Pflanzenbau News Strickhof vom 31. März 2026
Grünland
Blacken
Von den frühsommerlichen Temperaturen ab dem kommenden Wochenende profitieren auch die Blacken im Grünland und ihre Blattrosetten entwickeln sich zügig. Diese Bedingungen eignen sich auch für die Bekämpfung mit Wuchsstoffen. Wichtig: Der Wirkstoff Asulam (Asulox, Ruman, Trifulox) verliert per 01.07.2026 seine Zulassung. Bei einer Flächenbehandlung im Frühjahr ist zu beachten, dass Asulam nur eingesetzt werden darf, wenn keine blühenden Pflanzen (Löwenzahn, Klee etc.) vorhanden sind. Dies dient dem Schutz der Bienen und der Honigqualität, weil beim Abbau von Asulam ein Sulfonamid entsteht, welches ein Antibiotikum ist. Ferner existiert eine Wartefrist für Milchvieh von drei Wochen.
Getreide
Wachstumsregulation
Der Gang aufs Feld ist jetzt unerlässlich. Durch die Bestimmung des Entwicklungsstadiums kann der richtige Zeitpunkt und auch das passende Mittel gewählt werden. Der Weizen befindet sich im Stadium DC 29 bis 30. Für die Bestimmung wird der Haupttrieb der Getreidepflanze herausgesucht (dickster und längster Trieb). Die Wurzeln werden mit einem scharfen Messer unten am Wurzelansatz abgeschnitten. Die Klinge wird nun gesäubert (von Erde befreit) und die Getreidepflanze der Länge nach aufgeschnitten. Eine scharfe Klinge ergibt einen sauberen Schnitt.
Misst man nach dem Aufschneiden vom Wurzelansatz bis zur Ährenspitze maximal 1 cm, befindet sich der Weizen im Stadium DC 30; bis dahin kann CCC eingesetzt werden. Wird bereits eine Distanz von mehr als 1 cm gemessen und ist das Pflanzeninnere ergrünt, ist diese Pflanze im DC 31. Das wäre der Beginn der Einsatzmöglichkeit eines Mittels auf der Basis von beispielsweise Moddus, Medax oder Prodax. Beim Einsatz eines solchen Mittels ist zu beachten, dass Mischungen mit Herbiziden nicht möglich sind. Die Wintergerste ist ähnlich weit in ihrer Entwicklung. Sie wird in der Regel im 1-2 Knoten-Stadium verkürzt. Bei Wintergerste ist CCC nicht zulässig.
Raps
Rapsglanzkäfer
Mit dem angekündigten Temperaturanstieg ab Freitag erwacht auch der Rapsglanzkäfer aus seiner Kältestarre. Da viele Bestände nun vor der Blüte stehen, gilt ab jetzt ausschliesslich die grosszügigere Schadschwelle von zehn Käfern pro Ganzpflanze. Sobald sich die ersten gelben Blüten öffnen, wandelt sich der Käfer ohnehin vom Schädling zum nützlichen Bestäuber und eine Bekämpfung ist ab diesem Zeitpunkt tabu.
Bei einer allfälligen Behandlung kommt es massgeblich auf das richtige Timing und die optimale Qualität der Spritzbrühe an. Die Applikation sollte an einem sonnigen Nachmittag (aber nicht bei Biswind!) bei Temperaturen von idealerweise um die 15 °C erfolgen, da die Käfer erst dann aktiv sind und Wirkstoffe wie Acetamiprid oder Spinosad durch Frass aufnehmen können. Ist eine Folgebehandlung mit dem Pyrethroid Blocker nötig, muss vorgängig eine Sonderbewilligung beantragt werden
(>> sonderbewilligung.strickhof.ch).
Bei der Zubereitung der Spritzbrühe ist der Schutz der Wirkstoffe zentral. Weil kalkhaltiges Wasser und Bor-Blattdünger den pH-Wert in den alkalischen Bereich heben und so zum schnellen Abbau der Insektizide führen, muss das Wasser zuerst auf einen pH-Wert von 5,0 bis 6,0 konditioniert werden. Erst nach dieser kurzen Reaktionszeit wird das Insektizid und anschliessend das Netzmittel beigegeben und danach die Brühe umgehend ausgebracht. Um eine optimale Kontaktwirkung zu erzielen, empfiehlt sich eine Wasseraufwandmenge von mindestens 300 Litern pro Hektar.
Zuckerrüben
Frostschäden überwachen
Letzte Woche wurden vielerorts die Rüben noch vor dem Kälteeinbruch gesät. Das Rübensaatkorn ist in der Regel wenig frostempfindlich. Dies ändert sich jedoch, sobald das Saatgut quillt/keimt und die Rübenpflanzen am Auflaufen sind. Daher sollten frühgesäte Rübenparzellen etwa zwei Tage nach dem Frost bei schöner Witterung besucht und auf Frostschäden geprüft werden. Frostschäden äussern sich anhand der schwarz-welkenden Keimblättern und/oder einem schwarzen Rübenherz (Vegetationspunkt). Zudem können abwechselnde Frost-Tau-Bedingungen Kompressionen im Boden verursachen, wodurch Schäden am Keimschlauch der Rüben passieren.
Unkrautkontrolle
Neben den Schnecken muss momentan auch der Unkrautpopulation wieder Beachtung geschenkt werden. Im klassischen Rübenanbau sollte die erste Applikation erfolgen, sobald die ersten Unkräuter aufgelaufen sind. Das Rübenstadium spielt bei der Terminierung der Applikation eine untergeordnete Rolle. Da die bereits aufgelaufenen Rübenpflanzen wegen der frostigen Temperaturen noch gestresst sein dürften und diverse Herbizidzusätze bei frostigen Temperaturen ohnehin heikel für den Einsatz sind, sollte mit der Behandlung zugewartet werden bis wärmere Temperaturen herrschen. Bei der Applikation muss zudem darauf geachtet werden, dass keine Phenmedipham-Solo-Produkte eingesetzt werden, welche vom allgemeinen Rückruf betroffen sind. Bei Smart Rüben kann mit der ersten Behandlung noch zugewartet werden, bis sich der Weisse Gänsefuss im 2-4-Blattstadium befindet.