Obst-Info Zürich Nr. 7 vom 25. März 2026
LAWIS plus: Erfassen Sie die Sortenblöcke
Im Rahmen der Strukturdatenerhebung müssen neu auch die Obstsorten/Sortenblöcke georeferenziert eingezeichnet werden. Je nach Anzahl Sorten, Grösse und Struktur der Parzellen/Sortenblöcke ist dies mit einem mehr oder weniger grossen Aufwand verbunden.
Die Strickhof Fachstelle Obst hat drei erklärende Videos zur Erfassung der Sortenblöcke in LAWIS plus erstellt. Diese sind auf Youtube unter folgenden Links abrufbar:
- Youtube Strickhof: LAWIS plus / Obstsorten: Neue Sortenblöcke einzeichnen
- Youtube Strickhof: LAWIS plus / Obstsorten: Neue Sortenblöcke einzeichnen mit Daten aus dem Vorjahr
- Youtube Strickhof: LAWIS plus / Obstsorten: Grösse ändern bei Sortenblock
Beachten Sie!
- Es gibt Obstanlagen, die sich auf mehreren Katasternummern befinden. Achten Sie dann darauf, dass ihre gesamte Obstanlage in der gleichen Bewirtschaftungseinheit liegt, da dies die Eingabe der Sorten massiv vereinfacht. Liegt eine Obstanlage in 2 oder mehr getrennten Bewirtschaftungseinheiten, können Sie diese miteinander verbinden mit dem folgenden Werkzeug à «Bewirtschaftungseinheit zusammenlegen» .
- Sind die Grössen oder Positionen der Kulturen Apfel, Birne oder Steinobst nicht korrekt hinterlegt, müssen diese vor der Sorteneingabe korrigiert werden. Für Sie als Betrieb wurde die Funktion des Kulturwechsels nicht frei geschaltet. Wenden Sie sich in diesem Fall an die Gemeindestelle oder die Fachstelle Obst.
Die Gemeindestelle für Landwirtschaft ist Ihre erste Anlaufstelle bei Fragen und Problemen. Bei spezifischen Fragen zu Obstflächen, wenden Sie sich an die Strickhof Fachstelle Obst. Nutzen Sie das aktuell regnerische Wetter um ihre Sorten zu erfassen.
Das Portal wird bald schliessen (1. April 2026) und die Fachstelle Obst wird bei vielen Anfragen am letzten Tag kaum in der Lage sein, alle Anfragen zu beantworten oder bei der Lösung von Problemen zu helfen. Melden Sie sich darum möglichst frühzeitig bei uns.
Wetter und Phänologie
Gemäss Wetterprognose erwartet uns wechselhaftes Wetter mit einem Temperatursturz ab Donnerstag. Auch wenn die Niederschlagsmengen laufend nach unten korrigiert werden, ist es wahrscheinlich, dass es in unserer Region zu Schneeregen kommen wird.
Zudem besteht verbreitet die Gefahr von starken Nachtfrösten mit den tiefsten gemeldeten Temperaturen von bis zu -5°C auf 2 m Höhe in den Morgenstunden vom Samstag. www.meteoschweiz.admin.ch
Kernobstbäume am Standort Lindau sind mehrheitlich zwischen den Mausohr- und Grünknospenstadium (BBCH 54-56). Kirschen und Zwetschgen befinden sich mehrheitlich im Stadium des fortgeschrittenen Knospenschwellens bis Knospenaufbruch (BBCH 52-53). Bei Zwetschgen-/Pflaumensorten sind abhängig von der Sorte diverse Stadien zu finden. Tendenziell sind die Zwetschgen bereits etwas weiter als die Kirschen (BBCH 52-55).
Wie die Bilder oben eindrücklich zeigen, hat die Blattmasse bei Kernobstbäumen wie erwartet stark zugenommen.
Kernobst / Steinobst: Pflanzenschutz
Trotz den gemeldeten Niederschlägen und der langen Blattnassdauer ist dank den sehr kalten Temperaturen nur mit einem geringen Schorfinfektionsrisiko zu rechnen.
Die Schorfinfektionsprognose (RIMpro) kann hier abgerufen werden: Schorfprognose RIMpro (www.bioaktuell.ch)
Grundsätzliche Infos siehe Obst-Info Zürich 06/2026
Erdbeerkulturen schützen - Spätfrostgefahr beachten
Die Erdbeerkulturen haben sich bisher gut entwickelt und sind je nach Sorte und Kultursystem im Stadium Blütenschieben (Freiland) bis Vollblüte (im Tunnel verfrüht).
In verfrühten Kulturen besteht daher eine erhöhte Gefahr von Spätfrostschäden. Der aktuelle Witterungsverlauf macht es unumgänglich, verfrühte Kulturen während der Nacht vor Spätfrosteinwirkungen zu schützen.

Da besonders ab Freitag, gemäss Wetterprognose, die Gefahr von starken Nachtfrösten besteht (auf 2 m bis -5°C), sind die Erdbeerkulturen rechtzeitig zu schützen um Schäden an den Blüten zu verhindern. Das gilt auch für Kulturen im Tunnel.
Die kritische Pflanzentemperatur bei Erdbeeren ist:
- geschlossene Knospe -5°C
- Blütenblätter sichtbar -1.5°C
- offene Blüte, Vollblüte 0 °C
Diese Angaben beziehen sich jeweils auf trockene Pflanzenteile!
Schutz durch Vliesauflage
Dieser Schutz geschieht am einfachsten, indem die vorhandenen Vliese (ca. 20 g/m2) kurz vor Sonnenuntergang einfach oder doppelt (zwei Vliese übereinander) über die Kulturen gelegt werden. Die Vliese müssen aber am anderen Morgen bei steigender Temperatur (Sonne) wieder von den Kulturen genommen werden, um eine zu starke Erwärmung zu verhindern und ein Abtrocknen der Bestände zu ermöglichen.
Besonders bei blühenden Beständen empfiehlt es sich als Schutzauflage zwei normale Vliese (ca. 20 g/m2) zu verwenden oder ein schweres Vlies (> 30 g/m2). Für die Bestäubung ist eine Abdeckung tagsüber wichtig, besonders bei trockenem Wetter und Temperaturen über 10°C.
Für die Isolierwirkung der Vliesabdeckung ist es entscheidend, ob das Vlies trocken oder nass ist. Beachten Sie: nasses Vlies hat eine reduzierte Isolierwirkung. Bildung von Raureif auf dem Vlies fördert die Schutzwirkung in der Nacht.
Schutz durch Frostberegnung
Eine weitere Möglichkeit zum Frostschutz ist die Beregnung. Wichtig dafür ist ein rechtzeitiges Einschalten und eine ausreichende Wasserverfügbarkeit (ca. 30 m3/h/ha). Nachteilig ist die Vernässung der Kultur. Auch eine Kombination von Vliesabdeckung und Beregnung ist zum Frostschutz möglich.
Bei Strauchbeeren (Himbeeren, Brombeeren) ist Frostschutz nur in geschützten Kulturen möglich/sinnvoll. Im Freiland kommen nur sehr selten Heizungssysteme oder Frostschutzberegnung in Frage.
Klimaführung Tunnel
Eine gute Klimaführung im Tunnel hinsichtlich Wärme, Feuchtigkeit und Verfrühungseffekt sind wichtige Grundlagen für eine erfolgreiche Kultur. Details zur Klimasteuerung im Tunnel finden Sie im Merkblatt auf unserer Homepage www.strickhof.ch > Fachwissen Beeren.
Frostempfindlichkeit von verschiedenen Obstarten
Die Empfindlichkeit von Obstbäumen gegenüber von Frostereignissen hängt stark vom Phänologischen Stadium ab. Die aktuelle Übersicht für die Obstarten Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge und Aprikose finden Sie hier: PDF: Frostanfälligkeit verschiedener Obstarten (Strickhof-Merkblatt 3.2026)
Im Moment sind besonders blühende Aprikosenbäume im Freiland gefährdet. Sollten die Nachttemperaturen unter -4°C sinken, sind geringfügige Schäden bei Kirschen und Äpfeln nicht ausgeschlossen.
Weitere Themen:
- Fachbewilligung Pflanzenschutzmittel: jetzt handeln
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