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Rindvieh aktuell 06/2024

Der späte erste Schnitt im Frühjahr 2024 zeigt sich in tiefen NEL- und APD-Gehalten, sowie erhöhtem Faser- und Rohascheanteilen. Auch in den folgenden Schnitten wurde aufgrund des nassen Sommers höhere Rohasche-Gehalte eingeführt, vor allem bei belüftetem Dürrfutter.

Grundfutterqualität: Grünfutter 2024

Rückblick Ernte

Die späte Grünfutter Ernte im Frühjahr 2024 zeigt sich in tiefen NEL- und APD-Gehalten, sowie erhöhtem Faser- und Rohascheanteilen im ersten Schnitt. Auch in den folgenden Schnitten wurde aufgrund des nassen Sommers höhere Rohaschegehalte eingeführt, vor allem bei belüftetem Dürrfutter. Über das ganze Jahr 2024 hinweg sind die Energie- und Eiweissgehalte des Dürrfutters unter dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre (siehe Tab. 1). Auf dem Einzelbetrieb kann die Futterqualität jedoch stark von Durchschnittswerten abweichen. Für die exakte Fütterungsplanung ist eine Laboranalyse des eigenen Futters sinnvoll. Ein sorgfältig geführter Ernterapport (Link) kann ebenfalls gut geschätzte Nährwertangaben liefern. 

Tabelle 1: Übersicht der Schweizer Gehaltswerte 2024 Dürrfutter, basierend auf 1056 Proben (Quelle: Raufutter Enquête 2024)

FutterartRegion

NEL

MJ

APDE

g

APDN

g

RA

g

RP

g

RF

g

NDF

g

ADF

g

Zucker

g

Ca

g

P

g

Mg

g

K

g

Dürrfutter - belüftetCH5.386801131252615232991167.43.12.126.3
 ZH & TG
< 600 m
5.590871061352535172751256.83.52.129.1
 ZH & TG
600 - 799 m
5.791851021332334812661626.83.32.228.4
Dürrfutter -unbelüftetCH4.9807310911329057333190    

Je höher der Rohaschegehalt im Siliergut ist, desto rascher muss Milchsäure produziert werden durch die Vergärung von Zucker, um den pH-Wert auf ein stabiles Niveau abzusenken. Siliermittel können diesen Prozess unterstützen. Dennoch haben verschmutzte Silagen eine schlechtere Silierbarkeit und damit ein höheres Risiko für Fehlgärungen (Buttersäuregärung). Hohe Buttersäuregehalte reduzieren die Fresslust und Futterqualität und sind durch den ranzigen, beissenden Geruch des Siliergut festzustellen.

Hefen und Schimmelsporen kommen natürlicherweise auf dem Feld vor. Ein tiefer Schnitt erhöht aber ihr Vorkommen. Bei unzureichender Verdichtung und/oder Luftzufuhr bauen die Hefen die konservierende Milchsäure ab, dadurch steigt der pH-Wert der Silage an. Nun können sich die eingetragenen Schimmelpilze vermehren. Diese Vorgänge sind durch offensichtliche Schimmelbildung und Nacherwärmung erkennbar. Im Labor können die giftigen Stoffwechselprodukte der Schimmelpilze (Mykotoxine) nachgewiesen werden.

Zu berücksichtigen gilt, dass auch auf Gräser- und Kleesorten Mehltau und weitere Feldpilze (Link)  auftauchen können. Nicht jede Pilzkrankheit auf den Futterpflanzen ist unmittelbar gesundheitsschädlich für das Nutztier, doch die Silierqualität sowie Schmackhaftigkeit des Futters leiden rasch unter stärkerem Befall. Schimmelsporen können in der ganzen Silage vorhanden sein. 

Fütterungs- und Managementmassnahmen

  • Staub im Dürrfutter
    Heu und Emd können vor dem Füttern aufgeschüttelt werden, damit Erde und Staub abfallen und nicht im Trog landen.
  • Futter-Mengenplanung sinnvoll gestalten
    In der Silage sind hohe Dreckanteile kaum mechanisch zu entfernen. Bei beiden Konservierungsmethoden sind >5 % Krippreste einzukalkulieren.
  • Nacherwärmen vermeiden – den richtigen Vorschub wählen
    Flachsilo mit Vorschub von 1 m/Woche und im Hochsilo 10 cm/Tag im Winter einhalten. Im Sommer erhöht sich der Vorschub auf 2 m/Woche im Flachsilo und auf 20 cm/Tag im Hochsilo. Markierungen an der Fahrsilowand mit Datum hilft den Überblick zu behalten. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Merkblatt Fahrsilomanagement.
  • Augen auf bei Folienschäden
    Neben dem Vorschub ist die korrekte Abdeckung der Lagerstätte und die regelmässige Kontrolle während der Lagerzeit essenziell. 
    Vor allem Siloballen und Flachsilos sind verschiedenen Risiken von Folienverletzungen ausgesetzt und sollten wöchentlich auf Schäden kontrolliert werden. Löcher sind sofort zu flicken.
  • Buttersäuregehalt in der Silage – wie weiter?
    Eine Kuh hat den deutlich stärker ausgeprägten Geruchs- und Geschmackssinn als der Mensch. Eine stinkende Silage ist für die Kuh somit nicht appetitlich. Bei geringem Buttersäure-Vorkommen kann durch Verdünnung mit anderen Silagen eine akzeptable Fressbarkeit erreicht werden. Sehr stark verschmutzte Silage mit >20 g Buttersäure /kg TS sind als Fehlgärung einzustufen und nicht fütterungstauglich.
  • Schimmelbefall
    Eine Schimmelbelastung lässt sich durch muffigen Kellergeruch erahnen. Rund um den sichtbaren Schimmelbefall sollten immer mind. 15 cm mehr Futter entsorgt werden, damit auch das Pilz-Mycel und das Sporenreservoir entfernt sind.

 

Vorschau Strickhof Milch-Tag

Am Freitag, 24. Januar 2025 findet der Strickhof Milch-Tag im Forum AgroVet-Strickhof in Lindau statt. Die Tagung rückt das Kalb in den Fokus. Neben einem abwechslungsreichen Postenlauf am Nachmittag erwarten Sie spannende Vorträge rund um die Kälberhaltung. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung. Zusätzliche Informationen finden Sie unter dem nachfolgenden Link. 

 

Aktuelles aus dem Team Tierhaltung:

 

 

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie besinnliche Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

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