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Herbstzeit – Kürbiszeit

Kürbisse erfreuen sich nach wie vor grosser Beliebtheit bei Konsumenten. Ein Blick in die nackten Zahlen zeigt es: Wurden im Kanton Zürich im Jahr 1990 noch beinahe keine Kürbisse angebaut, stiegen die Flächen bis ins Jahr 2016 bereits auf über 90 ha. Der Kürbis ist zur relevanten Kultur aufgestiegen.

Herbstzeit – Kürbiszeit

Kürbisse erfreuen sich nach wie vor grosser Beliebtheit bei Konsumenten. Ein Blick in die nackten Zahlen zeigt es: Wurden im Kanton Zürich im Jahr 1990 noch beinahe keine Kürbisse angebaut, stiegen die Flächen bis ins Jahr 2016 bereits auf über 90 ha. Der Kürbis ist zur relevanten Kultur aufgestiegen. 

Sonderrolle innerhalb des Gemüse

Der Kürbis nimmt in vielerlei Hinsicht eine Sonderralle innerhalb der Gemüsekulturen ein. Da wäre zum einen der Umstand, dass die Produktion nicht durch Importzölle geschützt ist. Demensprechend werden Kürbisse zu einem grösseren Prozentteil als andere Gemüseartikel im Direktverkauf ab Hof verkauft. 

Weiter besteht bei den Kürbissen eine enorme Sortenpalette. Anders als bei anderen Gemüseartikeln werden dies Sorten bzw. Sortentypen in der Vermarktung auch angepriesen. So sind Butternuss, Muscat, Spaghetti-Kürbis oder Oranger Knirps mittlerweile auch dem aufmerksamen Konsumenten ein Begriff. 

Auch der Verwendungszweck der Kürbisse ist nicht von vornherein klar. So gibt es neben den klassischen Speisekürbissen auch «Halloween-Typen» für die Schnitzerei und reine Zierkürbissorten. Auch eigentliche Wettkampfsorten zum Erzielen des grösstmöglichen Fruchtgewichts werden gehandelt. 

Anbaugrundlagen

Beabsichtigt man neu ins (Speise-) Kürbisgeschäft einzusteigen gibt es einige Grundsätzliche Überlegungen die man beherzigen muss. Erstens: Über welche Kanäle will ich die Ware vermarkten? Je nach Kanal bestehen unterschiedliche Qualitätsanforderungen und Sortenbedürfnisse. So wird Beispielsweise für die Standardsorte Muscat de Provence bei den Grossverteilern eine Zerteilung in gleichmässige Stücke und eine Verpackung in Folie verlangt. In der Direktvermarktung ist man bei der Einheitlichkeit dagegen nicht so strikt angebunden. 

Für den Anbau bevorzugt geeignet sind rasch erwärmbare, lockere, nährstoffreiche Böden mit einem hohen Anteil an organischem Material und gutem Wasserhaltevermögen. Extreme Böden d.h. sehr leichte und sehr schwere Böden sind zu vermeiden. 

Als Grunddüngung hat sich das Ausbringen von Hof- oder Rycyclingdünger zur Herbstfurche bewährt. Wird eine Kopfdüngung mit mineralischen Düngern vorgenommen, so ist diese bei beginnendem Fruchtansatz vorzunehmen, da zu diesem Zeitpunkt der N-Bedarf am höchsten ist.  

Die Kürbiskultur kann entweder gepflanzt werden oder die Samen direkt auf Endabstand gesteckt werden. Bei der Verwendung von Jungpflanzen ist darauf zu achten, diese nicht überständig werden zu lassen, da es ansonsten schnell zu Wachstumsstockungen kommen kann. Gepflanzt bzw. gesteckt wird in Reihen mit rund 2m Reihenabstand und ungefähr 0.5 m in der Reihe, was 100 Pflanzen/Are entspricht. Je nach Sorte können diese Pflanzdichten jedoch stark schwanken. 

Auflaufender Kürbis im Frühjahr
Auflaufender Kürbis im Frühjahr

Da Kürbisse Frostempfindlich sind richten sich die Anbautermine ohne Fliesabdeckung nach den letzten Frösten. Die Kulturzeiten liegen je nach Sorte zwischen 80 und 120 Tagen, Halloweentypen benötigen in der Regel etwas länger, meistens rund 120-130 Tage. 

Eine weitere Frage die sich stellt ist die Bewässerung: Der Gesamtbedarf von Kürbissen ist mit demjenigen von Zucchetti zu vergleichen, es können jedoch längere Trockenperioden ohne Qualitätseinbussen überstanden werden als bei Zucchetti. Kritisch ist vor allem die Phase um den Fruchtansatz herum im Juli. Hier wurden im sehr heissen und trockenem Sommer 2015 teilweise geringerer Fruchtansatz beobachtet.

Kürbisblüte und Junger Kürbis. In dieser Phase ist eine genügende Wasserversorgung Ertragsbestimmend
Kürbisblüte und Junger Kürbis. In dieser Phase ist eine genügende Wasserversorgung Ertragsbestimmend

Das Ertragspotential schwankt je nach Sorte enorm stark. Bei den Butternuss-Typen liegt es beispielsweise zwischen 250-500 kg/Are, die orangen Knirpse liegen in der Regel leicht darunter. 

Die Kürbiskultur gilt allgemein als eher «extensivere» Freilandgemüsekultur. Die Produktionskosten liegen jedoch bei ertragsreichen Flächen trotzdem bei geschätzt rund 20'000 CHF/ha, wobei die Erntekosten den Löwenanteil ausmachen.  

Im Herbst zu beachten 

Im Herbst gilt, was auch im Frühjahr schon beachtet werden muss; Kürbisse ertragen tiefe Temperaturen äusserst schlecht. Für die Lagerfähigkeit ist es unbedingt zu vermeiden, dass die Kürbisse auf dem Feld oder am Lager Frösten ausgesetzt sind. Kürbisse die für eine lange Lagerzeit von mehreren Monaten vorgesehen sind, sollten auf dem Feld nicht für lange Zeit Temperaturen unter 10 °C ausgesetzt sein und sollten keine Nässeperioden vor der Ernte durchstehen müssen. Eine etwas frühere Ernte bei noch trockeneren Bedingungen kann sich also im Endeffekt auf die Langlebigkeit auszahlen. Bei der Ernte ist darauf zu achten, dass die Stiele an der Frucht belassen werden, und dass keine Verletzungen entstehen. Vor der eigentlichen Lagerung können die Kürbisse noch bei 20-25 °C einzeln ausgelegt und getrocknet und nachgereift werden. Die eigentliche Aufbewahrung sollte bei rund 10-15 °C und rund 60 % Luftfeuchtigkeit erfolgen. Dadurch bleiben die Früchte auch noch nach mehreren Monaten geniessbar und machen auch noch unter dem Weihnachtsbaum eine gute Falle. 

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