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Obst-Info Zürich Nr. 15 vom 28. Mai 2026

Aktuelle Themen: Wetter und Phänologie ¦ Kernobst: Feuerbrand wird sichtbar ¦ Kernobst Pflanzenschutz: Schorf; Wickler ¦ Käfer der Gattung Paederus: Achtung vor Verätzungen

Wetter und Phänologie

Die aktuelle Hitzeperiode soll noch bis am Sonntag andauern, ab dann wird es unbeständiger mit etwas Abkühlung und gewittrigen Regengüssen. 

Phänologie: Die meisten Apfelsorten haben das T-Stadium (BBCH 74) bereits überschritten und sind nun im Fruchtwachstum. Birnen befinden sich etwas weiter im Fruchtwachstum (BBCH 74). Auch bei Zwetschgen und Kirschen schreitet das Fruchtwachstum rasch voran, die Kirschen befinden sich verbreitet im Rötelfruchtfall, frühe Sorten schlagen bereits zur roten Farbe um.

 

Kernobst: Feuerbrandbefall wird sichtbar

Aufgrund der Analysen aus dem Blütenmonitoring nicht völlig unerwartet, sind im Kanton Zürich in den letzten Tagen die ersten Feuerbrandsymptome aufgetaucht.

Die hohen Temperaturen führen bei Befall zu einer explosionsartigen Zunahme der Symptome, verbunden mit starker Schleimbildung.

In Sortenblöcken, die noch vor 2 Tagen befallsfrei schienen, kann nun plötzlich Befall festgestellt werden. Dies zeigt, wie wichtig regelmässige Kontrollen respektive eine aufmerksame Beobachtung der eigenen Obstanlagen sind.

Wir raten allen Betrieben in Risikoregionen, die Kernobstanlagen noch vor dem Wochenende und damit vor möglichen Gewittern auf Feuerbrandbefall zu kontrollieren. Tritt Feuerbrandbefall auf, kann dieser durch korrekte und rechtzeitig durchgeführte Sanierung mittels Rückschnitt in der Regel gut unter Kontrolle gebracht werden. Wegen der hohen Schleimbildung ist die umgehende Entfernung aller befallenen Stellen vor dem nächsten Regen ausserordentlich wichtig.

Wenden Sie sich bei Fragen zur Sanierung und für Befallsmeldungen bei David Szalatnay.

Kernobst Feuerbrand 2026
Die hohen Temperaturen haben zu einer grossen Menge an Bakterienschleim geführt. Bilder vom 27.5.2026. Fotos: Strickhof Fachstelle Obst

 

Kernobst Pflanzenschutz

Schorf: Die Primärinfektionsphase und die Ascosporenausstösse 2026 sind beinahe zum Ende gekommen. 

Die Folgen der extremen Infektionsbedingungen Mitte April und in der ersten Maihälfte sind bei unbehandelten Apfelbäumen oder Behandlungslücken mittlerweile gut sichtbar (Bild unten). Tritt Schorfbefall in den Anlagen auf, sind regelmässige Behandlungen mit vorbeugenden Mitteln vor Infektionsereignissen weiterhin wichtig. 

Kernobst Pflanzenschutz
Sichtbare Schorfinfektion an Golden Ende Mai 2026. Foto: Strickhof Fachstelle Obst


Wickler: Der Schlupf der ersten Apfelwicklerlarven hat begonnen, die Fangzahlen in unserem Monitoring waren jedoch bis Anfang Woche noch auf einem recht tiefen Niveau. In Lagen mit starkem Druck ist eine erste Behandlung mit Granuloseviren in den nächsten Tagen sinnvoll. Zu beachten ist, dass die Wirkung bei der aktuell sehr starken Sonneneinstrahlung nur ungefähr 5 – 7 Tage anhält. Mit einer chemischen Behandlung gegen Apfelwickler mit Emamectinbenzoat oder Spinetoram sollte noch bis mindestens nächste Woche gewartet werden, da dann gleichzeitig der kleine Fruchtwickler erfasst wird. 
Auch der Schalenwickler kann gegen Ende Woche mit Granuloseviren (Capex Plus, Zulassung per Allgemeinverfügung) bekämpft werden. 

 

Achtung vor Verätzungen durch Käfer der Gattung Paederus

Paederus Insekt
Links ein Paederus-Käfer auf einer Zwetschge. Symptome in der Armbeuge (Mitte) und am Hals (rechts). Bilder zvg

 

Seit Ende März erreichen uns regelmässig Meldungen von Sichtungen oder effektiven Verätzungen der Haut durch Käfer der Gattung Paederus. Die Symptome können sehr schmerzvoll sein und die Ursache der Verbrennungen wird, wie ein uns soeben bekannter Fall zeigt, oft auch von Ärzten nicht erkannt.

Paederus Insekt
Befallsentwicklung in einer Armbeuge von Tag 1 (erste Symptome) bis Tag 7 nach einem unangenehmen Kontakt mit dem Toxin Pederin. Bilder: zvg

 

Insbesondere bei Arbeiten in Bodennähe, also beispielsweise bei der Erdbeerernte im Freiland, besteht ein erhöhtes Risiko diesem knapp 1 cm kleinen Insekten zu begegnen. Bei Stress oder beim Zerquetschen geben sie ein Toxin namens Pederin auf die Haut ab, welches erst nach über 12 Stunden schmerzhafte Verätzungen auslöst. Falls Sie in Kontakt mit den kleinen «Biestern» kommen, empfiehlt es sich, die Haut möglichst rasch und gründlich mit Wasser und Seife zu waschen. Melden Sie uns bitte Fälle, damit wir einen besseren Überblick zur Lage erhalten.

Mehr Infos unter: strickhof.ch "Käfer der Gattung Paederus - Kleines Insekt verursacht grosse Schmerzen"

 

 

Weitere Themen im PDF:

 

 

PDF: Obst-Info Zürich Nr. 15 vom 28. Mai 2026

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