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Weniger Pflanzenschutzmittel dank Precision Farming

Mehr Präzision, weniger Pflanzenschutzmittel: Landwirtschaftsbetriebe zeigen im Projekt PFLOPF, wie digitale Technologien die Landwirtschaft nachhaltiger machen können.

Seit 2019 haben 58 Aargauer, Thurgauer und Zürcher Betriebe im Acker-, Gemüse-, Obst- und Rebbau getestet, wie sich mit digitalen Technologien der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren und effizienter gestalten lässt. PFLOPF heisst das Ressourcenprojekt: Die Abkürzung steht für «Pflanzenschutzoptimierung mit Precision Farming».

Die teilnehmenden Betriebe haben mindestens zwei von sieben zur Auswahl stehenden Massnahmen umgesetzt: Von betriebsspezifischen Prognosemodellen über GPS-Lenksysteme, automatische Teilbreitenschaltungen bis hin zu kameragesteuerten Hackgeräten, Spot-Spraying-Systemen, Mulchrobotern und Spritzdrohnen. Jeder Betrieb wurde dabei intensiv von den kantonalen Fachstellen unterstützt und begleitet.

Grösste Einsparung im Gemüsebau

Am 5. Mai haben die Verantwortlichen die Resultate des Ressourcenprojekts auf dem Betrieb von Lohnunternehmer Haller in Birrhard AG präsentiert. Über alle Massnahmen gesehen konnten Einsparungen von 25 Prozent erzielt werden. Damit wurde das Projektziel laut den Verantwortlichen erfüllt.

Besonders gross waren die Einsparungen beim Gemüsebau mit der Spot-Spraying-Technologie (25% bei Fungiziden/Insektiziden; bis zu 80% bei Herbiziden). Im Ackerbau lagen die Einsparungen bei bis zu 5% mit GPS-basierten Lenksystemen und Section Control (weniger Überlappungen im Vorgewende- und Randbereich bzw. Reduktion Fahrgassen-Überlappung). Beim intensiven Weizenanbau konnte dank dem Prognosemodell auf eine Fungizidbehandlung verzichtet und dadurch eine Einsparung von 25 Prozent erzielt werden. Beim Obstbau liessen sich bei den Baumstreifen durch Punktspritzung 50% Herbizide einsparen.

Komplexes Datenmanagement

Herausforderungen orten die PFLOPF-Verantwortlichen zum Beispiel beim Datenmanagement oder bei der Verfügbarkeit von marktreifen Technologien, etwa im Obst- und Rebbau. Wichtig sei das Kosten-Nutzen-Verhältnis, damit die digitalen Technologien eingesetzt werden. Ein Teil der Technologien ist bei entsprechender Auslastung finanziell selbsttragend, hat das Projekt gezeigt. Für andere brauche es eine Förderung via Direktzahlungen oder Strukturverbesserungsverordnung, betonen die PFLOPF-Verantwortlichen.

Neue Erkenntnisse

«Mit dem Ressourcenprojekt konnten wir aufzeigen, wie die Landwirtschaft die Herausforderungen im Pflanzenschutz unter Ausnutzung neuester digitaler Technologien professionell angeht», betonte Christian Eggenberger, Leiter Beratung, Entwicklung und Innovation am Arenenberg. 

Matthias Müller, Abteilungsleiter Landwirtschaft Aargau, sagte: «Die entscheidende Frage lautet nicht ‘Pflanzenschutz ja oder nein’, sondern: Wie setzen wir Pflanzenschutzmittel so ein, dass sie wirksam, aber möglichst schonend sind? PFLOPF gibt darauf eine überzeugende Antwort.»

Patrick Mouron vom Bundesamt für Landwirtschaft betonte, dass man dank PFLOPF viele neue Erketnnisse gewinnen konnte zur Praxistauglichkeit von Precision-Farming-Massnahmen und dass diese in die künftige Agrarpolitik miteinfliessen werden.

 

PFLOPF
Träger des Ressourcenprojekts sind die Kantone Aargau, Thurgau und Zürichmit ihren landwirtschaftlichen Beratungszentren Liebegg, Arenenberg und Strickhof. Agroscope führte die wissenschaftliche Begleitung durch, Agrofutura unterstützte fachlich. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat das Projekt mitfinanziert.

Weitere Informationen: pflopf.ch

Die PFLOPF-Verantwortlichen bei der Präsentation der Projektergebnisse.
Die PFLOPF-Verantwortlichen anlässlich des Medienanlasses.
PFLOPF-Medienanlass

 

Simon Binder von der Fachstelle Pflanzenschutz am Strickhof
Simon Binder von der Fachstelle Pflanzenschutz am Strickhof

 

Sensorgesteuertes Hackgerät
Sensorgesteuertes Hackgerät