anbau und Marktpotential de...
Einblick in die Gemüseproduktion im Kanton Genf
08.10.2026

Einblick in die Gemüseproduktion im Kanton Genf

Mitte September trafen sich die Gemüsebaufachstellen sowie Produzenten aus der gesamten Schweiz im Kanton Genf zur 12. Unternehmertagung Gemüse Schweiz. Die besonderen geografischen Rahmenbedingungen...
Pflanzenbau News Strickhof vom 7. Oktober 2026
07.10.2026

Pflanzenbau News Strickhof vom 7. Oktober 2026

Themen dieser Woche: Getreide: Wintergerste Gelbverzwergungsvirus; Schnecken ¦Raps: Nachkürzen; Rapsblattwespen-Larven; Kohlgallenrüssler ¦ Mais: Maisstoppeln mulchen, Zünsler und Fusarien reduzieren...
Obst-Info Zürich Nr. 25 vom 2. Oktober 2026
02.10.2026

Obst-Info Zürich Nr. 25 vom 2. Oktober 2026

Aktuelle Situation der Obst-Ernte mit Erntewerten der Sorten Topaz, Bonita und Braeburn. Letzte Info zu den Ernteterminen für das Jahr 2026.
Online-Bauberatung
01.10.2026

Online-Bauberatung

Brauchen Sie eine neutrale und unabhängige Zweitmeinung in der Bauplanungs- oder Ausführungsphase? Wünschen Sie eine fachliche Bauplankontrolle oder Ideen für Ihr Umbauprojekt? Gerne beraten wir Sie n...
Pflanzenbau News Strickhof vom 30. September 2026
30.09.2026

Pflanzenbau News Strickhof vom 30. September 2026

In den Zuckerrüben droht auf Parzellen mit Erdmandelgras ein Spätbefall. Die Terminierung der Getreidesaat hängt ab von der Bodenfeuchte und dem Unkrautdruck. Beim Raps sinken durch das trockene Wette...