Obst-Info Zürich Nr. 6 vom 18. März 2026
Wetter und Phänologie
Gemäss Wetterprognosen www.meteoschweiz.admin.ch bleibt es bis über das Wochenende trocken. Die noch frostigen Nachttemperaturen werden über 0°C ansteigen. Die Tagestemperaturen liegen bis auf Weiteres knapp über 10°C.
Kernobstbäume am Standort Lindau sind mehrheitlich im Stadium Mausohrstadium (BBCH 54).
Kirschen und Zwetschgen befinden sich mehrheitlich im Stadium des fortgeschrittenen Knospenschwellens (BBCH 52). Bei einigen Zwetschgen-/Pflaumensorten sind bereits erste Knospen aufgebrochen (BBCH 53).
Obwohl die Temperaturen für die Jahreszeit nicht aussergewöhnlich hoch sind, wird der
Vegetationsfortschritt weiter voranschreiten und sich die Blattmasse der Rosettenblätter beim Kernobst laufend erhöhen.
LAWIS plus: Schulungsvideos zur Erfassung der Sortenblöcke
Im Rahmen der Strukturdatenerhebung müssen neu auch die Obstsorten/Sortenblöcke georeferenziert eingezeichnet werden. Je nach Anzahl Sorten, Grösse und Struktur der Parzellen/Sortenblöcke ist dies mit einem mehr oder weniger grossen Aufwand verbunden.
Die Strickhof Fachstelle Obst hat drei erklärende Videos zur Erfassung der Sortenblöcke in LAWIS plus erstellt. Diese sind auf Youtube unter folgenden Links abrufbar:
- LAWIS plus / Obstsorten: Neue Sortenblöcke einzeichnen
- LAWIS plus / Obstsorten: Neue Sortenblöcke einzeichnen mit Daten aus dem Vorjahr
- LAWIS plus / Obstsorten: Grösse ändern bei Sortenblock
Bitte gehen Sie die Strukturdatenerhebung frühzeitig an und machen Sie sich mit LAWIS plus vertraut. Die Gemeindestelle für Landwirtschaft ist Ihre erste Anlaufstelle bei Fragen und Problemen. Bei spezifischen Fragen zu Obstflächen, wenden Sie sich an die Strickhof Fachstelle Obst.
Kernobst: Krankheiten
Schorf: Trotz kühlen Temperaturen am vergangenen Wochenende wurden in den Sporenfallen mehr Ascosporen gefangen als von den Prognosemodellen vorhergesagt. Dies verdeutlicht, dass nach der laufenden Trockenphase ein relevanter Ascosporenausstoss zu erwarten ist. Die Wetterprognosen zeigen bis über das Wochenende keine Niederschläge an. Trotzdem ist es wichtig wachsam zu bleiben, sollten Niederschläge vorhergesagt werden. Da sich laufend neue Blätter entfalten und sich die Blattfläche damit rasant erhöht, wird es wichtig sein, diese möglichst unmittelbar vor den nächsten, vorhergesagten Niederschlägen mit einer vorbeugenden Behandlung zu schützen.
Link zur Schorfinfektionsprognose (RIMpro) www.bioaktuell.ch
Steinobst Krankheiten
Schrotschuss: In Parzellen mit hohem Infektionsdruck ist vor den nächsten Niederschlägen eine Behandlung mit Kupferpräparaten sinnvoll. Bei Temperaturen über 12 °C kann die Behandlung in Kombination mit Netzschwefel durchgeführt werden. Beachten Sie die im Steinobst zugelassene Höchstmenge von 3 kg Reinkupfer pro ha und Jahr. ÖLN-Betriebe können alternativ eine Behandlung mit Dithianon vorsehen, falls eine allfällige Ölbehandlung mehr als 8 Tage zurückliegt. Die maximal zulässige Höchstmenge an Dithianon beträgt im Steinobst 1’680g pro ha und Jahr.
Monilia: Der Pilz überwintert an den am Baum verbliebenen Fruchtmumien. Erste Infektionen geschehen ab Stadium BBCH 57 – 59 (öffnen der Kelchblätter bzw. Ballonstadium). Dies ist derzeit höchstens bei frühen Aprikosensorten der Fall.
Indirekte Massnahmen: Fruchtmumien unbedingt vollständig entfernen. Regendach noch vor der Blüte montieren (vor allem Bio), um die Blüten trocken zu halten und dadurch das Auskeimen der Moniliasporen zu verhindern. Für den Einsatz von Fungiziden ist es aufgrund der phänologischen Entwicklung und der trockenen Witterung noch zu früh. Wir informieren zum weiteren Vorgehen in einem der nächsten Obstinfos.
Steinobst Schädlinge
Schwarze Kirschenblattlaus: Wo Läuse festgestellt werden, kann bis zum Stadium BBCH 56 noch eine Ölbehandlung durchgeführt werden, vgl. Obst-Info Zürich 4/2026. Danach schliesst sich das Behandlungsfenster bis nach der Blüte.
Die Grüne Zwetschgenblattlaus ist ab Austrieb zu überwachen und wenn nötig bereits vor der Blüte zu regulieren. Mit einer visuellen Kontrolle sind 100 Blattknospen zu überprüfen, die Schadschwelle ist bei einem Befall von 2 - 5 % erreicht. Im ÖLN stehen Flonicamid (Teppeki) oder Pirimicarb für eine Behandlung kurz vor Blühbeginn zur Verfügung. Achtung: Pirimicarb benötigt für eine Wirkung Temperaturen von 18°C oder mehr. Biobetriebe können eine Ölbehandlung mit Zulassung gegen Frostspanner und Teilwirkung gegen Zwetschgenblattlaus durchführen. Siehe Hinweise zu Schwarze Kirschenblattlaus.
Überwachung Pflaumensägewespe: Der Flug setzt Anfang Blüte ein, wir empfehlen eine Flugüberwachung mit Weissfallen «Rebell Bianco». Wo nicht schon geschehen, die Fallen jetzt beschaffen, damit sie eine Woche vor Blühbeginn aufgehängt werden können. Hinweise zur Schadschwelle und Behandlungsstrategie folgen in einem der nächsten Obstinfos.
Weitere Themen:
- Fachbewilligung Pflanzenschutzmittel
- Notfallzulassungen /Allgemeinverfügungen
- Agenda