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Pflanzenschutz aktuell im Feldbau 21. Juli 2021

Zuckerrüben: Cercospora ¦ Getreide: Stoppelbehandlung und -bearbeitung ¦ Raps: Rapskrebs ¦ Japankäfer: Verdachtsfälle mit Bildern melden

Cercospora-Blattflecken rechtzeitig bekämpfen, Problemunkräuter auf dem Stoppelfeld regulieren und bei der Stoppelbearbeitung mit Fingerspitzengefühl vorgehen.

 

Zuckerrüben

Cercospora
Mittlerweile haben wir auf 8 von 10 Feldern Cercospora-Blattflecken gefunden. Mit den Temperaturen und der Feuchtigkeit diese Woche haben sicher auch auf bis jetzt befallsfreien Feldern Infektionen stattgefunden. Im Laufe der nächsten 2 Wochen wird man auch dort Cercospora-Blattflecken finden. Die Wirkung von Behandlungen ist besser, wenn Fungizide eingesetzt werden, bevor die Flecken stark zunehmen. Da der Behandlungsbeginn in diesem Jahr schon eher spät ist, besteht die Chance, dass bei robusteren Sorten eine Behandlung ausreicht. Der teilweise Wirkungsverlust der Triazole kann durch den Zusatz von Kupfer etwas ausgeglichen werden. Kupfer wird mit rund 30 mm Regen aber abgewaschen. Bei Behandlungen kurz vor Niederschlägen bringt der Kupferzusatz also nicht viel. 

 

Getreide

Stoppelbehandlung und -bearbeitung
Wenn vor oder während der Ernte ein hoher Besatz an Problemunkräutern wie Winden oder Disteln auffällt, ist eine Stoppelbehandlung mit einem Glyphosathaltigen Mittel in Erwägung zu ziehen. Für mechanische Stoppelkuren sind die nassen Bedingungen in diesem Jahr ungeeignet. Allenfalls sieht es in zwei Wochen anders aus. Eine Glyphosatbehandlung sollte erst gemacht werden, wenn genug Blattmasse vorhanden ist. Quecken und Disteln sollten ca. 25 cm hoch sein; Winden 30-40 cm Trieblänge mit Blüten aufweisen. Für Quecken, Disteln und Blacken reichen 3-6 Liter/ha eines Glyphosat-haltigen Produktes (360g/l). Gegen Winden und Wallwurz muss die obere bewilligte Aufwandmenge von 7.5 bis 10 Liter/ha je nach Mittel eingesetzt werden. Eine vergleichbare Wirkung, aber nur mit der mittleren Aufwandmenge Glyphosate wird in Mischung mit einem Dicamba haltigen Mittel erreicht (Bsp. Touchdown 5.0 l/ha + Banvel 4S 0.5 l/ha). Vorsicht bei REB: Hier darf je nach Mittel maximal 3.1 bis 4.1 Liter/ha eingesetzt werden. Mit den Wuchsstoffmischungen kann die maximale Aufwandmenge von 1500g Wirkstoff Glyphosate/ha für REB-Beiträge eingehalten werden. Dicamba darf nicht unmittelbar vor einer Gründüngung eingesetzt werden. Wenn Raps oder Getreide folgt, ist eine Wartefrist von 6 Wochen nötig. Gespritzt werden sollte mit wenig Wasser (200l/ha) bei wüchsigem Wetter. Bei hartem Wasser kann durch Ansäuern der Spritzbrühe mit bspw. Checkpoint, X-Change, pH-Korrekt oder 2kg Ammonsulfat/100l Wasser eine Wirkungssteigerung erreicht werden. Eine Zugabe zu Roundup Profi, Power Max und Power Flex ist nicht nötig, da diese bereits ähnliche Stoffe in der Formulierung enthalten.
Bearbeiten Sie die Stoppelfelder grundsätzlich nicht zu früh, damit die Kapillarität an der Oberfläche nicht unterbrochen wird und möglichst viel Wasser aus dem Boden verdampfen kann. Das Getreide keimt bei dieser Feuchtigkeit auch ohne Einarbeitung. Der Ausfallraps soll vor einer Bearbeitung sowieso auflaufen. Dies gilt besonders nach Hagel. Allenfalls sollte dort nach 2 Wochen eine möglichst flache Bearbeitung stattfinden, damit aller Raps keimt. Bei der flachen Bearbeitung ist auf allen Stoppelfeldern und eher schwerem Boden Vorsicht geboten, damit keine Schmierschichten entstehen. Ein Flachgrubber mit Schmalscharen oder die Federzinkenegge sind bei feuchten Bedingungen weniger heikel. Um für die Rapsaussaat optimale Bedingungen zu schaffen, sind lange Strohstorzen allenfalls zu mulchen und wenn das Stroh nicht abgefahren wird, möglichst kurz zu häckseln, um die Startbedingungen für den Raps zu optimieren. 

Ackerwinden im Weizenfeld
Ackerwinden im Weizenfeld
Verschlämmte Böden
Verschlämmte Böden vor einer Bearbeitung auch in der Tiefe genügend trocknen lassen
stehendes Wasser in Ackerbauland
Vor einer Bearbeitung muss auch das Wasser im Boden verdunsten

 

Raps

Rapskrebs
Die Pilzkrankheit, welche als Rapskrebs oder Weissstängeligkeit bekannt ist, kann zur Zeit vermehrt beobachtet werden. Man erkennt sie daran, dass die Stängel des Rapses etwa auf Kniehöhe weiss werden. Wenn der Stängel aufgeschnitten wird, erkennt man darin schwarze Stücke, die Sklerotien. Das sind die Mycelkneuel des Pilzes, welche mit der Ernte übers ganze Feld verteilt werden. Diese können bis zu zehn Jahre im Boden überdauern. Besonders beim Extensorapsanbau ohne Fungizide gibt es mit dem Produkt Contans WG, einem Antagonistenpilz, die Möglichkeit, die Sklerotien im Boden zu bekämpfen. Sieht es nach der Ernte nach einem starken Befall aus, kann Contans WG auf die befallenen Stoppeln angewendet werden, damit der Pilz beim nächsten Rapsanbau auf der Parzelle weniger Probleme verursacht. Ebenfalls möglich ist der Einsatz bei der Saatbettbereitung für den Raps oder bei der Herbizidanwendung nach der Saat. 

Raps-Erdflohschaden: fehlender Haupttrieb
Raps-Erdflohschaden: fehlender Haupttrieb
Rapskrebs
Rapskrebs

 

Japankäfer

Verdachtsfälle mit Bildern melden
Der Japankäfer stellt eine grosse Bedrohung für die Schweizer Landwirtschaft dar. Er frisst an zahlreichen landwirtschaftlichen Kulturen wie Reben, Äpfeln, Spargeln, Bohnen, Mais und vielen weiteren Pflanzen. Dabei frisst er sämtliches weiches Material an den Pflanzen, so dass am Ende nur noch Äste und Gerippe der Blätter übrig bleiben. 

Der Käfer sieht ähnlich aus wie viele einheimische Käferarten z.B der Rosenkäfer oder der Gartenlaubkäfer. Eine Unterscheidung ist da gar nicht immer so einfach. Der Japankäfer hat aber ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal: Er trägt auf beiden Seiten am Hinterteil fünf weisse Haarbüschel. 

Da der Käfer der Schweizer Landwirtschaft grossen Schaden zufügen kann, ist es zentral, dass Sichtungen des Käfers umgehend gemeldet werden. Sie können dies unter der Nummer 058 105 99 03 oder der E-Mailadresse fiona.eyer@strickhof.ch tun. Falls möglich sind unbedingt Bilder von der Seite des Käfers zu machen, um eine Identifizierung möglich zu machen.

Der Japankäfer mit seinen fünf typischen Haarbüscheln auf der Seite des Körpers.
Der Japankäfer mit seinen fünf typischen Haarbüscheln auf der Seite des Körpers. Foto: Gilles san Martin und Matteo Maspero, https://gd.eppo.int/taxon/POPIJA/photos
Der Schaden des Japankäfers ist enorm. Gemeinsam fallen die Japankäfer über Kulturpflanzen her und fressen so lange daran, bis nur noch die groben Pflanzenteile übrig bleiben.
Der Schaden des Japankäfers ist enorm. Gemeinsam fallen die Japankäfer über Kulturpflanzen her und fressen so lange daran, bis nur noch die groben Pflanzenteile übrig bleiben. Foto: Gilles san Martin und Matteo Maspero, https://gd.eppo.int/taxon/POPIJA/photos

 

Hinweis: Das nächste Pflanzenschutz aktuell erscheint voraussichtlich erst in der Kalenderwoche 32 am 11. August 2021.

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