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Kuhsignale sehen & verstehen

Rund 60 Milchproduzenten und Milchproduzentinnen besuchten die Kursserie Kuhsignale sehen & verstehen in verschiedenen Regionen im Kanton Zürich und Schaffhausen. Der Strickhof organisierte die vier Kurse im Februar und März 2023 zusammen mit den Vereinigten Milchbauern Mitte - Ost (VMMO). Die Tagungen boten den Teilnehmenden eine spannende Mischung aus Theorie und Praxis.

Happy cows, happy farmers

Milchkühe senden ständig Signale aus, von denen sich zahlreiche Informationen über ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit ableiten lassen. Ziel der Kurstage war es, den Anwesenden aufzuzeigen, wie sie Signale erkennen, die Kühe darauf reagieren und welche Massnahmen getroffen werden können, um die Situation zu verbessern. Die ausgebildeten Kuhsignal-Trainerinnen vom Strickhof Katrin Müller und Anita Müller präsentierten am Vormittag im Theorieteil eine bilderreiche Präsentation mit vielen guten und weniger guten Alltagssituationen im Milchviehstall. Die Referentinnen konnten mit verschiedenen Optimierungsmöglichkeiten den Milchproduzenten neue Ideen mit auf den Weg geben. Werden die Signale erkannt und den Bedürfnissen der Kühe angepasst, kann die Gesundheit und somit die Leistung der Kühe verbessert werden. Das freut nicht nur die Kuh, sondern auch die Landwirtin oder den Landwirten.

 

Kühe sollten viel liegen

Eine Milchkuh liegt im Idealfall zwischen 12 bis 14 Stunden am Tag. Würde ein Mensch so lange liegen, wäre er vermutlich krank. Umso wichtiger ist es, dass alle Kühe normal aufstehen können, egal ob auf Lägern in einem Anbindestall oder in Liegeboxen im Laufstall. Die Tiere brauchen im Kopfbereich genügend Platz, um Schwung holen zu können. Fehlt den Kühen der Kopfschwung oder schränkt sie eine harte Liegefläche ein, verkürzt sich die Liegezeit. Dies wirkt sich wiederum auf die Milchmenge aus. Eine Stunde länger liegen, kann bis zu einem Liter mehr Milch bedeuten. Hoher Liegekomfort bringt weitere Vorteile mit sich. Es schont die Gelenke und Klauen. Kühe, welche nur herumstehen - nicht fressen, trinken, melken oder liegen - belasten ihre Klauen und Gelenke. In Laufställen führen gute Liegeboxen dazu, dass die ranghohen Tiere nach dem Fressen sofort abliegen. Für die rangniedrigen Tiere besteht dann die Möglichkeit, ungestört zu fressen, zur Tränke oder allenfalls zum Roboter gehen zu können.

Theorieteil Kuhsignaltraining
Theorieteil Kuhsignaltraining

Praxis am Nachmittag

Am Nachmittag wechselten die Teilnehmergruppen auf einen Praxisbetrieb. Ausgerüstet mit Stallkleidung und Überziehstiefel, konnten die Inhalte vom Vormittag nun in der Praxis vertieft werden. Zuerst beobachteten sie die Kuhherde nach dem CowSignals - Konzept und den sechs Themenfeldern Ruhe, Raum, Licht, Luft, Futter und Wasser. Möglichst lautlos notierten die Milchproduzentinnen und Produzenten mit einer Checkliste, was sie sahen und Besonderheiten, die im Milchviehstall auffielen. Anschliessend tauschten sich die die Kursteilnehmenden über ihre Beobachtungen aus. Dabei wurden alle Signale und Auffälligkeiten angesprochen – die Guten sowie auch die Schlechten. Im zweiten Teil wurde zwischen den Kühen gearbeitet. Genaue Beobachtungen von Stalleinrichtungen und Einzeltieren führten zu spannenden Ergebnissen. In einer Schlussrunde schilderten die Teilnehmenden positive und kritische Kuhsignale, die sie beobachtet haben. Dazu kamen viele Vorschläge für Verbesserungen und es wurde abgestimmt, welche Verbesserungen aus ihrer Sicht zuerst umgesetzt werden sollten. Die Installation einer Tränke auf dem Laufhof, kürzere Zeitintervalle beim Futter anschieben oder bei jeder Tränke eine Bürste an einer Schnur zu montieren sind einige Verbesserungsvorschläge der Teilnehmenden. Am Ende des Praxisteils durfte der gemütliche Ausklang und Austausch untereinander nicht fehlen. 

 

Kuhsignaltraining im Stall
Kuhsignaltraining im Stall

 

Was sind Kuhsignale?
Gegründet wurde die Firma CowSignals® 2007 vom holländischen Tierarzt Joep Driessen. Mittlerweile verfügt die Firma über 500 lizenzierte Kuhsignal Trainer in über 50 Ländern. In Bergharen gibt es seit 2016 ein eigenes Training Center für die verschiedenen Lehrgänge.

www.cowsignals.com

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