Merkblatt für angehende Diplombäuerinnen

Sinn und Zweck der Ausbildung:

Die Höhere Fachprüfung für Bäuerinnen ist anspruchsvoll. Sie bringt den Betriebsleiterinnen aber wertvolle Kompetenzen der Betriebsführung. Sie verstehen, wie und warum der eigene Betrieb strukturiert ist, sie gewinnen ein vertieftes Verständnis der finanziellen Situation und wissen, was es braucht, um den Betrieb erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Mit dieser Ausbildung können Sie mit einem Meisterlandwirt auf Augenhöhe diskutieren.

Aufbau der Ausbildung:

Die Höhere Fachprüfung für Bäuerinnen ist in der Schweiz vollständig in der Meisterausbildung für Landwirte integriert. D.h., sie besuchen sämtliche Module mit den angehenden Meisterlandwirten zusammen.

  1. 1. Zwei Module werden in der BLS1 der Landwirte besucht
  2. 2. Fünf Module werden in der BLS2 der Landerwirte besucht und schliessen mit dem Bäuerinnendiplom ab.

Prüfungen: 

In jeder der 2 Stufen sind Prüfungen ab zu legen. Die untenstehende Tabelle gibt Auskunft, welche Prüfungen absolviert werden müssen.

Die Abschlussprüfungen im Detail:

Wie in der obigen Darstellung sichtbar, legen Sie als angehende Diplombäuerin eine 3-teilige Schlussprüfung ab.

PT1: ökonomische Planung und Finanzierung:

Das Modul M01 unterrichtet die Grundlagen für die PT1-Prüfung. Es geht darum, verschiedene Zunkunftsszenarien des eigenen Betriebes selbständig rechnen zu können. Dies kann Hofübernahmen beinhalten, es kann aber auch wesentliche Änderungen in der Betriebsausrichtung enthalten, welche die Bäuerin besonders interessieren.

Ausserdem werden die unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten gelehrt. Seien das private Darlehen oder Hyotheken.

Ziel ist es, dass die Diplombäuerin auch in den zukünftigen Jahren eigene Projekte berechnen, sowie Tragbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit ihrer Projekte bestimmen kann.

Das Modul M01 baut auf dem Modul B02 auf, welches in der ersten Stufe der Ausbildung besucht werden muss.

PT2: Businessplan:

Das Modul M05 unterrichtet das strategische Management, welches die Grundlage für den Businessplan bildet. Es geht darum, die Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren zu erkennen, welche für die Zunkunft des eigenen Betriebes wichtig sind. Daraus werden mögliche Zunkunftsstrategien für den eigenen Betrieb entwickelt. Eine dieser Möglichkeiten wird in Form eines Businessplanes von A bis Z durchgeplant. Vorgehensweisen und nötige Inhalte werden im Modul M05 unterrichtet. Die angehende Diplombäuerin wird in dieser Zeit zusätzlich persönlich begleitet, wenn sie das wünscht.

Die Anforderungen an den Businessplan sind grundsätzlich dieselben wie für die Meisterlandwirte. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Die angehende Diplombäuerin befasst sich im Businessplan ausführlich mit der Rolle der Betriebsleiterin und dem Haushalt. Zum Inhalt des Businessplanes gibt es ein Merkblatt, welches auf der Webseite der Landfrauen (Bildung =) Höhere Fachprüfung) zu finden ist.

PT3: Fachgespräch zum Businessplan:

Die Schlussprüfungen werden einer mündlichen Prüfung abgeschlossen. Das Fachgespräch zum Businessplan dauert eine Stunde und prüft die Kompetenzen bezüglich langfristiger Planung der angehenden Diplombäuerin.

Stundenplan:

Stufe 1 und Stufe 2 können nicht parallel absolviert werden Es braucht in jedem Fall also 2 Jahre für die Ausbildung. Die 2. Stufe könnte auf mehrere Jahre aufgeteilt werden.

Stundplan 1. Stufe:

Am Strickhof findet das Modul B02 - Betriebswirtschaft immer am Mittwoch statt. Es startet nach den Herbstferien und endet. ca. Anfang März.

Das Modul B03 - Marketing findet montags und donnerstags im Februar statt.

Stundenplan 2. Stufe:

Am Strickhof findet HFP Landwirte / Bäuerinnen vorwiegend am Dienstag statt. Sie startet nach den Herbstferien und dauert bis ca. Mitte April. Die mündlichen Prüfungen finden dann Ende Mai statt.

Praxiserfahrungen:

Auf der Website der Landfrauen (Bildung =) Höhere Berufsprüfung) finden Sie einen Artikel über die Diplombäuerin Brigitte Grab. Sie war die erste Frau, welche die HFP nach dem neuen System am Strickhof absolviert hat.

 

Zusätzliche Informationen zum Inhalt