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Hochstammbäume, beliebt bei Mensch und Biber

Waren Meldungen zu vom Biber gefällten Obstbäumen früher eine Seltenheit, hat sich dies in den letzten beiden Jahren deutlich geändert.

Im Winter ernähren sich Biber hauptsächlich von der Rinde und den Knospen von Bäumen und Sträuchern. Zu ihren bevorzugten Nahrungsquellen gehören Arten wie Weide, Pappel, Esche und Ahorn. Sie fressen auch Wasserpflanzen, Gräser und Kräuter, insbesondere während der wärmeren Monate, wenn diese verfügbar sind. Im Winter, wenn die Nahrung knapp ist und die Gewässer zufrieren, legen Biber vor dem Eingang des Baus einen Wintervorrat an. Grundsätzlich werden vor allem Weichhölzer vom Biber bevorzugt. Obstbäume gehören nicht unbedingt dazu, werden aber genutzt, wenn sie sich in Gewässernähe befinden. Dringen Biber in Obstanlagen ein, können sie enorme Schäden verursachen. Weil die Niederstammbäume in einer Obstanlage angebunden sind und nach dem Durchnagen nicht umfallen, können bei einem hartnäckig agierenden Biber in kurzer Zeit dutzende Bäume abgenagt werden (Abb 1). Gegen den Biber nützt eigentlich nur eine Einzäunung der kompletten Obstanlage, weil der Einzelbaumschutz oder mobile Zäune in Obstanlagen ungeeignet sind.

Biber Wildschaden Obstbau 2024
Niederstammbäume bleiben am Baumdraht hängen und animieren die Biber weiter Bäume abzunagen (Abb.1), Foto: Strickhof Fachstelle Obst

 

Hochstammbäume besonders gefährdet

Im Kanton Zürich schädigten Biber bisher häufiger Hochstammobstbäume als Niederstammbäume. Auch hier entstehen in kurzer Zeit hohe finanzielle Schäden. In den letzten Wochen gab es gleich mehrere Fälle von gefällten Obstbäumen entlang der Reppisch und am Rhein (Abb. 2). Lässt man einen gefällten Baum liegen, holt sich der Biber über mehrere Tage die dünneren Äste als Nahrung oder Baumaterial (Abb. 3).

Biber Wildschaden Obstbau 2024
Sauber gefällter Hochstammbaum an der Reppisch (Abb. 2) Foto: Strickhof Fachstelle Obst
Biber Wildschaden Obstbau 2024
Am gefällten Baum hat der Biber bereits viele Seitenäste entfernt (Abb. 3) Foto: Strickhof Fachstelle Obst

 

Die Biberfachstelle des BAFU empfihlt bei Hochstammobstbäumen, diese mit einem Einzelbaumschutz zu versehen. Dabei wird eine soganannte Drahthose um den Stamm angebracht. Diese besteht aus Diagonalgeflecht und sollte mindestens 130 cm hoch sein. Sonst besteht das Risiko, dass sich der Biber auf die Hinterbeine stellt und oberhalb zu nagen beginnt. Die höchste Sicherheit vor Frass wird erreicht, wenn einer der vertikalen Diagonalgeflechtdrähte zum Verschliessen der Drahthose eingeflochten wird und die Drahthose damit vollständig und perfekt verschlossen wird (Abb.4). Wird die Drahthose nicht perfekt geschlossen, sind Biber in der Lage, ihren Kopf durch den Schlitz zu drücken und den Baum trotz Stammschutz zu fällen. Biber können sich weit vom Gewässer entfernen und Bäume schädigen. Als zumutbare Vorsichtsmassnahme in Regionen mit bekannten Bibervorkommen wird empfohlen, alle Bäume innerhalb von 30m Distanz zum Gewässer mit einer Drahthose zu schützen. Damit kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass weiter entfernte Bäume gefällt werden, das Risiko wird jedoch auf ein annehmbares Mass gesenkt. Die Fischerei und Jagdverwaltung (FJV) übernimmt nach vorgängiger Rücksprache für solche Schutzmassnahmen in der Regel die Materialkosten.

Längerfristig kann der Frassdruck des Bibers auf Obstplantagen verringert werden, in dem Uferstreifen mit Weichhölzern, vor allem Weiden, angepflanzt und aufgewertet werden. Dadurch werden dem Biber alternative Nahrungs- und Bauholzquellen angeboten.

Biber Wildschaden Obstbau 2024
Sauber angebrachte Drahthose um einen Hochstammbaum (Abb. 4) Foto: Strickhof Fachstelle Obst

 

Biberfachstelle Kanton Zürich (www.fornat.ch/biberfachstelle-zh)

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