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Herbizidmanagement und Schädlingsbekämpfung in Zuckerrüben

Die anhaltende Trockenheit lässt die Rüben etwas zögerlich wachsen. Die Feldaufgänge sind teilweise stark unterschiedlich, genauso wie der Erdflohbefall. Es ist wichtig, die Geduld zu behalten und nicht überstürzt zu handeln.

Feldaufgang
Die Saaten welche in der letzten Märzdekade erfolgt sind, profitierten von der vorhandenen Bodenfeuchte und sind regelmässig aufgelaufen. Spätere oder flache Saaten haben dagegen mehr Mühe. Auf diesen Feldern zeigen sich teilweise unregelmässige Bestände. Der Zuckerrübensamen kann problemlos mehrere Wochen im Boden überleben und keimen sobald Regen fällt. Bei kritischen Beständen empfiehlt es sich, die Bestandesdichte auszuzählen. Dazu werden an mehreren Feldstellen die Pflanzen auf 10 Laufmeter ausgezählt. Werden im Durchschnitt mehr als 20 Pflanzen gezählt, so kann das Feld diskussionslos stehen gelassen werden. Liegt dieser Wert deutlich darunter ist abwarten bis ca. Mitte Mai angesagt. Dann wird zwischen stehen lassen und Maissaat entschieden. 

In den Wintermonaten und vorwiegend im Februar hatten wir ausreichend Niederschläge. Die Bodenfeuchte ist auf einer Tiefe von 5-10cm nach wie vor vorhanden. Die Rübenwurzeln erreichen auf den meisten Schlägen den feuchten Horizont und beginnen nun eine tiefe Pfahlwurzel zu schlagen. Eine tiefe und kräftige Pfahlwurzel ist wichtig und wird die Rüben während einer allfälligen Sommertrockenheit unterstützen – diesbezüglich kann den aktuell trockenen Verhältnissen auch etwas Positives zugeschrieben werden.

Schädlinge
Mancherorts sind die Erdflohschäden hoch. Es fällt jedoch auf, dass die Unterschiede zwischen Regionen, Betrieben und gar Parzellen gross ist. Dennoch kann vermutet werden, dass die erste Welle vorbei ist und somit der grösste Schaden überstanden ist. Weiterhin gefährdet sind Parzellen welche spät gesät wurden oder durch die Trockenheit etwas im Rückstand sind. Alle anderen Parzellen werden den Erdflöhen davonwachsen.

Als nächster Schädling werden die Blattläuse erwartet. Besonders gefährlich sind die grünen Blattläuse. Nicht nur weil man sie schlechter sieht, sondern weil sie Viren übertragen, welche zu einer Vergilbung führen können. Diese Vergilbung ist in der Ostschweiz nicht zu erwarten, da letzten Herbst nur selten vergilbte Rübenfelder zu sehen waren. Diese Vergilbung ist zwingend nicht mit der Blattvergilbung SBR im Westen zu verwechseln. Vielmehr wird ein Auftreten der schwarzen Blattlaus erwartet. Nach ihrem Befall beginnen sich die Blätter zu kräuseln. Die Bekämpfungsschwelle im 2-4 Blattstadium liegt bei 50%, im 6-10 Blattstadium gar bei 80%. Zur Bekämpfung der Blattläuse ist der Wirkstoff Pirimicarb zugelassen. Eine Dosierung von 50-80g/ha (erlaubt wären 250g/ha) ist ausreichend. Behandeln Sie zudem nicht die ganze Fläche und lassen sie mindestens eine Fahrgasse ungespritzt um die Nützlinge zu schonen, besonders den Marienkäfer. Unterstützend gibt es eine natürliche Verpilzung der Blattläuse, diese Verpilzung wird durch nicht behandelte Flächen gefördert und hilft die Blattläuse effektiv zu bekämpfen.

Düngung
Sofern die Düngung noch nicht abgeschlossen ist, kann dies bei geeigneten Wetterverhältnissen und ab dem 6 Blattstadium nachgeholt werden. Betriebe mit Hofdünger sollten sich beeilen, alle anderen können dies bis Mitte Mai erledigen. Bedenken Sie, weniger ist oftmals mehr. Zur Unterstützung können Sie das Berechnungstool LIZ NPro auf unserer Homepage www.zuckerruebe.ch abrufen.

Unkrautbekämpfung
Die aktuell trockene Situation erschwert den klassischen Herbizideinsatz. Bei anhaltender Trockenheit sind Kontaktherbizide zu forcieren und zu erhöhen. Je nach Unkrautart (vgl. Rübenpflanzer II/2020) kann ein Debutzusatz mit 20-30 g/ha zusätzlich helfen. Dies gilt auch für ein Herbizidöl, soweit die Temperaturen auch am Folgetag unter 25°C bleiben.

Auf Bodenherbizide, insbesondere Metamitron, das zu rund 30% auch übers Blatt wirkt, sollte nicht verzichtet werden.  Wohl wird Metamitron mit viel Sonnenlicht abgebaut, man rechnet aber nach rund 3 Wochen immer noch mit 50% Wirkung, sofern es dann regnet! Die Zusätze wie Spectrum, Venzar, Dual oder Tanaris sind heikler, da diese weniger abbauen und bei einsetzendem Regen, besonders nach Mehrfachapplikationen, gefährlich stark wirken können! Weitere Unterstützung kann wiederum auf der Homepage in Form des SFZ/LIZ Herbizid-Programmes oder telefonisch abgeholt werden.

Smart Belamia
Es ist wichtig, dass Sie die erste Spritzung nicht zu früh machen. Wir empfehlen, die 1. Behandlung zu vollziehen, wenn sich die Melde im 2-4 Blatt befindet. Als Faustregel kann als Vergleichszeitpunkt auch der zweite konventionelle Split dienen. Bei unsicheren und trockenen Verhältnissen empfiehlt es sich, zwei Applikationen mit je 0.5l/ha inkl. 0.5-1 Liter Mero (Ölzusatz) zu machen. Auf weitere Zusätze kann verzichtet werden, da sie keinen Vorteil mit sich bringen.

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