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Aktuell grosser Befallsdruck von Kirschessigfliegen KEF

Diesen Sommer waren witterungsbedingt die Probleme mit der KEF im Obstbau vergleichsweise gering. Doch seit 2 Wochen zeigt sich ein ganz anderes Bild mit hohen Fangzahlen und starkem Fruchtbefall. Und so ist jetzt, zum Herbst hin, Vorsicht geboten beim Obst und in den Reben (Publikation vom 22.9.2023).

Untypischer Verlauf im 2023

Nach dem milden Winter 2022/23 erstaunte es nicht, dass die Fangzahlen sich im Frühjahr auf einem relativ hohen Niveau bewegten. Und dann war auch der Befall auf den ersten Kirschen keine Überraschung. Dieser war jedoch sehr regional begrenzt. Und durch die trockene Witterung im Juni gingen die Schäden und Fangzahlen im Sommer wieder schnell zurück. Selbst die, normalerweise im August startende, «Spätsommer-Welle» mit einem starken Anstieg der KEF-Zahlen und Schäden bei Himbeeren und Brombeeren blieb dieses Jahr aus. Die Hitze und Trockenheit im August waren hier sicherlich entscheidende Faktoren.

 

Wende nach der Hitzewelle

Nach dem Ende der Hitzewelle Ende August kam dann die grosse Wende bei der KEF-Population. Der Regen, die leicht tieferen Temperaturen und der viele Tau nachts verhalfen der asiatischen Fruchtfliege zu idealen Bedingungen und die Fangzahlen und die Schäden auf den Früchten (v.a. Beerenarten) nahmen sehr stark zu. Das stellt die Produzenten von Himbeeren und Brombeeren vor grosse Herausforderungen, besonders was den Ernterhythmus angeht. Eine tägliche Ernte war von da an erforderlich, um grössere Ernteverluste zu verhindern. Das gilt auch aktuell noch. Und zu beobachten ist nun auch ein hoher Befallsdruck bei empfindlichen Traubensorten, vor allem blaue Rebsorten/Tafeltrauben.

Kirschessigfliege KEF Schutzmassnahmen
Seitennetze sind eine der wichtigsten Schutzmassnahmen gegen Schäden durch die KEF in Obst- und Beerenkulturen.

 

Sogar Erdbeeren mit Befall

Besonders auffällig ist, dass es jetzt im Herbst sogar bei spätreifen Erdbeeren zu teils massiven Schäden durch Maden der KEF gekommen ist. Normalerweise sind Erdbeeren wenig anfällig, weil sie als flache Stauden weniger attraktiv für die KEF sind als busch- oder baumförmig wachsende Obstarten.

Daher empfiehlt die Fachstelle Obst dringend die vorbeugenden Massnahmen konsequent umzusetzen. Dazu gehört das Schliessen der Seitennetze und eine konsequente und restlose Ernte der Früchte.

Im Privatgarten oder Einzelpflanzen sind auch Netzbeutel gut geeignet zum Schutz der Beeren vor Befall durch die KEF oder andere Schädlinge, wie Wespen und Vögel.

Kirschessigfliege KEF
Auch Erdbeeren werden aktuell von der Kirschessigfliege befallen
Kirschessigfliege KEF Schutzmassnahmen
Netzbeutel sind gerade im Privatgarten oder für Tafeltrauben eine gute Lösung gegen KEF-Befall und andere Schadinsekten oder Vögel.

 

Aktueller Leitfaden KEF

Agroscope hat den aktuellen Leitfaden KEF-Bekämpfung mit einer Übersicht und Hinweisen zu den aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen die KEF in Obst- und Beerenkulturen publiziert: Technischer Leitfaden auf www.agroscope.admin.ch

 

interner Link zu allgemeinen Informationen zur Kirschessigfliege (Drosophila suzukii)

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