So finden Sie uns

Strickhof
Eschikon 21
CH-8315 Lindau
+41 58 105 98 00
info@strickhof.ch

Strickhof auf Social Media

Punktueller Starkbefall von Glanzku00e4fern an fru00fchen Knospen spiegeln oft nicht den tatsu00e4chlichen Befallsdruck im gesamten Bestand wider u2013 eine differenzierte Bonitur ist entscheidend. Foto: Strickhof>

Pflanzenbau News Strickhof vom 18. März 2026

Themen dieser Woche: Zuckerrüben: Rückrufaktion Phenmedipham; Zulassungsänderungen; Saat; Düngung ¦ Raps: Grosser Rapsstängelrüssler; Rapsglanzkäfer ¦ Termine & Veranstaltungen: Teilflächenspezifische Düngung mit Organischen Düngern

Zuckerrüben

Rückrufaktion Phenmedipham

Bei allen Phenmedipham-Produkten mit EC-Formulierung wurde die Bewilligung mit sofortiger Wirkung sistiert. Grund dafür ist der Nachweis eines nicht bewilligten Beistoffes. Eine Aufbrauchfrist wurde nicht gewährt. Bitte prüfen Sie Ihre Lagerbestände umgehend und setzen Sie sich für die Rückgabe mit ihren Lieferanten in Verbindung. Die Lieferanten werden die zurückgegebene Menge entweder entschädigen oder durch Phenmedipham ohne den Beistoff ersetzen.

Betroffen sind:

  • W-6938     Betasana EC, UPL Switzerland
  • W-6938-1 Beetup 160 EC, Stähler
  • W-6938-2 Betam LG, Leu und Gygax
  • W-6938-3 Phenmedipham EC, Schneiter
  • W-6938-4 Mentor Uno, Omya

 

Die Vertriebsfirmen sind mit dem Hersteller daran Ersatzware (SE-Formulierung) sobald wie möglich bereit zu stellen. 

 

Zulassungsänderungen

Beim Einsatz von Conviso One ist die Anzahl der erforderlichen Abschwemmpunkte (Auflage SPe 3 (A) zum Schutz von Oberflächengewässern) an die Dosierung gekoppelt: Wird die volle Aufwandmenge von 1,0 l/ha (bzw. 2 x 0,5 l/ha) angewendet, sind zwei Punkte einzuhalten, während bei einer reduzierten Gesamtmenge von max. 0,7 l/ha ein Abschwemmpunkt genügt. Davon unberührt bleibt die generelle ÖLN-Vorgabe gemäss Direktzahlungsverordnung: Weist ein Feld eine Neigung von mindestens 2 % zu einer entwässerten Strasse auf, ist unabhängig vom eingesetzten Mittel ein Abschwemmpunkt erforderlich (Siehe Mittelheft, Seite 112 ff.).

Zudem ist bei der Herbizid-Strategieplanung zu beachten, dass ab diesem Jahr, die maximal zulässige Gesamtmenge an Dimethenamid-P (enthalten in Produkten wie Spectrum, Frontier X2, Loper oder Mazil) auf 1,0 l/ha beschränkt wurde (bisher 1,4 l/ha). Bei Tanaris, Tomahawk, Solanis, Braudio, Zeppelin) erfolgen keine Änderungen und es gelten weiterhin die Dosierungen des Vorjahres (max. 1,5 l/ha).

 

Zuckerrübensaat

Nach den Niederschlägen der vergangenen Woche stehen vielerorts die Saatvorbereitungen an. Wie immer muss der Boden jedoch vorher genug abtrocknen, bevor mit den Säarbeiten begonnen werden kann. Für Rüben ist je nach Bodenfeuchte eine Saattiefe von 2-3 Zentimetern anzustreben. Die Saatpille sollte bestenfalls direkt auf der rückverfestigten Bodenschicht aufliegen, damit das Saatkorn Boden- und Wasserschluss hat. Bei zu tiefen und zu lockeren Saatbeeten kann ein Walzdurchgang nach der Saat den Schluss für das Saatgut verbessern. Bei nassen und schweren Böden und auch bei vorhergesagten Starkniederschlägen sollte jedoch auf das Walzen nach der Saat verzichtet werden.

Zuckerrüben Saat
Die Saatarbeiten sollten nur in genug abgetrockneten Böden erfolgen. Bild: Matthias Lüscher, SFZ

 

Düngung der Zuckerrüben

Die erste Düngergabe ist bei den Zuckerrüben kurz vor oder nach der Saat zu planen. Für eine optimale Stickstoffversorgung sollte hierbei ein schnellverfügbarer Mineraldünger verwendet werden. Bei der ersten N-Gabe sind zwischen 20-40kg N/ha zu verabreichen. Die Rübe hat einen hohen Bedarf an Phosphor, Kali und Magnesium. Flächen, welche regelmässig mit Hofdüngern gedüngt werden, haben in der Regel bereits eine solide Grundversorgung. Um die Düngung dieser Nährstoffe besser abschätzen zu können, sollten die Messwerte der Bodenprobe berücksichtigt werden. Bei Bedarf sollte auf rasch verfügbare Nährstoffformen zurückgegriffen werden. Der Einsatz von Hofdüngern ist zum jetzigen Zeitpunkt an den meisten Orten bereits zu spät. Gülle kann im Frühjahr zwar vor Zuckerrüben eingesetzt werden, jedoch sollte die Güllegabe am besten vor der Grundbodenbearbeitung erfolgen. Auf eine Ausbringung von langsam verfügbaren Düngern wie Kompost oder Mist sollte im Frühjahr gänzlich verzichtet werden. Ein zu hoher und zu später Einsatz von Hofdüngern kann sich negativ auf die Rübenqualität (allen voran auf die Zuckerausbeute) auswirken. Eine Kalkgabe ist nach wie vor möglich und kann vorzugsweise vor der Saat passieren. Bei einer Frühlingskalkung vor Rüben bieten sich vor allem schnell verfügbare Kalkformen (CaO-Basis) an.

 

Raps

Grosser Rapsstängelrüssler

In den weit entwickelten Beständen haben erste Pflanzen das Stadium DC 53 (die Hauptblütenknospen überragen die obersten Blätter) erreicht. Normal entwickelte oder etwas spätere Bestände haben mittlerweile weitestgehend eine Stängelhöhe von 20 cm erreicht. Mit fortschreitendem Längenwachstum und zunehmender Verholzung des Stängelgewebes sinkt das Schadpotenzial des Grossen Rapsstängelrüsslers signifikant. Die adulten Käfer bevorzugen für ihre Einstiche die noch zarten Stängelsegmente. Bei einem späten Befall bleiben die unteren Partien der Pflanze somit intakt. Zudem verfügt die Rapspflanze im aktuellen Stadium über eine ausreichende Kompensationsfähigkeit, indem die bereits angelegten Seitentriebe potenzielle Schäden am Haupttrieb effektiv ausgleichen können. Zur Erinnerung: Die Bekämpfungsschwelle (BKS) liegt in der Phase zwischen 5 und 20 cm Stängelhöhe bei 40 bis 60 % Pflanzen mit Einstichen. Es gilt weiterhin zu beachten, dass der Einsatz von Pyrethroiden im Ackerbau immer sonderbewilligungspflichtig ist.

Raps Wachstum
Ab einer Haupttrieblänge von 20 cm führen weitere Eiablagen der Stängelrüssler kaum noch zu ökonomisch relevanten Ertragseinbussen. Foto: Strickhof

 

Rapsglanzkäfer

In den Gelbschalen wurden letzte Woche, bei gutem Flugwetter, hohe Fangzahlen von teilweise weit über hundert Rapsglanzkäfern verzeichnet. Diese Werte sind jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, da die optische Lockwirkung der Fallen oft zu einer massiven Überschätzung des tatsächlichen Befallsdrucks im Bestand führt. Eine Bekämpfung der Glanzkäfer noch in dieser Woche erachten wir als zu früh. Da die Mittel vor allem über den direkten Kontakt wirken und nur eine relativ kurze Wirkungsdauer aufweisen, verpufft der Effekt, falls nach der Spritzung ein erneuter starker Einflug stattfindet. Es gilt zudem zu berücksichtigen, dass die Rapspflanze über ein beachtliches Kompensationsvermögen verfügt: Allfällige Schäden an den Knospen des Hauptblütenstands können durch die Seitentriebe ausgeglichen werden. 

Ab dem Stadium DC 53 ist die Bekämpfungsschwelle (BKS) beim Rapsglanzkäfer erreicht, wenn im Durchschnitt sechs Käfer pro Pflanze gezählt werden; bei schwach entwickelten Beständen liegt dieser Wert bereits bei vier Käfern. Für eine verlässliche Erhebung wird empfohlen, an zehn Stellen jeweils fünf Pflanzen konsequent in ein Becken oder auf eine Kartonunterlage auszuklopfen. Die Kontrolle in der Handfläche allein ist oft ungenau, da so die Käfer in den Seitentrieben leicht übersehen werden.

Bei überschrittener BKS kann eine Behandlung mit 0,2 l/ha Audienz/Elvis oder 150 g/ha Acetamiprid gegen die aktiven Käfer in Mischung mit einem Netzmittel und Bor durchgeführt werden. Für Betriebe in den Programmen Bio, «Extenso» oder IP-Suisse steht Surround (20–25 kg/ha) in Mischung mit 2 l/ha Heliofix zur Verfügung. Vor jeder Applikation sind zwingend die aktuellen Windverhältnisse zu prüfen.

Raps Schädlinge
Punktueller Starkbefall von Glanzkäfern an frühen Knospen spiegeln oft nicht den tatsächlichen Befallsdruck im gesamten Bestand wider – eine differenzierte Bonitur ist entscheidend. Foto: Strickhof

 

PDF: Pflanzenbau News Strickhof vom 18. März 2026

www.kurse.strickhof.ch