Obst-Info Zürich Nr. 9 vom 9. April 2026
Wetter und Phänologie
Die Temperaturen steigen auf frühsommerliche Werte an und die phänologische Entwicklung sämtlicher Obstarten schreitet mit grossen Schritten voran. Ab Nacht auf Freitag steigt das Regenrisiko an, die Entwicklung darüber hinaus ist noch etwas unsicher, tendenziell soll es wieder etwas kühler und unbeständiger werden. www.meteoschweiz.admin.ch
Apfelbäume am Standort Lindau sind mehrheitlich im Grünknospenstadium (BBCH 56). Bei den frühen Birnen hat die Blüte eingesetzt (BBCH 60-63). Kirschen und Zwetschgen befinden sich mindestens im Stadium Kelchblätter geöffnet (BBCH 55-57), frühe Sorten wie Tegera und Cacaks Schöne sind teils bereits in Vollblüte.
Kernobst Pflanzenschutz
Feuerbrand
Mit dem Beginn der Kernobstblüte lohnt es sich, die Feuerbrandinfektionsgefahr wieder im Auge zu behalten. Solange die Temperaturen nicht für mehrere Tage über 22 Grad ansteigen, kann grundsätzlich von einem geringen Infektionsrisiko ausgegangen werden.
Bei ansteigendem Infektionsrisiko werden wir wie in den vergangenen Jahren Blütenproben sammeln und sie über unsere Obst-Infos informieren, sobald ein erhöhtes Infektionsrisiko und allfällige Massnahmen gegen Feuerbrand-Blüteninfektionen angezeigt sind.
Schorf/Mehltau
Die bisher geringen Niederschlagsmengen, gepaart mit einer jeweils kurzen Blattnassdauer, haben das Infektionsrisiko bisher nur auf eine geringe Stufe ansteigen lassen.
Dies dürfte sich insbesondere mit den vorhergesagten Niederschlägen ab Freitag bis Anfang der kommenden Woche ändern, wo ein extremes Infektionsrisiko erwartet werden muss. Im Moment warten 30% aller Sporen darauf, ausgestossen zu werden (hellroter Bereich in der Grafik).
rimpro Schorfinfektionsprognose (www.bioaktuell.ch)
Behandlungen sollten immer möglichst am Tag vor erfüllten Infektionsbedingungen erfolgen, damit alle neu entfalteten Blätter geschützt werden, was besonders zum jetzigen Zeitpunkt entscheidend ist.
Je nach Schwere der Infektionen sollte man sich gedanklich bereits jetzt darauf einstellen, dass nach dem Infektionsereignis eine weitere Behandlung mit einem kurativen Mittel (oder für Biobetriebe Behandlungen ins Keimungsfenster) notwendig sein könnten.
Strategie und Mittelwahl: Obst-Info Zürich Nr. 8 vom 2.4.2026
Vorblütenkontrollen Kernobst
Vorblütenkontrollen zur Schadschwellen-Bestimmung müssen gemäss den ÖLN-Richtlinien durchgeführt und dokumentiert werden. Die Vorblütenkontrolle bevorzugt im Rotknospenstadium (BBCH 57) durchführen. Zu diesem Zeitpunkt sind verschiedene Läuse, aber auch Raupenschädlinge wie Frostspanner gut zu erkennen.
Eine Dokumentation mit Fotos der Schaderreger finden Sie unter Grundlagen zur visuellen Kontrolle im Obstbau (www.strickhof.ch)
Steinobst: Pflanzenschutz
Monilia, Schrotschuss, Sprühflecken: Obst-Info Zürich Nr. 8 vom 2.4.2026
Pflaumenwickler: Obst-Info Zürich Nr. 8 vom 2.4.2026
Pflaumensägewespe
Flugüberwachung mit Weissfalle ist dringend empfohlen. Die Schadschwelle beträgt 80 – 100 Wespen pro Falle.
PSM-Einsatz: Über eine notwendige Behandlung ist abhängig von Fangzahlen, Blühintensität und Befruchtungsverhältnissen zu entscheiden.
ÖLN Acetamiprid (Gazelle, Pistol, Oryx Pro) erst nach der Blüte (ab BBCH 69) einsetzen.
ÖLN + BIO: Beim Abblühen (BBCH 67) Quassan (3-4 l/ha), mit 1000 l Brühmenge/ha.
Blattläuse
Wo der Druck der grünen Zwetschgenblattlaus hoch ist, kann diese in noch nicht blühenden Beständen jetzt bekämpft werden.
ÖLN Flonicamid (Teppeki), bei warmen Temperaturen >18°C kann auch Pirimicarb eingesetzt werden. Beide Mittel sind Bienentoxisch, kein Einsatz in die Blüten und bei blühendem Unterbewuchs.
ÖLN + BIO: Rapsöl, bei warmem Wetter und zwei Tagen ohne Regen.
Wenn mit einer Blattlausbehandlung bis nach der Blüte gewartet wird, kann im ÖLN Acetamiprid eingesetzt und damit auch gleich die Pflaumensägewespe erfasst werden.
Mit der Behandlung der schwarzen Kirschenblattlaus kann meist bis nach der Blüte gewartet werden.
Fruchtausdünnung bei Zwetschgen
Wo Zwetschgen stark blühen, kann der Aufwand für die spätere Handausdünnung mit einer chemischen Ausdünnung in die Blüte deutlich reduziert werden. Sowohl für ÖLN- als auch für Biobetriebe besteht die Möglichkeit der Fruchtausdünnung mit Kaliumbicarbonat (Armicarb, GHEKKO). Erfahrungen zeigen, dass dadurch der Fruchtansatz um 20 bis 30% reduziert werden kann.
Für eine optimale Wirkung sollte die Behandlung bei Temperaturen um 15 - 22°C erfolgen. Die Bäume sollten bei der Behandlung trocken sein (auch keine Taunässe) und nach der Spritzung muss es einige Stunden trocken bleiben. Spritzung bevorzugt am Vormittag durchführen.
Es besteht keine Gefahr für Bienen durch Kaliumbicarbonat.
In der Regel sind zwei Behandlungen notwendig: die erste bei beginnender Vollblüte, die zweite 3 bis 5 Tage später.
Aufwandmenge: 1000 Liter Wasser/ha und 1.5% Kaliumbicarbonat (15kg/ha). Das Mittel wirkt durch Austrocknen von Narbe und Griffel. Wichtig ist es deshalb, auf eine gute Benetzung möglichst vieler offener Blüten zu achten.
PET-Flaschen Sammelbestellung 2026 – jetzt bestellen
Die Preise für die PET-Flaschen Sammelbestellung 2026 wurden dem Fachbereich Fruchtsaft von den bisherigen Lieferanten zugestellt.
Die Aktiv-Mitglieder des Zürcher Obstverbandes haben die Bestellliste am 8.4.2026 direkt per Email erhalten. Bitte beachten Sie die kurzfristige Bestell-Frist bis am kommenden Dienstag, 14. April 2026!
Für die Bag-in-Box Säcke und Kartons sowie 3-Liter Stehbeutel werden die Bestellscheine in den kommenden Tagen separat per Email verschickt.
Bei Fragen wenden Sie sich an denise.lattmann@strickhof.ch / 058 105 91 70